Symbol für den Neustart: Im Bischofsheimer Kunstwürfel sollen, sobald es geht, Kunst- und Kulturveranstaltungen angeboten werden. Vielleicht ja schon mit Unterstützung der Kulturkommission. Foto: Kunstwürfel
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Symbol für den Neustart: Im Bischofsheimer Kunstwürfel sollen, sobald es geht, Kunst- und Kulturveranstaltungen angeboten werden. Vielleicht ja schon mit Unterstützung der Kulturkommission.

Kultur

"Klatschen alleine reicht nicht"

  • Anna Grösch
    vonAnna Grösch
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Neue Kommission soll das kulturelle Leben in der Gemeinde fördern

Professor Dr. Wolfgang Schneider hat an das Gemeindeparlament den Antrag zur Einrichtung einer Kulturkommission gestellt. "Bischofsheim ist eine Kulturgemeinde mit Musik und Literatur, mit Kultur, Geschichte und Kunst der Gegenwart", heißt es darin. "Bücherei und Heimatmuseum tragen ebenso zum kulturellen Leben bei wie die kulturtreibenden Vereine und das kulturelle Engagement der Kirchen." Die Kommission wurde von der Gemeindeverwaltung bereits genehmigt.

Aber wofür braucht man so eine Kulturkommission eigentlich? Sie solle sich unter anderem mit der Frage auseinandersetzen, wie Kultur in Bischofsheim in Zukunft aussehen solle, erklärt Antragssteller Schneider.

Nicht nur Kunst und Musik

Der Erste Beigeordnete im Gemeindeparlament ist seit Jahren in der Bischofsheimer Lokalpolitik aktiv, außerdem ist er eng mit der Gemeinde und ihrer Kultur verbunden. Die Kommission solle erst einmal eine Bestandsaufnahme machen.

Seit vielen Jahren sei Kultur in der Gemeindepolitik nicht besonders berücksichtigt worden und auch im Haushalt nicht aufgefallen. Als Instanz, die der Gemeindepolitik auf die Finger schauen kann, sei es ein Ziel, dem vorzubeugen. Die Kulturkommission solle sich dabei aber nicht nur um die Kultur im klassischen Sinne kümmern, wie Musik und Kunst.

"Mein Kulturverständnis bezieht sich auf die Definition der Unesco, die auch die Lebensform als Kulturform deklariert", so Schneider. Es gehe also nicht nur darum, mit Künstlern zusammenzuarbeiten, sondern auch mit Vereinen oder Kirchen. Eben mit denen, die Kultur ausmachen.

Veranstaltungsorte unterstützen

"Ich komme alleine in Bischofsheim auf gut 25 Kulturorte", sagt Schneider. Sie sollen von der neuen Kulturkommission unterstützt werden. "Es gibt viele engagierte Bürger in Bischofsheim", sagt Schneider mit Verweis auf diejenigen, die ein Ehrenamt ausüben. "In manchen Vereinen herrscht aber eine Angst vor Überalterung und um die Mitglieder. Es muss uns auch beschäftigen, dass diese Mitglieder nicht nachkommen", gibt er zu bedenken. Mindestens fünf "sachkundige Bürger" sollen zusammen mit einem Vertreter des Gemeindevorstands und je einem Vertreter der vier Fraktionen der Gemeindevertretung die Kommission bilden. Wer dazu gehört, ist noch nicht veröffentlicht, die Anfragen wurden aber bereits gestellt, wie Schneider sagt. "Wir haben ein Dutzend Leute angesprochen", berichtet er. Bürgerpreisträger seien darunter, aber auch lokale Musiker und Menschen, die in den Kirchengemeinden aktiv sind. Kultur für alle solle es eben sein.

"Klatschen alleine reicht nicht", spielt Schneider auf die Reaktionen während der Corona-Pandemie an. Es gehe um Kulturförderung. Die Gemeindevertretung müsse die Kultur sukzessive auch in den Haushalten berücksichtigen. Kultur sei von der Politik zu schützen und zu fördern. "Das müssen wir ernst nehmen." Die Kommune habe den Auftrag, Möglichkeiten zu schaffen, um Kunst und Kultur möglich zu machen. "Das ist eine Erkenntnis aus Corona: In geschlossenen Räumen können wir gerade keine Veranstaltungen machen. Aber draußen geht immer mehr." Deshalb seien auch gerade schon Möglichkeiten in Prüfung: Straßenkonzerte oder Lesungen zum Beispiel.

Anna Grösch

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