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In einigen Straßen wird für die Müllabfuhr ein temporäres Halteverbot eingerichtet.

Verkehr

Wegen der Müllabfuhr: Der Städteservice verhängt in einigen Straßen ein Park- und Halteverbot

Der Städteservice verhängt in einigen Straßen ein Park- und Halteverbot

Rüsselsheim - Müllabfuhr ist manchmal Zentimeterarbeit: Nämlich dann, wenn die großen, dreiachsigen Abfallsammel-Fahrzeuge in engen und zugeparkten Straßen manövrieren müssen. Besonders kritisch sind Sackgassen mit Wendehammer. Wenn sich die Nutzfahrzeuge dort im Rückwärtsgang herausbewegen wollen, brauchen sie die Unterstützung eines Einweisers, der zu Fuß hinter dem Wagen läuft. Das ist gefährlich für die Mitarbeiter, aber auch für Fußgänger und Radfahrer.

Auch im normalen Betrieb ist es schwer, alle Bereiche der großen Fahrzeuge im Blick zu haben. Deshalb rüstet der Städteservice Raunheim/Rüsselsheim alle neuen Müllsammel-Fahrzeuge mit Assistenzsystemen aus, die bei Fußgängern oder Radfahrern im "toten Winkel" warnen und bei Menschen hinter dem Fahrzeug während des Rückwärtsfahrens bremsen. Das löst aber nicht das Problem bei den teils mehr als 100 Meter langen Strecken, die rückwärts gefahren werden. Denn, so betont die Berufsgenossenschaft für Transport und Verkehr, "Rückwärtsfahren für Abfallsammel-Fahrzeuge ist grundsätzlich verboten"

Dieses Verbot stellt die Müllabfuhr, die in Rüsselsheim und Raunheim vom Städteservice und der Firma Meinhardt ausgeführt wird, vor ein Dilemma. Zur Lösung beitragen sollen künftig temporäre Halteverbote. In besonders schwer zugänglichen Straßen wird der Aufstellort für die Abfallbehälter an eine neue Stelle verlegt.

Aber wo genau ist Handlungsbedarf? Um das herauszufinden, haben in beiden Kommunen die Ordnungsbehörden alle Straßen erfasst, in denen bislang rückwärts ein- oder ausgefahren werden muss. In Rüsselsheim sind 152 Abschnitte betroffen, in Raunheim 36 Straßen.

Auf dieser Basis folgte dann eine individuelle Gefahrenbeurteilung, nach der konkrete Maßnahmen geplant wurden. In einem ersten Schritt werden derzeit rund 20 Straßen mit Wendehammer in Rüsselsheim mit einem temporären Halte- und Parkverbot belegt. Sie schreiben vor, dass an den Abfuhrtagen in den markierten Bereichen nicht mehr geparkt werden darf. Hinweisschilder werden in diesen Tagen von Mitarbeitern des Städteservice angebracht.

Nun prüfen die Ordnungsbehörden weitere kritische Straßen, in denen unter Umständen die Aufstellorte für die Mülltonnen verändert werden. Das betrifft unter anderem die Stichstraßen entlang der Georg-Treber-Straße.

"Die Gefährdung von Menschen durch rückwärtsfahrende Müllsammel-Fahrzeuge ist ein Thema, das unsere komplette Branche seit langem beschäftigt," sagt Städteservice-Chef Jens Will, "denn es kommt immer wieder zu schweren Unfällen." Die modernen Assistenzsysteme der Fahrzeuge seien zwar eine Hilfe, aber auch diese räumten die Risiken nicht komplett aus. red 

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