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Die Kandidatin Svenja Hahn, von der FDP auf Listenplatz 2 für die Europawahl nominiert, trifft sich in Mörfelden mit Brian Röcken von den örtlichen Liberalen.

Wahl

Svenja Hahn, FDP-Kandidatin für die Europawahl, besucht ihren Parteikollegen Brian Röcken

Mit vielen jungen Kandidaten geht die FDP in die kommende Europawahl am 26. Mai. Die 29-jährige Svenja Hahn, Listenplatz 2, tourt derzeit durch Hessen. Hierbei besuchte sie auch die Doppelstadt.

Mörfelden-Walldorf - In drei Wochen wählen die EU-Bürger ein neues Europäisches Parlament. Laut einer aktuellen Umfrage kennen aber 58 Prozent der Deutschen den Wahltermin noch nicht. EU-weit wird vom 23. bis zum 26. Mai gewählt, in Deutschland am 26. Mai.

Die Menschen für diese Wahl interessieren und für Europa begeistern: Das sind zentrale Ziele von Svenja Hahn aus Hamburg. Die 29-Jährige hat Medienwissenschaft in Berlin im Master und zuvor Geschichts- und Kulturwissenschaften in Gießen im Bachelor studiert. Beruflich ist sie seit 2016 in verantwortlicher Position in der Öffentlichkeitsarbeit für eine Firma in Ahrensburg tätig. Bei der Europawahl kandidiert sie für die FDP auf dem aussichtsreichen Listenplatz 2. Gleichzeitig ist sie hiermit die Spitzenkandidatin der Jungen Liberalen. "Wir haben generell ein junges Team aufgestellt", freut sich Hahn. Viele Kandidaten unter 30 oder 40 Jahren hätten bei den Liberalen gute Listenplätze unter den ersten 15 erhalten.

Individuelle Chancen

Laut Hahn sei die Nominierung so vieler junger Kandidaten für die Europawahl konsequent. Schließlich sei Europa zwar für alle Bürger wichtig, aber ganz besonders für junge Menschen. "Europa eröffnet so viele individuelle Chancen." Die Ablehnung der Upload-Filter sei ein aktuelles Beispiel, dass die FDP auch inhaltlich für die junge Generation eine gute Wahl sei. Auch der Klimaschutz sei der FDP wichtig. Hier würden die Liberalen auf technische Innovationen statt auf Verbote setzen. Aktuell tourt Hahn durch Hessen. Hierbei machte die Kandidatin auch einen Abstecher nach Mörfelden-Walldorf, wo sie sich mit Brian Röcken von der örtlichen FDP traf.

In der Tradition Genschers

Die Liberalen sehen sich in der Tradition des langjährigen Außenministers Hans-Dietrich Genscher (FDP), der viele Akzente in der Europapolitik gesetzt habe. Daher muss jede FDP-Gliederung einen Beauftragten für europapolitische Fragen benennen. In der FDP-Mörfelden-Walldorf hat Röcken diese Aufgabe übernommen. Hahn, die auch Vorsitzende der Europäischen Jungen Liberalen ist, konnte ihm von ihren Eindrücken aus Besuchen in 33 europäischen Ländern berichten. Es gebe in jedem Land unterschiedliche Herausforderungen, aber die Wünsche junger Menschen seien oft ähnlich. "Bildung und Bildungsfreizügigkeit sind wichtige Schlüssel für die Zukunft", so Hahn. Ihrer Meinung nach gebe es bereits gute Regelungen zur Anerkennung von Universitätsabschlüssen innerhalb der EU. Hahn sieht aber bezüglich der Anerkennung von Ausbildungsabschlüssen noch erheblichen Verbesserungsbedarf.

Insgesamt müsse sich die EU darauf konzentrieren, nur die Fragen zu regeln, die wirklich einer europäischen Lösung bedürfen. Es wäre kontraproduktiv, jede Kleinigkeit zu regeln, zumal dies unnötige Bürokratie verursache. Praxisorientierte Lösungen würden auch rechtspopulistische Parteien klein halten. Diese würden nur polarisieren und Parolen und Hass verbreiten, hätten aber keine Lösungen anzubieten.

Als überzeugte Europäerin sagt Hahn: "Wir müssen Erfolge der EU viel besser erklären und herausstellen." Sie beklagt, dass es neben legitimer Kritik an Entscheidungen der EU immer wieder auch unfaire Vorwürfe gebe, wo die EU zum Sündenbock für alles gemacht werde. Dieses "blame game" habe wesentlich zum Brexit-Votum der britischen Wähler im Jahr 2016 beigetragen. Das Wahlergebnis habe gezeigt, dass die europäische Einigung nicht selbstverständlich sei: "Der Brexit war ein Weckruf." Gerade viele junge Menschen seien damals nicht zur Abstimmung gegangen, weil Europa für sie völlig selbstverständlich sei.

Diese millionenfache Wahlabstinenz habe fatale Folgen gehabt. Daher hofft Hahn, dass dies bei der Europawahl anders wird. Europa habe nur gemeinsam eine Chance, sich weltweit politisch und wirtschaftlich zu behaupten. Das gelte nicht nur, aber gerade auch gegenüber der aufstrebenden Weltmacht China. Daher setzt Hahn darauf, dass sich gerade junge Menschen für ihre Zukunft interessieren und am 26. Mai zur Wahl gehen.

VON ALEXANDER KOCH

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