Kein Sport, trotzdem körperlich anstrengend: Das Projekt-Team des SV 07 baut Ballfangzäune, Fußballtore und Eckfahnen zurück
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Kein Sport, trotzdem körperlich anstrengend: Das Projekt-Team des SV 07 baut Ballfangzäune, Fußballtore und Eckfahnen zurück

SV07 Bischofsheim

SV 07 Bischofshei: Finanzierung des Kunstrasenplatzes ist gesichert

  • Anna Grösch
    VonAnna Grösch
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BISCHOFSHEIM Das Projekt des SV 07 Bischofsheim nimmt konkretere Formen an. Der Verein will sich damit fit für die Zukunft machen.

Eigentlich sind sie Sportler, doch Not macht bekanntermaßen erfinderisch: Einige Mitglieder des SV 07 aus Bischofsheim haben sich in den vergangenen Jahren einem besonderen Projekt gewidmet. Und dazu fungierten sie eben mal kurz als Planer, Bauleiter und auch Tierschützer. Der neue Kunstrasen, der bald auf dem jetzigen Ascheplatz entstehen soll, macht jede Menge Arbeit.

Doch die Mühe zahlt sich aus: Die Finanzierung ist nun gesichert - zum großen Teil aus eigenen Mitteln. Das berichtet der Vorsitzende des Sportvereins, Udo Rosenthal. "Knapp 25 Prozent bekommen wir von Kommune und Land dazu", erzählt er. "Den Rest stemmen wir in Eigenfinanzierung." Dazu will der Sportverein nun 23 000 Quadratmeter Fläche verkaufen.

SV 07 Bischofsheim: Mehr als 250 Kinder im Verein

Die Ausschreibungen für das Kunstrasen-Projekt beginnt dieser Tage. Laut den letzten Planungen soll der neue moderne Platz rund 650 000 Euro teuer werden. Sieben Firmen haben die Zuständigen des SV 07 angeschrieben. "Wir wollen dieses Jahr noch bauen", sagt Udo Rosenthal. Zur Finanzierung trage auch der SV 07-Biergarten bei, der nun auch wieder öffnen durfte. Der Kunstrasenplatz ist eine Herzensangelegenheit für ihn und seinen Verein. Es geht nicht nur darum, der Verletzungsgefahr vorzubeugen, die auf dem alten Ascheplatz da gewesen sei.

Es gehe auch darum, wettbewerbsfähig zu bleiben, wie Rosenthal berichtet. "Der Ascheplatz ist mittlerweile fast 50 Jahre alt. Teilweise haben Schiris sich geweigert, dort zu spielen."

Außerdem sei Bischofsheim die letzte Gemeinde im Kreis, die noch keinen Kunstrasenplatz habe. Dieser biete jedoch viele Vorteile und andere Möglichkeiten zum Spielen, gerade im Winter und bei schlechtem Wetter.

"Ein Kunstrasenplatz ist momentan ,State of the Art'", sagt Rosenthal." Im Winter könne man nicht auf Rasen spielen, auf Kunstrasen sei das aber kein Problem. Früher habe man auf solchen Plätzen noch Granulat verlegt, aber auch das sei überholt. Heutzutage sei so ein Kunstrasen eher mit einem Teppich vergleichbar. Mehr als 250 Kinder spielen momentan bei dem Bischofsheimer Sportverein, auch ihnen will der Verein bestmögliches Training ermöglichen, wie Rosenthal sagt. Manche Eltern hätten sich einen neuen Sportverein gesucht, weil sie nicht wollten, dass ihre Kinder auf dem alten Platz spielen. "Es ist auch eine Zukunftsfrage", fasst Rosenthal die Situation zusammen. Im gleichen Zuge zur Erneuerung des Spielfelds soll auch gleich die Flutlichtanlage erneuert werden. "In Zukunft werden wir dann nur noch einen Bruchteil des Stroms brauchen", so Rosenthal. Auch diese Kosten will der Vereins selbst stemmen. So kämen dann noch einmal 40 000 Euro dazu.

SV 07 Bischofsheim: Überraschungen im Erdreich

Ein großes Projekt also, das den Vereinsmitgliedern jede Menge Arbeit abverlangt. Denn neben den Vorbereitungen für den Bau und dem Einholen der Angebote gab es auch einige Überraschungen während des Planungsprozesses. Unter anderem die Zauneidechsen, die sich auf dem Areal wohl recht wohlfühlen und vor Baubeginn umgesiedelt werden mussten. Dafür schafften die Helfer neue Habitate für die Tiere, unter anderem aus Steinen, Wurzeln und Ästen.

Auch Zäune seien aufgestellt worden, um den Eidechsen-Umzug zu erleichtern. Des weiteren wurden die Mitglieder des SV 07 auch von "Altlasten" auf dem Grundstück überrascht: Mehr als 100 Objekte aus Metall wurden bei der Detektierung im Erdreich entdeckt. Unklar ist noch, um was es sich dabei handelt, so Rosenthal. "Das kann von einem großen Nagel bis zu einem Stahlkochtopf alles mögliche sein." Die Objekte werden nun in den nächsten Wochen entfernt.

Von Anna Grösch

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