Hoch die Schippe: Landrat Thomas Will, Wolfgang Matthes (Vorstandsvorsitzender Riedwerke), Jan Hofmann (Geschäftsführer Schäfer III.), Jens Tollkühn (AWS-Betriebsleiter), Stefan Metzger (AWS-Geschäftsführer), Lutz Küllmer (Geschäftsführer, Planungsbüro Kolb & Küllmer) und Heiko Brentano (Technischer Leiter, Schäfer III.) (von links). Foto: Dorothea Ittmann
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Hoch die Schippe: Landrat Thomas Will, Wolfgang Matthes (Vorstandsvorsitzender Riedwerke), Jan Hofmann (Geschäftsführer Schäfer III.), Jens Tollkühn (AWS-Betriebsleiter), Stefan Metzger (AWS-Geschäftsführer), Lutz Küllmer (Geschäftsführer, Planungsbüro Kolb & Küllmer) und Heiko Brentano (Technischer Leiter, Schäfer III.) (von links). Foto: Dorothea Ittmann

Projektstart

Umbauarbeiten am Wertstoffhof beginnen

  • Dorothea Ittmann
    vonDorothea Ittmann
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Das Sonnenwerk bei Bischofsheim soll kundenfreundlich modernisiert werden. Mit dem ersten Spatenstich haben die Riedwerke das zwei Millionen Euro teure Projekt nun offiziell gestartet.

Bischofsheim -Der Wertstoffhof Sonnenwerk wird umgebaut. Die ersten Abrissarbeiten sind bereits abgeschlossen. Das alte Aufbereitungsgebäude für den Kompost ist den Baggern zum Opfer gefallen. Geblieben ist ein Erdloch. Das freigewordene Areal soll zur Containeraufstellfläche umgebaut werden, mit barrierefrei erreichbaren Containern, wie sie im Wertstoffhof in Büttelborn bereits verbaut wurden.

Den offiziellen Start für den Umbau gaben gestern der Lanrat, der Vorstand der Riedwerke, die Geschäftsführung der AWS, das Planungsbüro Kolb & Küllmer und die ausführende Firma Schäfer III. Jeder bekam eine Schaufel in die Hand, um symbolisch eine Schippe Erde aus dem durch die Hitze festgebackenen Boden zu lösen und in die Luft zu werfen - ein kurzes "Schipp, schipp, hurra", wie es der Vorstandsvorsitzende der Riedwerke, Wolfgang Matthes, gut gelaunt nannte. Wesentlich länger werden die Umbauarbeiten dauern. Mitte 2021 werde die neue Anlage fertig sein, schätzte Jan Hofmann von der Firma Schäfer.

Erweiterte Öffnungszeiten

Die Baukosten betragen laut AWS etwa zwei Millionen Euro. Ist das Projekt auf der rund 9000 Quadratmeter großen Fläche nordwestlich der jetzigen Entsorgungsanlage abgeschlossen, können circa 15 verschiedene Abfallarten bei erweiterten Öffnungszeiten (45 Stunden pro Woche) angeliefert werden. Matthes schätzt, dass damit das Kundenaufkommen um 20 bis 30 Prozent zunehmen wird. "Mit dem Umbau tragen wir der hohen Kundenfrequenz Rechnung", so der Vorstandsvorsitzende. Gerade die Corona-Zeit, in der die Nachfrage explosionsartig zugenommen hatte, habe den Wertstoffhof und seine Mitarbeiter an ihre Grenzen gebracht. Matthes erinnert sich an die langen Menschenschlangen, in denen die Kunden anderthalb bis zwei Stunden anstehen mussten, bis sie auf den Hof fahren und ihren Abfall entsorgen konnten. "Die Krise hat gezeigt, wie notwendig ein funktionierendes Bringsystem ist", bestätigte Landrat Thomas Will (SPD). Bereits jetzt kämen etwa 2000 Anlieferer pro Woche zum Sonnenwerk, davon circa 70 Prozent aus Bischofsheim, 15 Prozent aus Rüsselsheim.

Ursprünglich sei das Sonnenwerk eine Deponie gewesen. Ein stiller Zeitzeuge ist der an den Wertstoffhof angrenzende Hügel - der sogenannte Schindberg. In den 1950er Jahren sei dann die Müllentsorgung zur Abfallwirtschaft geworden. "Man hat gemerkt, dass man mit dem Abfall anderer Leute Geld machen kann", sagte der Landrat salopp. Mitte der 1970er Jahre baute der Zweckverband Riedwerke eine Kompostierungsanlage am Schindberg, die Ende der 90er Jahre geschlossen und zu einem Zentrum für erneuerbare Energien ausgebaut wurde - das Sonnenwerk, wie es heute bekannt ist, war entstanden. Betrieben wird der Wertstoffhof seither von der Tochtergesellschaft der Riedwerke, die Abfall-Wirtschafts-Service GmbH (AWS).

Die Entwicklung des Sonnenwerks ist damit nicht abgeschlossen. Die Stadtverordneten in Rüsselsheim haben sich noch nicht darauf geeinigt, ob sie einen neuen Wertstoffhof bauen oder einen Vertrag mit den Riedwerken abschließen, um die Bischofsheimer Anlage mit zu nutzen. "Rüsselsheim kann kommen, wir haben ihnen ein Angebot gemacht", sagte Matthes. Landrat Will plädierte dafür, dass die Debatte in den Rüsselsheimer Gremien weniger emotional geführt werden sollte. "Letztlich ist es eine Abwägungsfrage", so Will. Das Sonnenwerk sei durchaus attraktiv für die Bürger, besonders für die Bauschheimer, die in direkter Nachbarschaft zum Wertstoffhof leben.

Nicht nur das Sonnenwerk wird umgebaut, die Bagger werden auch bald in Mörfelden-Walldorf rollen. Die Baugenehmigung liege bereits vor, sagte Matthes. Bis Ende dieses Jahres sollen der Wertstoffhof im Gewerbegebiet Walldorf-Nord und die Grünsammelstelle in der Nähe der Bertha-von-Suttner-Schule an einem neuen Standort zusammengelegt werden. Dorothea Ittmann

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