Deutschunterricht für Flüchtlinge ist erfolgreich

Das Netzwerk „Teachers on the road“ will die Isolierung von Flüchtlingen in ihren Unterkünften durchbrechen. Die Freiwilligen erteilen einer bunt zusammengewürfelten Teilnehmerschaft Deutschunterricht. Die Graswurzel-Initiative hat sich in etlichen Kommunen in Rheinland-Pfalz und Hessen etabliert, Anfragen gibt es aus mehreren Bundesländern. Gründer des Netzwerks ist der Frankfurter Deutschkurs-Lehrer Ulrich Tomaschowski (42).

Wie wichtig ist Flüchtlingen das Deutschlernen, wenn ihr Bleiberecht noch ungeklärt ist?

ULRICH TOMASCHOWSKI: Der Deutschunterricht ist Flüchtlingen sehr wichtig. Sie wollen mit Einheimischen Kontakt aufnehmen können. Besonders in ländlichen Regionen, wo viele Deutsche nicht gut Englisch sprechen. Manche Flüchtlinge sind vor Beginn eines Deutschkurses regelrecht aufgebracht, dass man ihnen bisher monatelang die Möglichkeit einer Verständigung verwehrt hat.

Wie kann man Menschen mit unterschiedlichsten Voraussetzungen überhaupt in einem Schnellkurs Deutsch beibringen?

TOMASCHOWSKI: Wir legen viel Wert auf den Wortschatz und die Konversation. Jede Woche bearbeiten wir ein Thema, beispielsweise das Essen, wie stelle ich mich vor, wie verabrede ich mich. Die Schüler erwerben ziemlich schnell einen großen Wortschatz. Wenn sie nach einigen Monaten 500 bis 1 000 Wörter gelernt haben, können sie sich relativ gut verständigen.

Wie nachhaltig erfolgreich ist der Freiwilligen-Unterricht?

TOMASCHOWSKI: Er ist sehr erfolgreich. Die Teilnehmer sind motiviert und kommen immer wieder. In den Kursen entstehen soziale Bindungen, sogar Freundschaften. Flüchtlinge, die sich zuvor ausgegrenzt fühlten, erfahren eine Wertschätzung. In einer solchen Atmosphäre lässt es sich gut lernen. Viele der mit positiven Erfahrungen verbundenen Kenntnisse bleiben hängen.

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