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Ganztagskonzept soll kommen, der Gestank gehen

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Von: Sven Westbrock

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Die Gustav-Brunner-Schule ist in diesem Jahr 50 Jahre alt geworden. Der Zahn der Zeit hat an ihr dementsprechend genagt. Vor allem die Sanitäranlagen sind marode. Jetzt soll saniert und ausgebaut werden, damit es dort ganztägig inklusiven Unterricht geben kann.

Der Geruch, ja man muss eigentlich von Gestank sprechen, ist beißend. Dabei sind die roten Türen der Klos sogar noch geschlossen. Doch im Lauf der Jahre haben sich Unmengen an Urin in Boden und Wänden der Jungen-Toilette der Gustavsburger Gustav-Brunner-Schule festgesetzt. Nebenan, im WC der Mädchen, ist die Situation kaum besser.

50 Jahre ist die Grundschule in diesem Jahr alt geworden. Das letzte Mal saniert wurde Mitte der Neunziger Jahre. Damals ließ man die Toiletten in einem eigenen Gebäude – außerhalb der eigentlichen Klassentrakte. Ein Umstand, der Schulleiterin Rita Barthel zufolge Eltern Sorge bereitet. „Manche haben Angst, dass sich darin jemand verstecken könnte, der den Kindern Schlimmes antun will“, erzählt sie. Allerdings, so versichert Barthel, würden sie und ihre Kollegen schon darauf achten, ob sich Menschen unberechtigt auf dem Schulhof aufhalten. So ärgert sie sich vor allem wegen des Gestanks, der kaum auszuhalten sei.

Einstimmiges Votum

„Wo haben Sie so etwas schon einmal erlebt?“, fragt sie, als sich die Mitglieder des Kreis-Bildungsausschusses am Donnerstag ein Bild von der Situation vor Ort machen. Die schauen sich dort um, weil sie wenige Stunden später darüber beraten, ob die Schule für 9,5 Millionen saniert und ausgebaut werden soll. Und sie soll. Am Ende der Sitzung im Landratsamt sprechen sich die Ausschuss-Mitglieder einstimmig dafür aus. Ein erster Schritt in Richtung neue Toiletten ist damit getan.

Doch nicht nur das. Erhält das Projekt auch den Segen aller anderen zuständigen Gremien, etwa dem Kreistag, dann soll an der Schule bis spätestens 2022 inklusiver Ganztagsunterricht angeboten werden. Momentan verfügt die Schule über keine Gruppenräume oder Differenzierungsbereiche, ohne die inklusiver Unterricht nicht möglich ist.

Vierter Klassenzug

Zudem wird dann an der Schule mit dem Bau von vier neuen Klassenzimmern und vier speziellen Fachräumen Platz für einen vierten Klassenzug geschaffen. Diesen wird es voraussichtlich schon im kommenden Schuljahr geben, wenn die neuen Räume noch längst nicht zur Verfügung stehen.

250 Jungen und Mädchen besuchen die Schule aktuell. In fünf Jahren sind es voraussichtlich schon 340. Mit den Schülern wächst auch der Platzbedarf für Lehrer und Verwaltung. Büros für Ganztagskoordination, Schulsozialarbeit, Beratungsförderkräfte und Besprechungsbereiche müssen her.

Grundstein gelegt

„Ich wünsche mir einfach, dass alle bald genügend Platz haben. Hoffentlich wird der Zeitplan eingehalten“, sagt Barthel ernst und lässt den Blick über den Schulhof gleiten. Kurz darauf legen die Politiker im Kreis-Bildungsausschuss dafür mit ihrer einstimmigen Entscheidung den Grundstein.

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