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Spielen immer und überall: Die Unionsfraktion fragt sich, wie das Projekt ?Bespielbare Stadt? in Trebur umgesetzt werden kann.

Beschluss

Debatte um den Erhalt Geinsheimer Spielplätze geht weiter

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Triumph der Genossen, Zweifel bei der Union nach dem Beschluss über den Erhalt der Spielplätze. Das Projekt „Bespielbare Stadt“ ist nicht leicht umzusetzen, mahnen die Kritiker.

Die Debatte um den Erhalt der Geinsheimer Spielplätze kommt nicht zur Ruhe. In der jüngsten Gemeindeversammlung beschlossen die Vertreter den gemeinsamen Antrag der Freien Wähler (FW), SPD und Grüne Liste Trebur (GLT), in dem es unter anderem heißt: „Alle Spielplätze der Gemeinde werden erhalten“. Sie sollen zudem binnen 24 Monaten auf Basis des Konzeptes „Bespielbare Stadt“ bedarfsgerecht saniert und modernisiert werden. Der Beschluss ist ein großer Erfolg für die Eltern und Anwohner in Geinsheim, die sich für ihre Spielplätze medienwirksam stark gemacht hatten.

Die ursprünglichen Pläne der Haushaltskommission: Der Spielplatz Gutenbergstraße sollte verkauft und der Spielplatz Jahnstraße um ein Drittel verkleinert werden, um Geld für die Sanierung und Modernisierung der übrigen Spielplätze zu beschaffen, den künftigen Pflege- und Erhaltungsaufwand zu reduzieren sowie Bauland für Wohnflächen bereitzustellen. Als die Bürger von diesem Vorhaben erfuhren, machten sie mobil.

Der erfolgreiche Protest in Geinsheim zieht nun weite Kreise: Der SPD-Ortsverein Trebur griff in seiner Hauptversammlung die Initiative auf und forderte in einem einstimmig verabschiedeten Antrag die Fraktion in der Gemeindevertretung auf, ebenfalls den Verkaufsbeschluss für den Spielplatz Mainstraße in Trebur aufzuheben. Auch dieser Spielplatz sollte einem privaten Wohnungsbauprojekt weichen. Zu einer Umsetzung kam es jedoch nicht. Als der Investor erfuhr, dass im Untergrund Versorgungsleitungen verlaufen, die die geplante Bebauung unmöglich machten, wurde das Projekt eingestellt – der Verkaufsbeschluss blieb.

Während die Sozialdemokraten fleißig Pläne schmieden, sieht sich die CDU-Fraktion, die den umstrittenen Antrag eingebracht hatte, in der Defensive. Der Verkauf hätte durchaus der Gemeinde in finanzieller und baulicher Hinsicht genutzt. Die Gespräche mit der Bürgerinitiative hätten jedoch Möglichkeiten aufgezeigt, wie das Geld für den Erhalt der sanierungsbedürftigen Spielplätze – etwa durch Sponsoring – beschafft werden könnte, lenkt sie ein. „Das hat uns überzeugt, deshalb haben wir unseren Antrag dementsprechend verändert und mit der Elterninitiative abgestimmt“, so der CDU-Fraktionsvorsitzende Ralf Nordmann in einer Pressemitteilung. Er kritisiert jedoch, dass SPD, GLT und FW darauf beharrten, über ihren gemeinsamen Antrag noch in derselben Sitzung abzustimmen, „obwohl zu dieser Thematik im Oktober eine Ausschusssitzung geplant ist“.

Durch den voreiligen Beschluss sei die Elterninitiative vor den Kopf gestoßen worden, da sie ihre Vorstellungen und die ihrer Kinder nicht hätten einbringen können. Weitere Bedenken: „Die Finanzierung und Umsetzung des Konzeptes ,Bespielbare Stadt’ geht weit über die Sanierung von Spielplätzen hinaus. Zudem ist fraglich, inwieweit ein Konzept, das für eine größere Stadt geplant wurde, auf Trebur übertragbar ist“, so Nordmann. Eine Stellungnahme des im Rathaus zuständigen Fachbereichs, die allen Gemeindevertretern im Nachgang zur Sitzung bereit gestellt wurde, teile diese Bedenken. Die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen habe darüber hinaus immer ergebnisoffen zu geschehen, was die drei Fraktionen nicht berücksichtigt hätten.

„Das ist ganz offensichtlich der Versuch von Bauernfängerei im laufenden Wahlkampf zur hessischen Landtagswahl sowie der Bürgermeisterwahl in Trebur“, meint der Fraktionsvorsitzende.

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