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Putzmunter macht so ein Fuchs fast einen niedlichen Eindruck. Den Anblick des am Baum aufgehängten Kadavers ersparen wir Ihnen.

Hitzige Diskussion

Frau veröffentlicht Foto von aufgehängtem Fuchs im Internet - das sorgt für Aufruhr in den sozialen Netzwerken

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Eine Frau findet einen toten Fuchs, der an einem Baum aufgehängt wurde. Als sie ein Bild davon im Internet veröffentlicht, beginnt eine hitzige Diskussion. Doch der zuständigen Behörde zufolge soll zumindest rein rechtlich alles in Ordnung sein.

Bauschheim - Wenn Claudia Ward mit ihrer Hündin Gassi geht, ist sie gerne „etwas abseits“ unterwegs. So gehen die beiden, wie sie erzählt, am vergangenen Donnerstagvormittag zwischen Astheimer Römerhof und Wasserwerk Schönau bei Bauschheim spazieren. Unmittelbar neben dem Hochsitz eines Jägers macht Ward dann eine „grausige Entdeckung“.

Sie sieht einen toten Fuchs, der mit den Hinterläufen an einem Baum aufgehängt wurde. „Die Kehle war durch und Blut tropfte herunter“, schildert Ward den Zustand, in dem sich der Kadaver befand. Daraufhin bricht sie den Ast ab, an dem der Fuchs hing, und legt das tote Tier auf die Seite.

Anschließend informiert Ward die Stadtpolizei ihrer nahe gelegenen Heimatstadt Ginsheim-Gustavsburg. Diese wiederum schaltet die zuständige Jagdbehörde des Kreises Groß-Gerau ein.

Zum Kühlen am Baum

Die Verantwortlichen dort haben nun allerdings festgestellt, wie Kreis-Pressesprecherin Angelica Taubel auf Nachfrage dieser Zeitung mitteilt, dass das Tier „waidgerecht“ zur Strecke gebracht worden sei. Der Jäger, der das Tier erlegte, habe den Kadaver zum Kühlen am Baum aufgehängt.

In diesem Zusammenhang weist Taubel daraufhin, dass Füchse aktuell noch bis Ende Februar gejagt werden dürfen. Erst dann setzt eine Schonzeit bis Mitte August ein, da Füchse in dieser Zeit ihre Jungtiere aufziehen.

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Doch warum musste der Fuchs zum Kühlen am Baum hängen? Wolfgang Hedderich, Leiter der Hegegemeinschaft Rheinauen, kennt die Antwort. Ihm zufolge soll das Fell des Tieres zur Verarbeitung an eine Sammelstelle gehen. Für den Transport müsse der Fuchs eingefroren werden.

Dabei sei es von Vorteil, wenn der Kadaver zuvor heruntergekühlt werde. Der Jäger, der das Tier erst in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag erlegt habe, habe sich korrekt verhalten. So sei der Fuchs abseits des Weges einige Meter im Wald aufgehängt worden und sei – kurz nach dem er von Claudia Ward gefunden wurde – abgeholt worden. „Nicht jedem ist es heute gegeben, zu Hause eine Kühlmöglichkeit zu haben“, nimmt Hedderich den Jäger in Schutz.

Jagd verteidigt

Und auch die Fuchsjagd an sich verteidigt Hedderich. So handele es sich beim Fuchs um das hierzulande am meisten verbreitete Raubtier, dessen Bestand „extrem hoch“ sei und das viele andere Tiere bedrohe.

Dass am Aufhängen des Fuchses zumindest aus rein rechtlicher Sicht wohl nichts auszusetzen ist, hält viele Nutzer der Internetplattform Facebook nicht davon ab, ihrem Ärger über den Vorgang in Bauschheim freien Lauf. Denn in der dortigen Gruppe „Ginsheim-Gustavsburg“ veröffentlichte Claudia Ward ein Foto des toten Tieres (Diese Zeitung hat sich aus Gründen der Pietät bewusst dagegen entschieden und stattdessen auf ein Symbolbild zurückgegriffen.).

Der Tenor unter den Kommentaren ist eindeutig. „Bin entsetzt und sauer zugleich“, schreibt eine Nutzerin. „Was es doch für eklige, böse Menschen auf der Welt gibt“, meldet sich eine andere zu Wort. Besonders drastisch ist der Kommentar einer weiteren Nutzerin. Sie hat ein Bild eines Galgenstricks gepostet, versehen mit den Worten: „Das perfekte Halsband für alle Tierquäler und Tiermörder“.

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