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In der Straße ?Unter der Ruth? will die Baugenossenschaft 22 neue Wohnungen schaffen.

Vor- und Nachteile der Nachverdichtung

CDU-Fraktion kritisiert Bauvorhaben „Unter der Ruth“ in Ginsheim

Schon vor einigen Monaten stellte die Baugenossenschaft ihr Vorhaben vor, in Ginsheim nachzuverdichten. Im Bauausschuss zeigte sich die CDU skeptisch bis ablehnend, SPD, Freie Wähler und Grüne wollen zustimmen.

22 neue Wohnungen will die Baugenossenschaft in Ginsheim in der Straße „Unter der Ruth“ schaffen. Dazu sollen auf dem weitläufigen Areal für mehr als 6 Millionen Euro drei neue Häuser gebaut werden. Das hat die Baugenossenschaft bereits im Mai der Öffentlichkeit präsentiert.

Die Kritik und die Befürchtungen der Anwohner und auch aus Teilen der Politik ließen allerdings nicht lange auf sich warten. Jetzt liegt das Projekt, das über einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan realisiert werden soll, den politischen Gremien zur abschließenden Beratung vor.

Im Bauausschuss spalteten sich dazu schnell die Lager: Die CDU zeigte sich zumindest skeptisch bis ablehnend. SPD, Freie Wähler und Grüne signalisierten dagegen ihre Zustimmung. „Für uns überwiegen die Vorteile“, führte Heike Pockrandt (Grüne) aus und verwies auf die nicht zu verleugnenden Aspekte wie den Verlust von Grünflächen und die Beeinträchtigung der Frischluftzufuhr, sind die neuen Mehrfamilienhäuser erst einmal gebaut.

Dies brachte auch Rudolf Guthmann (CDU) vor, der dem Projekt allerdings keine Vorteile abgewinnen konnte. Die Nähe der dort verlaufenden Gasleitung sei bei den Plänen nicht ausreichend berücksichtigt worden. Die neuen Häuser würden zudem zu nahe am Spielplatz und den dortigen Gärten stehen. Hier seien Konflikte programmiert. Thorsten Siehr (SPD) warnte davor, mit den Versorgungsleitungen Ängste zu schüren. Die SPD befürworte die Schaffung neuen Wohnraums und werde dem Projekt zustimmen, kündigte er an.

Die Freien Wähler kündigten zwar ebenfalls Zustimmung an, wollen aber zum Thema Stellplätze einen Änderungsantrag einbringen. Bei mehr als 20 geplanten, aber laut städtischer Stellplatzsatzung 33 notwendigen Parkplätzen kritisierte Mario Bach (CDU), dass die geltende Stellplatzsatzung zugunsten des Vorhabens umgangen werde. Dem entgegnete Thorsten Siehr, dass in jedem Bebauungsplan der Schlüssel der Parkplätze individuell ausgewiesen werden könne, die Stellplatzsatzung also nicht automatisch greife.

Um das Bauvorhaben in die Tat umzusetzen, ist auch ein sogenannter Durchführungsvertrag zwischen der Stadt und der Baugenossenschaft notwendig. Dieser ist bereits beurkundet. Sollte die Stadtverordnetenversammlung in der kommenden Woche (die Sitzung findet wegen der Landtagswahl bereits am Mittwoch statt) das Vorhaben dennoch ablehnen, wäre die

Beurkundung hinfällig

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In den bereits Ende der 60er, Anfang der 70er Jahre in der Straße „Unter der Ruth“ gebauten Mehrfamilienhäusern will die Baugenossenschaft die Wohnungen sanieren lassen. Dazu bedarf es jedoch keiner Zustimmung seitens der Politik. Insgesamt will die Baugenossenschaft rund 15 Millionen Euro investieren.

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