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SPD-Fraktionsvorsitzende Melanie Wegling will für den Bundestag kandieren. Dazu muss sie aber erst von ihrer Partei nominiert werden. Foto: Ralph Keim

Politik

Der Bundestag ist ihr Ziel

Melanie Wegling will bei der nächsten Bundestagswahl im Herbst 2021 für die SPD kandidieren. Erste "bundespolitische Luft" hat sie vor elf Jahren bei einem Praktikum beim SPD-Bundestagskandidaten Gerold Reichenbach geschnuppert.

Ginsheim-Gustavsburg -Melanie Wegling, SPD-Fraktionsvorsitzende in der Stadtverordnetenversammlung von Ginsheim-Gustavsburg, zieht es ins politische Berlin. Die 30-Jährige will bei der im Herbst nächsten Jahres anstehenden Bundestagswahl für die SPD kandidieren.

Doch dazu braucht sie erst einmal das Votum der Kreis-SPD. Beim Nominierungsparteitag am morgigen Samstag bewirbt sich auch die 29-jährige Berivan Tayboga aus Kelsterbach um das Direktmandat im hiesigen Wahlkreis. Beide Bewerberinnen haben sich in den vergangenen Wochen bei den SPD-Ortsvereinen vorgestellt und dabei um das Vertrauen der Genossen geworben. Zur Erinnerung: Bei der Bundestagswahl 2017 unterlag beim Kampf um das Direktmandant SPD-Kandidat Jan Deboy seinem CDU-Konkurrenten Stefan Sauer, der im kommenden Jahr erneut antreten wird.

Praktikum bei Gerold Reichenbach

"Ich möchte endlich mehr Bewegung in die Themen Steuergerechtigkeit, Klimaschutz und die Finanzausstattung der Kommunen bringen", erläutert Wegling, die dem sogenannten linken Flügel zuzuordnen ist und die eine Rot-Rot-Grüne Bundesregierung begrüßen würde, die Beweggründe ihrer Kandidatur. Der SPD gehört Melanie Wegling seit 2009 an. Erste "bundespolitische Luft geschnuppert" hat sie vor elf Jahren, als sie beim damaligen SPD-Bundestagskandidaten Gerold Reichenbach ein Praktikum absolvierte.

In Ginsheim-Gustavsburg gehörte Melanie Wegling schnell dem SPD-Vorstand an, wo sie sich zunächst als Jugendbetreuerin und als Pressesprecherin engagierte. Außerdem amtierte sie einige Jahre als Vorsitzende der Jusos Mainspitze. 2011 wurde Melanie Wegling erstmals in die damalige Gemeindevertretung gewählt, seit der Kommunalwahl 2016 bekleidet sie das Amt der Fraktionsvorsitzenden.

Zudem leitet Melanie Wegling als Vorsitzende den Sonderausschuss zum Bau des Bürgerzentrums und der Sport- und Kulturhalle in Gustavsburg. Beruflich ist die 30-Jährige im Marketingbereich des Taunussteiner Wasserfilterherstellers Brita tätig. "Für mich gibt es keine ehrenvollere Tätigkeit als den einer gewählten Vertreterin im Deutschen Bundestag", beschreibt sie ihre Motivation. "In keinem anderen Job kann ich an Entscheidungen mit vergleichbarer Tragweite und Bedeutung mitwirken. Für diese Herausforderung bin ich sehr gut vorbereitet und habe einfach unheimlich große Lust dazu."

Von der Bittstellerin zur Gestalterin

In den Jahren in der Gemeindevertretung beziehungsweise Stadtverordnetenversammlung habe die SPD unzählige Resolutionen verabschiedet, die an die Bundespolitik gerichtet waren. "Darin machten wir auf die strukturelle Unterfinanzierung der Kommunen oder mangelnde Entscheidungskompetenzen hier vor Ort aufmerksam. Ich möchte von der Seite der Bittsteller auf die Gestaltungsseite im Bund wechseln und dazu beitragen, dass Daseinsvorsorge in den Städten und Gemeinden endlich ordentlich betrieben werden kann", unterstreicht Wegling.

Aktuell steht jedoch nicht nur die Nominierung der SPD-Direktkandidatin an. Die SPD Ginsheim-Gustavsburg wird auch ihre Kandidatinnen und Kandidaten für die am 14. März anstehende Kommunalwahl aufstellen. Es gilt als sicher, dass Melanie Wegling auf Listenplatz 1 ins Rennen gehen wird. Ihre Wahl ins nächste Stadtparlament dürfte ebenfalls sicher sein.

Doch wie geht es weiter, wenn sie tatsächlich in den Bundestag gewählt werden würde? "Ich möchte unbedingt in der Stadtverordnetenversammlung bleiben", unterstreicht Melanie Wegling. "Mein Herz schlägt für die Kommunalpolitik und diese Verbindung zu den ganz greifbaren Projekten in meiner Heimatstadt möchte ich nicht missen." Ralph Keim

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