Diebstähle machen in der Kriminalstatistik einen großen Teil der Delikte aus. Foto: dpa
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Diebstähle machen in der Kriminalstatistik einen großen Teil der Delikte aus.

Kriminalität

Mehr Straftaten und mehr Aufklärung

  • Anna Grösch
    vonAnna Grösch
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Die aktuelle Kriminalstatistik für 2020 aus dem Polizeipräsidium Südhessen

Die Gemeinde Bischofsheim verzeichnet wieder mehr Straftaten. Dies geht aus der jüngsten Kriminalstatistik des Polizeipräsidiums Südhessen und der Polizeidirektion Groß-Gerau hervor. Insgesamt sind darin für das vergangene Jahr in Bischofsheim 610 Straftaten aufgeführt, im Gegensatz zu 558 im Jahr 2019 oder 525 in 2018. Eine maßlose Steigerung ist das allerdings nicht - in den Jahren 2015 bis 2017 hatten sich die Fallzahlen zwischen 625 und 633 auf einem leicht höheren Niveau bewegt.

Die gute Nachricht: Mehr als zwei Drittel aller Fälle wurden aufgeklärt, wie die Statistik zeigt. Mit 69,8 Prozent war die Aufklärungsquote damit trotz der höheren Zahl an Straftaten besser als im vergangenen Jahr. Den größten Teil der Delikte machen in Bischofsheim Diebstähle aus, mit 153 Fällen bilden sie rund ein Viertel der gesamten Straftaten.

Häufung bei Jugenddelikten

Gestohlen wurde dennoch insgesamt etwas weniger als im vergangenen Jahr. Anders sieht es beim Straßendiebstahl aus. 57 Fälle wurden im Jahr 2020 in Bischofsheim begangen und damit gut ein Drittel mehr als 2019 (41). Auch die Fälle von schwerer und gefährlicher Körperverletzung sind angestiegen, mit insgesamt 23 Fällen sind es sechs mehr als im Jahr zuvor. Eine auffallende Häufung gab es auch im Bereich Jugendkriminalität. 2019 waren es noch 52 Fälle, 2020 schon 82.

Verringert haben sich hingegen die Fälle von Wohnungseinbrüchen mit Diebstahl, einfacher Körperverletzung und von Cybercrime, also Kriminalität im Internet. Deren Häufigkeit nahm gemessen am Vorjahr ab.

Auch in Ginsheim-Gustavsburg ist die Zahl der Straftaten insgesamt in die Höhe gegangen. Ermittelte die Polizei 2019 noch in 585 Fällen, waren es 2020 642. 63,2 Prozent davon gelten als aufgeklärt, das sind rund fünf Prozent mehr als vergangenes Jahr.

Die Zahl der Körperverletzungen ist stark nach oben gegangen, von 63 auf 89. Mit 16 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung gab es auch dabei erheblich mehr Anzeigen als die zehn im Jahr zuvor. Die Zahl der Rauschgiftdelikte stieg von 37 auf 49.

Weniger Straftaten verzeichnete die Polizeidirektion Groß-Gerau hingegen in der Doppelstadt in den Bereichen Raub und räuberische Erpressung, Diebstahl und Wohnungseinbruchsdiebstahl, der von 27 auf 9 Fälle zurückgegangen ist. Eine sogenannte "Straftat gegen das Leben" gab es in Ginsheim-Gustavsburg: Im September war dabei ein Mann auf einer Feier schwer verletzt worden. Bei einer Party war ein anderer Gast mit einem Küchenmesser auf den 21-Jährigen losgegangen. Er wurde allerdings nicht lebensgefährlich verletzt.

Verkappte Steigerung

Sowohl in Ginsheim-Gustavsburg als auch in Bischofsheim fällt außerdem auf, dass es mehr Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte gab. Im Vorjahr war in Bischofsheim ein Fall zu verzeichnen gewesen, in Ginsheim-Gustavsburg keiner. In beiden Mainspitz-Orten gab es in 2020 eine Steigerung auf jeweils sechs Fälle. Das sei noch nicht unbedingt verdächtig, wie Pressesprecher Bernd Hochstädter vom Polizeipräsidium Südhessen erklärt. Bei so niedrigen Fallzahlen kämen höhere Ausschläge schon mal vor.

Beachtenswert sei allerdings eine andere Tatsache. So seien die Zahlen dieses Straftatbestands hessenweit zwar leicht gesunken. Berücksichtige man aber, welche Veranstaltungen im Jahr 2020 nicht stattgefunden haben, müsse man eigentlich fast von einer Steigerung sprechen. "Es gab schließlich keine Volksfeste, keine Kirmes, kaum Spiele in Fußballstadien". Alles Veranstaltungen, bei denen es oft zu Konflikten mit den Ordnungshütern komme. Dass die Zahlen trotzdem kaum nach unten gegangen sind, sei bemerkenswert. Anna Grösch

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