In vielen Kindertagesstätten wird der Platz knapp - auch die Gemeinde Bischofsheim steht vor Herausforderungen bei dem Betreuungsangebot für Kinder. FOTO: dpa
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In vielen Kindertagesstätten wird der Platz knapp - auch die Gemeinde Bischofsheim steht vor Herausforderungen bei dem Betreuungsangebot für Kinder.

Betreuung

Mehr als 100 Kita-Plätze fehlen

  • Anna Grösch
    VonAnna Grösch
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Zuzüge und Geburten stellen Gemeinde vor Herausforderungen

Bürgermeister Ingo Kalweit (CDU) war selbst überrascht von den Zahlen, die seine Mitarbeiter in der Gemeindeverwaltung ihm vergangene Woche vorlegten. In Bischofsheim fehlen demnach im kommenden Kita-Jahr 102 Betreuungsplätze in den Kindertagesstätten - mindestens. "Wir sind von der Wirklichkeit überfahren worden", sagte Kalweit am Donnerstagabend während der ersten Tagung des Kita-Forums im Bürgerhaus.

Es sei zwar klar gewesen, dass Kita-Plätze fehlen, dass die Zahlen sich nun aber so darstellen, nicht. Eigentlich sei man davon ausgegangen, mehr Zeit zu haben, um die neuen Plätze zu schaffen. Oder wie Kalweit es ausdrückte: "Mir wäre es lieber gewesen, wir bräuchten die Plätze erst in zwei Jahren." Schon bis Ende des Jahres fehlten 48 Plätze, wie Nicole Fink, Leiterin der Abteilung Kinder und Jugend bei der Gemeinde, sagte.

Mindestens eine neue Einrichtung

Bis Ende Juli kommenden Jahres kämen noch einmal 54 dazu, allein für Kinder über drei Jahren. Kalweit erklärte den Bedarf mit den "massiven Zuzügen", welche die Gemeinde zu verzeichnen habe, vor allem in den Neubaugebieten. Außerdem mache sich bemerkbar, dass die Geburtenzahl seit dem Beginn der Corona-Pandemie angestiegen sei. "Ich freue mich über jedes Kind, das geboren wird", stellte der Rathauschef klar. Doch die vielen Zuzüge und Geburten zeigten den Handlungsbedarf auf. "Eigentlich brauchen wir neben der neuen Kita Im Attich langfristig noch mindestens eine neue Kindertagesstätte", sagte Kalweit. Die Kita im Familienzentrum soll, wenn alles gut läuft, Anfang 2023 in Betrieb genommen werden. Dann sei die Renovierung der Kita in der Schulstraße dran, die im Herbst desselben Jahres abgeschlossen sein soll.

Trotzdem reiche das noch nicht. Eine mögliche neue Kita könne eventuell 2024 oder 2025 in Betrieb genommen werden. Überlegungen dafür gebe es in der Gemeindeverwaltung bereits, nichts davon sei jedoch spruchreif.

Um den unmittelbaren Bedarf abzudecken, wird nun über Container-Lösungen nachgedacht, favorisiert wird, diese wegen des guten Strom- und Wasseranschlusses an der Kita Wiesbadener Straße aufzustellen. Gedacht seien sie als Provisorien, um den akuten Bedarf zu decken.

Angebote sind überholt

Doch auch hier wurde die Gemeindeverwaltung wohl "von der Wirklichkeit überrollt": Bürgermeister Kalweit stellte Angebote für die Container-Miete vor, die mittlerweile schon überholt sind, wie er sagte. Das günstigere davon lag bei 47 000 Euro für zwölf Monate. Es sei vorher nicht klar gewesen, dass die Container wohl zweistöckig sein müssten. Neben den Gruppenräumen seien auch Bewegungsräume und Platz für die Betreuerinnen nötig, was die Kosten in die Höhe treibe. Die aktualisierten Angebote sollen nachgereicht werden. Nicht zu vergessen sei, dass dazu noch Personalkosten kämen und neues Personal gefunden werden müsse, gab Kalweit zu Bedenken.

Das Kita-Forum, bei dem neben Leitungen und Beschäftigten der Bischofsheimer Kindertagesstätten auch Vertreter der Fraktionen und Schulen anwesend waren, fand sich am Donnerstagabend erstmals zusammen. Die Gruppe kann keine Beschlüsse fassen, aber Empfehlungen an das Parlament geben. Zur Vorsitzenden wurde Sabine Bächle-Scholz (CDU) gewählt. Das Kita-Forum will sich das nächste Mal am 30. August treffen. Anna Grösch

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