Dichtes Gedränge rund um die Buden, so kennt man das Altrheinfest. In Zeiten von Corona ist das nicht möglich, weswegen das Fest jetzt abgesagt wurde. Archivfoto: Ralph Keim
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Dichtes Gedränge rund um die Buden, so kennt man das Altrheinfest. In Zeiten von Corona ist das nicht möglich, weswegen das Fest jetzt abgesagt wurde. Archivfoto: Ralph Keim

Corona und die Folgen

Altrheinfest ist jetzt doch abgesagt

Hygienekonzept macht der SKG einen Strich durch die Rechnung

Erst verschoben und dann doch abgesagt - auch 2021 wird es kein Altrheinfest geben. Das bestätigt Klaus Metzger, Vorsitzender der das Altrheinfest ausrichtenden Sport- und Kulturgemeinde (SKG). Noch im Frühjahr hatte sich der Festausschuss darauf geeinigt, die Fete vom 17. bis 20. September nachzuholen und erste Absprachen getroffen. Bands und Feuerwerk waren bereits gebucht - wohlwissend, dass das Fest eventuell endgültig abgesagt werden könnte.

Nur ein Drittel der Besucher

Dass der Fall nun tatsächlich eingetreten ist, bedauert Metzger sehr. "Aber unter den aktuellen Auflagen können wir das Fest nicht durchführen", führt er weiter aus. Vor allem das Hygienekonzept habe der SKG einen Strich durch die Rechnung gemacht. Zwar wären nach den derzeit geltenden Bestimmungen 1500 ungeimpfte sowie etliche geimpfte und genesene Besucher erlaubt gewesen, doch für sie hätten nach wie vor die bekannten Abstandsregeln von drei Quadratmetern pro Person gegolten. So hätten auf dem Festgelände gerade einmal 600 bis 800 Besucher Platz gefunden statt der gewohnten 2500.

Ein weiteres Ausschlusskriterium sei die Kontaktnachverfolgung gewesen. "Auf einem offenen Platz ist das nicht möglich", sagt Metzger. Das Festgelände hätte dazu großräumig abgesperrt und die Zugänge kontrolliert werden müssen. "Damit dort keine Warteschlangen entstehen, hätten wir ein Buchungssystem einführen müssen", führt er weiter aus. So wären unterm Strich die Kosten gestiegen bei gleichzeitig weniger zu erwartenden Einnahmen. "Wirtschaftlich ist das nicht tragbar." Eine abgespeckte Version des Altrheinfestes sei für die SKG ebenfalls keine Option gewesen. "Auch das hätte sich nicht gerechnet, da das Unterhaltungsangebot selbst bei geringerem Umfang das gleiche kostet", schränkt Metzger ein und spricht von einer fünfstelligen Summe, die dabei zu Buche schlage.

Der neue Termin steht bereits

Die Absage habe für die SKG kaum finanzielle Folgen. "Außer der ehrenamtlichen Arbeit sind uns keine Kosten entstanden", betont Metzger. Schwieriger sei es vielmehr für die Vereine, die sich am Fest beteiligten. Denen brechen nach 2020 erneut die Umsätze weg. Gleiches gelte für die Schausteller, für die eine Einnahmequelle wegfalle. "Die Vereine sind nicht glücklich mit der Situation, haben die Entscheidung aber mit getragen", so Metzger.

Der Festausschuss lässt sich hingegen von der Situation rund um Corona nicht entmutigen und richtet seinen Blick optimistisch nach vorne. "Wir hoffen, dass man im Winter mit den Entscheidungen zu den Weihnachtsmärkten klarer sieht und Regelungen besser greifen." Die könnten dann vielleicht beim Altrheinfest 2022 zum Tragen kommen. Der Termin dafür steht bereits: Es soll zwischen dem 17. und 20. Juni stattfinden.

Johanna Thaben

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