Will Landrat werden: Thies Puttnins-von Trotha (Dritter von links) zusammen mit MdB Stefan Sauer, der Landtagsabgeordneten Ines Claus (rechts) und Ehefrau Johanna von Trotha (FDP) nach seiner Nominierung durch die CDU. FOTO: red
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Will Landrat werden: Thies Puttnins-von Trotha (Dritter von links) zusammen mit MdB Stefan Sauer, der Landtagsabgeordneten Ines Claus (rechts) und Ehefrau Johanna von Trotha (FDP) nach seiner Nominierung durch die CDU.

Politik

Bürgermeister will Landrat werden

Starke Konkurrenz für den Amtsinhaber Thomas Will: Kreis-CDU nominiert Thies Puttnins-von Trotha für die Landratswahl am 5. Dezember.

Jetzt ist es offiziell: Die Kreis-CDU hat den Ginsheim-Gustavsburger Bürgermeister Thies Puttnins-von Trotha zu ihrem Kandidaten bei der Landratswahl nominiert. Damit tritt der Rathauschef gegen den amtierenden Landrat Thomas Will (SPD) an. Der Urnengang ist bereits für den 5. Dezember terminiert. Die gegebenenfalls notwendige Stichwahl würde dann am 19. Dezember über die Bühne gehen.

Beim Kreisparteitag am Freitagabend in Stockstadt stimmten 85 Delegierte, darunter der CDU-Kreisvorsitzende und hiesige Bundestagsabgeordnete Stefan Sauer, für Thies Puttnins-von Trotha. Enthaltungen gab es keine, allerdings zwei Neinstimmen.

In seiner Rede skizzierte der frisch nominierte Kandidat, der dafür eigens erst vor wenigen Wochen in die CDU eintrat, sein Vorgehen bei einem Wahlsieg. Er werde sich für Änderungen in der Kreis- und Schulumlage einsetzen, außerdem in der Schulpolitik. Ein weiteres wichtiges Thema sei die Zukunft der Kreis-Klinik in Groß-Gerau. "Es war eine sehr kämpferische und überzeugende Rede", kommentierte der Vorsitzende der CDU Ginsheim-Gustavsburg, Franz-Josef Eichhorn, den Auftritt.

Entscheidung langsam gereift

Dass der Ginsheim-Gustavsburger Rathauschef als CDU-Kandidat bei der Landratswahl antritt, mag den einen oder anderen politischen Beobachter überrascht haben. "Ich bin im Laufe der vergangenen Monate öfters darauf angesprochen worden, darunter auch von Stefan Sauer", erläuterte Puttnins-von Trotha seine Entscheidung, gegen den profilierten Amtsinhaber antreten zu wollen.

"Meine Entscheidung ist dann langsam herangereift." Umso mehr freue er sich über die deutliche und breite Unterstützung. Thies Puttnins-von Trotha war bei der Bürgermeisterwahl im Dezember 2015 als Kandidat der CDU angetreten, allerdings offiziell parteilos. In der Stichwahl setzte er sich mit 51,9 Prozent der Wählerstimmen gegen Thorsten Siehr (SPD) durch. Puttnins-von Trotha löste im Juni 2016 Richard von Neumann (SPD) ab, der das Amt 24 Jahre innehatte. Seine Ehefrau Johanna von Trotha sitzt seit 2016 für die FDP in der Ginsheim-Gustavsburger Stadtverordnetenversammlung.

Damit steht jetzt auch offiziell fest, dass Puttnins-von Trotha bei der parallel zur Landratswahl anstehenden Ginsheim-Gustavsburger Bürgermeisterwahl nicht noch einmal antreten wird. "Einen Plan B gibt es nicht", unterstreicht der jetzt scheidende Bürgermeister seine politische Zukunft, die ganz auf das Amt des Landrats ausgerichtet sei.

Thies Puttnins-von Trotha stand vor seiner Wahl zum Bürgermeister in Polizeidiensten und hätte im Falle einer Wahlniederlage ein Anrecht auf eine Rückkehr in seinen alten Beruf. Doch davon geht der CDU-Kandidat freilich nicht aus. "Ich bin angetreten, um zu gewinnen." Zudem erwartet er, dass der Amtsbonus bei Landrat Will, der seit 2010 amtiert, keine besondere Rolle spielen wird.

Er möchte noch etwas bewegen

Ganz gleich, wie die Landratswahl ausgehen wird - Thies Puttnins-von Trotha amtiert offiziell noch bis Mitte Juni 2022 als Ginsheim-Gustavsburger Bürgermeister. Und die aus den USA gebräuchliche Bezeichnung "Lame Duck" (lahme Ente) will Puttnins-von Trotha auf keinen Fall hören. So wird nicht selten ein politischer Amtsinhaber (zum Beispiel der US-Präsident) ab dem Zeitpunkt genannt, wenn offiziell feststeht, dass seine Amtszeit bald und unumkehrbar endet.

"Ich möchte für Ginsheim-Gustavsburg noch einiges bewegen", bekräftigt Puttnins-von Trotha, auch mit Verweis auf den noch immer nicht verabschiedeten Haushalt 2021 und den dann bald schon anstehenden Etat 2022. Auch appelliert Puttnins-von Trotha mit Blick auf die anstehende Bürgermeisterwahl an die Ginsheim-Gustavsburger Politik, die "Lame Duck"-Karte nicht zu spielen.

Bereits im Vorfeld seiner Nominierung hat die CDU verkündet, Matthias Zimmerer aus Gustavsburg als ihren Kandidaten für das Bürgermeisteramt ins Rennen zu schicken. Weitere Kandidaten stehen offiziell noch nicht fest. Kandidaten werden wohl Freie Wähler und SPD schicken. Ralph Keim

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