Vereinsringvorsitzender Christian Weinerth informiert über die Situation der Vereinswelt. FOTO: Rüdiger Koslowski
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Vereinsringvorsitzender Christian Weinerth informiert über die Situation der Vereinswelt.

Finanzen

Vereine sind sauer auf die Gemeinde

Clubs warten immer noch auf Ausgleichszahlungen

Christian Weinerth hielt beim Besuch der SPD-Landtagsabgeordneten Kerstin Geis mit Kritik an der Gemeinde nicht hinter dem Berg. Die Landespolitikerin stellt bei ihrer Sommertour das Thema Corona und seine Folgen in den Mittelpunkt ihrer Besuche bei Vereinen und Institutionen. Auswirkungen gibt es in Bischofsheim durchaus und Unstimmigkeiten zwischen Vereinen und der Gemeinde sind weitere Folgen.

Da ist die Kerb, die im vergangenen Jahr nicht stattfinden konnte. Die daran beteiligten Vereine hätten von der Gemeinde unterstützt werden sollen, informierte Weinerth. Die Mittel hätten aus dem Topf genommen werden sollen, der ohnehin für die Kerb bereitstand. Beschlossen worden sei dies von der Gemeindeversammlung im August vergangenen Jahres. "Bisher wurde das Geld aber nicht ausgeschüttet", stellte der Vereinsringvorsitzende fest.

Vielmehr habe die Gemeinde mit einem Fragebogen die Gewinne und Ausgaben der Vereine erfragt. Die Vereine würden die detaillierten Fragen jedoch kritisch beurteilen. "Anscheinend scheut sich die Gemeinde, das Geld zu verteilen", mutmaßte Weinerth. Der Bischofsheimer Carneval-Verein habe sich bereits aus dem Empfängerkreis verabschiedet. Der Verein wolle keinen Offenbarungseid leisten, wusste Weinerth zu berichten.

Kerb-Alternative sorgt für Irritation

Irritationen habe es nun auch über ein mögliches Alternativprogramm zur bereits abgesagten Kerb am ersten Wochenende im September gegeben, informierte er weiter. Bei einer Onlinekonferenz sei über mögliche dezentrale Veranstaltungen und Angebote gesprochen worden. Die Gemeinde habe das Weindorf übernehmen und sich um alles kümmern wollen. Vereine hätten ihr Interesse bekundet. Dies sei Anfang Juni festgehalten worden.

Sechs Wochen später habe die Gemeinde abgesagt. Die Vereine sollten das Alternativprogramm nun eigenständig organisieren, die Gemeinde stelle 10 000 Euro zur Verfügung, so Weinerth. Sechs Wochen vor dem Termin sei es für ehrenamtlich tätige Vereine indessen nicht mehr möglich, ein Programm auf die Beine zu stellen. Die Vereine hätten mit Unmut reagiert.

Bisher biete der SV 07 ein Programm mit verschiedenen Musikgruppen und Unterhaltung für Kinder über das Wochenende an. Der Radfahrerverein habe ebenfalls Musik und eine Kinderkerb im Programm. Zudem soll es ein Kinderkarussell eines Schaustellers geben. Ein Weindorf werde es jedoch nicht geben.

Ein großes Problem für einige Vereine sei der Mitgliederschwund, der durch das nicht vorhandene Sportangebot während des Lockdowns entstanden sei, berichtete der Vereinsringvorsitzende. Es gebe aber keinen Verein, der Sorgen bereite und in seiner Existenz gefährdet sei. Der Bischofsheimer Carneval-Verein habe beispielsweise keine Abgänge zu verschmerzen, Turnvereine hätten dafür Verluste in den Jugendabteilungen zu verzeichnen.

BCV hat Kampagne abgesagt

Über die Gründe der Austritte lägen zwar keine fundierten Aussagen vor. Aber der Grund könne unter anderem auch mit Kurzarbeit zusammenhängen, wenn nicht mehr das volle Gehalt zur Verfügung stehe. Zudem habe der Lockdown Mitgliedern, die über einen Austritt nachgedacht hätten, die Entscheidung erleichtert.

Weinerth kam zudem auf die bevorstehende Kampagne des Bischofsheimer Carneval-Vereins zu sprechen. Die klassische Kampagne sei nämlich bereits abgesagt worden, denn die Auflagen seien nicht abschätzbar gewesen. Zur Saalfastnacht werde es eventuell kleinere Alternativveranstaltungen geben. Bei der Straßenfastnacht wolle der Verein auf Sicht fahren und die Entwicklung abwarten.

Rüdiger KOslowski

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