Engagement

Ehrenamt in den Vereinen ausgezeichnet

Was wäre das kulturelle Leben der Stadt ohne das ehrenamtliche Engagement der vielen Vereine und ihrer Mitglieder? Das zu ehren ist Ziel der Verdienstplakette für kulturelle Leistungen in Bronze. Gestern Vormittag wurden sie im Foyer des Rüsselsheimer Theaters verliehen.

Bei der Verleihung der Verdienstplaketten für kulturelle Leistungen sprach Dennis Grieser (Grüne) gestern Vormittag endlich an, was manche Rüsselsheimer schon zum Grübeln gebracht hatte. Warum Verdienstplakette in Bronze? Und wer bekommt eigentlich Gold und Silber? Dabei muss er gestehen: Er weiß es selbst nicht. Aber, versichert er, goldene und silberne Auszeichnungen gäbe es nicht – für niemanden. „Wahrscheinlich ist es eine Frage des Preises“, vermutet er mit einem verschmitzten Lächeln.

Begrüßt wurden die Geehrten und die Gäste der feierlichen Verleihung zunächst vom Gesangverein Frohsinn. „Wir grüßen euch alle mit fröhlichem Klang, lasst Freunde uns bleiben in Wort und Gesang“, tönte es durch das Theaterfoyer. Passender hätte der Text kaum sein können denn schließlich wurden Bürger geehrt, die sich in besonderer Weise ehrenamtlich in den kulturellen Vereinen der Stadt engagiert hatten. Und das mit einer enormen Bandbreite. Vom CompUser Club Mainspitze, über den Fastnachtsverein Schwarze Elf und den Gesangverein Frohsinn bis hin zum Brauchtumsverein „Mir Haßlicher“ reichen die Tätigkeitsfelder der sechs Ausgezeichneten.

Die große Zahl erkläre sich damit, dass im letzten Jahr aufgrund der Haushaltssperre keine Ehrung möglich war. „Das ist meine längste Rede des Jahres“, stimmt Grieser die Zuhörer launig auf einen längeren Vortrag ein. Dennoch kamen seine kurzen Portraits der sechs Geehrten recht kurzweilig daher. Dass auch das Ehrenamt mit der Zeit geht, dafür spricht, dass zwei Mitglieder des CompUser Clubs Mainspitze dazu gehören.

Rico Bozenhard begann sein dortiges Engagement zu einer Zeit – im Jahr 1989 – als der Zugang zum Internet noch längst nicht überall verfügbar war. Die Erwähnung der damals so beliebten LAN-Partys sorgt für Lacher im Publikum und macht klar, wie rasend schnell sich die Digitalisierung vollzogen habe. Alice Krauß stieß etwas später zu den Computer-Fans. Ganz uneigennützig, denn der Sohn hatte sich einen PC gewünscht. Dass sie heute auf 20 Jahre Vorstandstätigkeit zurückblicken kann, hätte sie sicher nicht geahnt.

Vom Gesangverein Frohsinn erhalten Adelheid Kolb und Helga Steinhilper eine Verdienstplakette. Kolb für ihre Tätigkeit als Notenwartin der Sänger und Verteilerin der Vereinszeitung. Steinhilper habe sich besonders für die Theatergruppe des Chores engagiert, sei es als Souffleuse oder als Regieassistentin. Des weiteren wurde Friedel Roosen für seinen langjährigen Einsatz bei den „Mir Haßlischern“ ausgezeichnet. Seit der Gründung vor 23 Jahren ist er deren Vorsitzender und hat den Verein zu einem kulturellen Mittelpunkt des Stadtteils mit entwickelt. Ursula Metz ist die sechste im Bunde und ihre Passion ist die Fastnacht. Im Verein Club Schwarze Elf hat sie als Geschäftsführerin und Pressesprecherin die Geschicke über viele Jahre mit geleitet. Auch die Wiederbelebung des Männerballetts im Jahr 1979 hat Metz mit initiiert.

Neben der großen Plakette in einer Schatulle erhielt jeder Preisträger einen üppigen Blumenstrauß und eine Flasche Rüsselsheimer Riesling. Letzterer wurde vom Stadtverband der kulturellen Vereine gespendet und überreicht von dessen Vorsitzender Sabine Schaplowski. Dass es die letzte Verleihung in dieser Form ist, kündigt Grieser in seiner Ansprache an. In Kürze werde sich der Verband der kulturellen Vereine mit dem Verband der interkulturellen Vereine zusammenschließen und fortan gemeinsam die Preisträger aus den Reihen beider Verbände auswählen. Das bedeutet für die Zukunft 65 Vereine mit 6500 Mitgliedern statt der bisherigen 52 mit 5500 Mitgliedern.

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