Die überwiegend schnurgerade verlaufende und breite Rheinstraße verleitet Autofahrer mitunter zum Gasgeben. Die SPD fordert daher grundsätzlich Tempo 30. Foto: Ralph Keim
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Die überwiegend schnurgerade verlaufende und breite Rheinstraße verleitet Autofahrer mitunter zum Gasgeben. Die SPD fordert daher grundsätzlich Tempo 30.

Verkehr

Ein Beitrag für mehr Sicherheit

SPD fordert Tempo 30 für die komplette Rheinstraße

Zum Großteil schnurgerade und breit ausgebaut: Keine Frage, die Ginsheimer Rheinstraße verleitet den einen oder anderen Autofahrer, ein Auge zuzudrücken und die vorschriftsmäßige Geschwindigkeit von 50 Kilometer pro Stunde mitunter deutlich zu überschreiten. Das flotte Fahren ist nicht nur ein Vergehen, sondern auch mit mehr Lärm und einem erhöhten Ausstoß an Schadstoffen verbunden. Das ist der SPD ein Dorn im Auge. Per Antrag fordert die Fraktion für die Rheinstraße durchgängig Tempo 30.

Die Verkehrsbelastung dieser Straße habe in den vergangenen Jahren erheblich zugenommen, unter anderem durch den dort ansässigen Lebensmittelmarkt, die neuen Wohngebiete östlich der Rheinstraße und den stärker gewordenen Durchgangsverkehr von und nach Bauschheim, begründen die Sozialdemokraten ihren Antrag, der im Ausschuss auf breite Zustimmung stieß. Die Linke würde auch die K 201 ab der Einmündung in die Rheinstraße bis zum Ortsausgangsschild Richtung Bischofsheim einbinden.

Mainbrücke sperren lassen

Am besonders engen Abschnitt der Rheinstraße im Ortskern gilt bereits Tempo 30. Zu beobachten sei jedoch, dass viele Autofahrer, die Richtung Autobahn unterwegs sind, auf der dann geraden und breiten Strecke viel zu schnell fahren. Dies gefährde die anderen Verkehrsteilnehmer, besonders Radfahrer und Kinder. Tempo 30 würde dem entgegenwirken, verbunden mit einer Verringerung der Lärm- und Schadstoffbelastung. Wegen Beratungsbedarf wurde auf eine Abstimmung verzichtet.

Die CDU will erreichen, dass die von Gustavsburg nach Kostheim führende Mainbrücke für den Schwerlastverkehr gesperrt wird. Da es sich hier um eine übergeordnete Bundesstraße handelt, könnte dies auf keinen Fall die Kommune entscheiden. Daher beschränkt die CDU ihre Forderung auf eine Resolution.

Über diese Resolution werden daher Hessen-Mobil und die politischen Entscheidungsträger in Land und Bund aufgefordert, die Mainbrücke zwischen Kostheim und Gustavsburg für den überörtlichen Schwerlastverkehr sperren zu lassen - am besten durch bauliche Maßnahmen, wenigstens aber über entsprechende Verbotsschilder.

Bürgermeister Thies Puttnins-von Trotha (CDU) begrüßte im Ausschuss den Vorstoß, in den auch der Kostheimer Ortsbeirat eingebunden werden soll. Von den anderen Fraktionen kam keine grundsätzliche Ablehnung, wohl aber die Einschätzung, dass die Resolution wohl überwiegend symbolische Wirkung haben werde. Wegen Beratungsbedarfs wurde ebenfalls auf eine Abstimmung verzichtet.

Grüne wünschen sich Fahrradstraßen

Beratungsbedarf gibt es auch zu einem Prüfantrag der Grünen, ob und wo in beiden Stadtteilen Fahrradstraßen möglich sind. Auf einer Fahrradstraße bewegen sich Radler gleichberechtigt auf Augenhöhe mit den Autos und auch mit den Motorrädern. Auf einer Fahrradstraße gilt grundsätzlich Tempo 30.

Nicht nur Bürgermeister Puttnins-von Trotha verwies auf das Verkehrskonzept für Ginsheim-Gustavsburg, das derzeit noch in Arbeit ist. Auch aus den anderen Fraktionen kam der Hinweis, dass mit der Umsetzung des Konzepts der Prüfantrag der Grünen obsolet sein könnte.

Im Zuge der Diskussionen änderten die Grünen auf Anregung von CDU und SPD ihren Antrag dahingehend ab, dass die Möglichkeit von Fahrradstraßen ausdrücklich im Rahmen des Verkehrs- und Radwegekonzepts geprüft werden soll. Grundsätzlich, so die Grünen in ihrer Begründung, biete eine Fahrradstraße nur Vorteile: Sie erhöhe die Sicherheit, mindere das Unfallrisiko und belasse die Zahl der vor Ort gegebenen Parkplätze. Die Umsetzung sei schnell, einfach und kostengünstig machbar. Ralph Keim

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