Otmar Reinheimer engagiert sich seit 30 Jahren als Imker.
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Otmar Reinheimer engagiert sich seit 30 Jahren als Imker.

Natur und Umwelt

Bienen müssen dieses Jahr gefüttert werden - mit Honig

Besuch bei Imker Otmar Reinheimer und seinem Bienenvolk am ASM-Pumpwerk

Was macht eigentlich ein Bienenvolk jetzt in der zweiten Augusthälfte? Und bringen die vermehrt ausgewiesenen Blühstreifen etwas für die Honigproduktion? Diesen und anderen Fragen wollte die SPD Ginsheim-Gustavsburg bei ihrer Sommertour nachgehen. Und wenn sich einer in der Stadt mit Bienen auskennt, dann ist es Otmar Reinheimer. Der Gustavsburger Imker hält unter anderem am ASM-Pumpwerk sechs Bienenvölker.

Bei der Gelegenheit erklärte der 71-Jährige, warum die Apfelernte in der Region in diesem Jahr ziemlich mager ausfällt: "Die frühe Blüte im Frühjahr und die folgende Kälte haben dazu geführt, dass die Blüten weitgehend vertrocknet sind, bevor die Bienen sie bestäuben konnten." Das wiederum habe dazu geführt, dass nicht wenige seiner Kollegen ihre Bienen füttern mussten. "Und zwar mit Honig."

Nicht jede Blüte ist Nahrungsquelle

Vielerorts in Hessen legen die Landwirte und auch die Winzer auf ihren Erdschollen sogenannte Blühstreifen an. Gefördert wird das Programm "Hessen blüht" vom hessischen Umweltministerium. Und wo es schön blüht, sollten doch auch die Bienen ein regelrechtes Schlaraffenland vorfinden. Will man meinen. Doch weit gefehlt, so Otmar Reinheimer. "Längst nicht jede Blüte ist nämlich für Bienen geeignet", informierte Reinheimer die Sozialdemokraten, die sich unter anderem für Urban Gardening einsetzen, also für mehr Grün in kleinen, innerstädtischen Bereichen.

Die Imker sprechen in diesem Zusammenhang von "Bienenweiden", also von Arealen mit Blüten, von denen die Bienen tatsächlich was haben. Die entsprechenden Saatmischungen gebe es problemlos zu kaufen. Vor diesem Hintergrund sehen sich die Imker bereits seit einiger Zeit als Naturschützer. Und solch eine Bienenweide vermisst Reinheimer in Ginsheim-Gustavsburg.

Von dem Fachmann, der seit 30 Jahren als Imker tätig ist, erfuhren die Genossen einiges über die Bienen, beispielsweise über deren Liebesleben, das allerdings reichlich kompliziert daherkommt. Wesentlich einfacher sind diese Fakten: "Ein Volk besteht aus 40 000 bis 50 000 Bienen, die in guten Jahren 25 Kilogramm Honig produzieren. Eine Biene hat einen durchschnittlichen Aktionsradius von drei Kilometern. Sie schwärmt ab 14 Grad Lufttemperatur aus.

Nicht nur für den , Menschen nützlich

Und auch das erläuterte Reinheimer den SPD-Politikern: Die Biene diene nicht nur dem Menschen, der gerne den leckeren Honig genießt und - nach getaner Arbeit der fleißigen Insekten - ebenso gerne Kirschen, Äpfel, Aprikosen und Zwetschgen isst. "Bienen sorgen mit ihrer Bestäubung auch für Nahrung zahlreicher Tiere, die in der Gemarkung leben."

Und dann durften die SPD-Politiker selbst vom frischen Honig direkt aus der Wabe probieren. Von einer Reinheimer-Biene gestochen wurde übrigens keiner, wohl aber von den unzähligen Schnaken. Ralph Keim

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