Ehemaliges Karstadt-Areal

So schön soll die neue Rüsselsheimer Mitte werden

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Zeitgenössisches Bauen mit Stadtreparatur verbinden – eine Gratwanderung für die Planer des ehemaligen Karstadt-Areals. Die Aufgabe scheint wie geschaffen für das Frankfurter Büro "Raumwerk", das sich mit seinem Entwurf im Wettbewerb – neben einem anderen Vorschlag – durchgesetzt hat. Wir stellen die wichtigsten Punkte des Entwurfs vor.

Rüsselsheim - Der Countdown läuft im Hinblick auf eine Entscheidung für die Neubebauung des Areals am Friedensplatz/Ecke Frankfurter Straße. Bis April will man sich bei der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Gewobau festlegen, welcher Entwurf am Ende der bessere ist, um den repräsentativen Eingang zur Innenstadt angemessen zu gestalten.

Zeitgenössisches Bauen mit Stadtreparatur verbinden – eine Gratwanderung für die Planer des ehemaligen Karstadt-Areals.

Einer der beiden zur Wahl stehenden Entwürfe stammt aus dem Frankfurter Architekturbüro „Raumwerk“. Zum Portfolio des im Jahr 2000 gegründeten Unternehmen gehören viele nationale und internationale Projekte, bei denen oftmals nicht nur die klassische Gebäudearchitektur im Vordergrund stand, sondern gleichzeitig auch immer wieder stadtplanerisch gearbeitet wurde. So etwa bei dem ebenfalls mit einem ersten Preis ausgezeichneten Entwurf für den Hauptbahnhof Nord in Dortmund, wo mit der Bahnhofshalle gleichzeitig eine großzügige öffentliche Grünfläche vorgeschlagen wurde. 

Immer ein Mehrwert

Es gehört zur selbsterklärten Maxime der „Raumwerk“-Architekten um das Gründer-Trio aus Sonja Moers, Jon Prengel und Thorsten Wagner, dass in die Idee für ein Gebäude immer auch ein gestalterischer Mehrwert einbezogen wird, der die Lebensqualität für die Bewohner noch einmal spürbar hebt. 

Zeitgenössisches Bauen mit Stadtreparatur verbinden – eine Gratwanderung für die Planer des ehemaligen Karstadt-Areals.

Wie werden Rückzugsorte, Freiräume oder grüne Flächen in einem ohnehin begrenzten Raum innerhalb schon gewachsener urbaner Strukturen geschaffen, lautet eine der wiederkehrenden Fragen in der Arbeit der Frankfurter. 

Café und Dachgarten auf dem alten Karstadt-Areal in der Rüsselsheimer Mitte

So auch im Fall für das ehemalige Karstadt-Areal in Rüsselsheims Mitte. Der Gebäude-Komplex soll nach dem Willen von „Raumwerk“ mehr als nur seine Funktion als Wohn- und Geschäftsraum erfüllen, vielmehr der Auftakt für eine zukünftige Neugestaltung des gesamten Löwencarrées sein, beginnend mit der Schaffung eines Innenhofbereichs auf der Rückseite der Gebäude, der sowohl Privatsphäre als auch gemeinschaftliches Wohnen ermöglichen soll.

Zeitgenössisches Bauen mit Stadtreparatur verbinden – eine Gratwanderung für die Planer des ehemaligen Karstadt-Areals.

Akzentuiert wird der Innenhof durch ein dreigeschossiges Gebäude, das wie ein Riegel den privaten vom öffentlichen Raum trennt, gleichzeitig nach den Vorstellungen der Architekten Ort für ein Nachbarschaftscafé sowie für einen Dachgarten sein könnte. 

Ehemaliges Karstadt-Areal: Überdachte Fahrrad-Parkplätze im Hof

Zum Hof gehören aber auch außenliegende, überdachte Fahrradabstellplätze, daneben viel Grün auf den verschiedenen Ebenen, die den Innenhof vertikal gliedern. Ebenerdig ist Raum für einen Spielplatz, weiter oben schlängeln sich Laubengänge, über die die Wohnungen rückwärtig zugänglich sind, während die Haupteingänge zu den einzelnen Gebäudeteilen zur Frankfurter Straße und zur Löwenstraße hin liegen. Viel natürliches Licht soll die einzelnen Wohnungen fluten, von denen fast alle Fenster zur Nord-, aber auch zur Südseite haben.

Zeitgenössisches Bauen mit Stadtreparatur verbinden – eine Gratwanderung für die Planer des ehemaligen Karstadt-Areals.

So aufgelockert der Innenhof, so ruhig gestaltet ist die Außenfassade zur Löwenstraße, dort, wo das Bürgerbüro untergebracht werden soll, aber auch zur Frankfurter Straße und zum Friedensplatz mit seinem markanten sechsgeschossigen Eckgebäude hin.

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