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Das Terminal 3 am Flughafen Frankfurt wird voraussichtlich nicht nur den Flugverkehr, sondern auch den Individualverkehr in der Region erhöhen.

Sorgen in Mörfelden-Walldorf

Terminal 3 am Frankfurter Flughafen: Parken die Passagiere dann alles zu?

Das Terminal 3 wird voraussichtlich nicht nur den Flug-, sondern auch den Individualverkehr in der Region erhöhen. Das Stadtparlament hat den Magistrat beauftragt, hierzu Untersuchungen vorzunehmen.

Mörfelden-Walldorf - Noch sind die Folgen unklar, die das Terminal 3 am Frankfurter Flughafen für den Individualverkehr in Mörfelden-Walldorf haben wird. Die hessischen Regierungsparteien CDU und Grüne haben in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart, den direkten Anschluss der S7 an das Terminal 3 zu unterstützen. 

Zur Verkehrssituation nach Inbetriebnahme des Terminal 3 hatte die Mörfelden-Walldorfer Regierungskoalition aus SPD, Freien Wählern (FW) und FDP einen Antrag in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung gestellt: Der Magistrat soll die Folgen auf den Individualverkehr in Mörfelden-Walldorf prüfen und gegebenenfalls ein Handlungskonzept erstellen. Zudem beantragte die Koalition, dass der Magistrat untersuchen soll, welche Folgen eine direkte S-Bahn-Verbindung von Mörfelden-Walldorf zum neuen Terminal 3 auf den Individualverkehr im Ort hat. Auch hier soll bei Bedarf ein Handlungskonzept erstellt werden.

Frankfurt Flughafen: Terminal 3 bringt mehr Individualverkehr

Laut Koalitionsantrag könnte eine attraktive ÖPNV-Anbindung den Individualverkehr durch Berufspendler und Reisende in Richtung Terminal 3 nennenswert reduzieren. Die Koalition befürchtet aber, dass viele Reisende in Mörfelden-Walldorf parken und mit der S-Bahn innerhalb weniger Minuten ohne Umsteigen zum Terminal 3 fahren. Die Folgen könnten ein deutlich steigender Verkehr und eine zunehmende Parkplatzproblematik rund um die beiden Bahnhöfe der Doppelstadt sein.

Im Stadtparlament wurde der Antrag von den Fraktionsvorsitzenden Joachim Rommel (FW) und Alexander Best (SPD) für die Koalition begründet. Beide Redner konnten hierbei an die bereits schriftlich verfasste Antragsbegründung der Koalition anknüpfen. Andrea Winkler (Grüne) kündigte die Zustimmung ihrer Fraktion an. Die Grünen lehnen das Terminal 3 strikt ab. Mörfelden-Walldorf müsse sich aber auf die zu erwartenden negativen Folgen vorbereiten. Daher sei der Antrag sinnvoll.

Frankfurt Flughafen: Parken Passagiere vom Terminal 3 dann alles zu?

Für die DKP/Linke Liste (LL) kündigte deren Fraktionsvorsitzender Gerd Schulmeyer die Enthaltung seiner Fraktion an. Die DKP/LL sei natürlich auch dafür, dass es in Mörfelden-Walldorf kein zusätzliches Verkehrsaufkommen durch das Terminal 3 gebe. Dem Antrag fehle aber jede kritische Auseinandersetzung mit der Fraport. Das Terminal 3 werde nicht nur zusätzlichen Flug- und Zubringerverkehr und damit auch weiteren Lärm und Abgase verursachen

Ferner werde für die ÖPNV-Verbindung mit Geld aus öffentlicher Hand auch Bannwald abgeholzt. Diese der DKP/LL wichtigen Punkte würden im Antrag aber nicht angesprochen. Bei Enthaltung der DKP/LL wurde der Koalitionsantrag einstimmig, auch mit den Stimmen von CDU und Grünen, angenommen.

VON ALEXANDER KOCH

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