Pascal Treber, Reinhold Becker sowie Evelyn und Manfred Treber (v.l.) gehören zum Vorstand des neu gegründeten Vereins "Kunst und Kultur im Lichtspielhaus Ginsheim". Das Vereinslogo hat Ludwig Gützkow entworfen. Foto: daniela hamann
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Pascal Treber, Reinhold Becker sowie Evelyn und Manfred Treber (v.l.) gehören zum Vorstand des neu gegründeten Vereins "Kunst und Kultur im Lichtspielhaus Ginsheim". Das Vereinslogo hat Ludwig Gützkow entworfen.

Kultur

Ein Verein für das Lichtspielhaus

  • VonDr. Daniela Hamann
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Hohe Kosten, die Spenden reichen nicht aus: Die Ginsheimer Familie Treber sucht Unterstützer für ihr frisch renoviertes Kino.

Das Vereinslogo ist ein Eye-Catcher: Mehrere Kreise und Halbkreise weichen von Sicht des Betrachters nach rechts aus. Der erste, fast geschlossene Kreis ist dunkelblau. Auf der rechten Seite hat er einen kleinen roten Kreis. Der nächste Halbkreis ist hellblau, dann kommen grün, rot und gelb. Die Grafik stellt eine Filmspule dar, welche die bunten und vielseitigen Bilder in die Welt herausträgt. Das von dem Künstler Ludwig Gützkow kreierte Vereins-Logo ist ab sofort das Aushängeschild des gerade neu gegründeten Vereins "Kunst und Kultur im Lichtspielhaus Ginsheim." Erster Vorsitzender ist Pascal Treber. Sein Stellvertreter ist der in der Kulturszene bekannte Reinhold Becker. Beisitzerin ist Evelyn Treber, die Mutter von Pascal.

Mit insgesamt neun Personen fand die Gründungsversammlung Corona-konform am 27. März statt. Das Ziel des Vereins ist, dem Lichtspielhaus, das 2016 von der Bischofsheimer Familie Treber gekauft und in mühevoller Kleinarbeit renoviert und wiedereröffnet wurde, finanzielle Stabilität zu verleihen. Der Auslöser für die Neugründung sei natürlich die Corona-Krise gewesen, sagt Evelyn Treber unumwunden.

"Wir hatten die Idee, einen Förderverein für das Lichtspielhaus zu gründen, schon lange", so die Beisitzerin weiter. Doch bisher hätte die Familie - dazu gehören auch Mann Manfred und der zweite Sohn Magnus - eher gezögert. "Wenn man einen Verein gründet, dauern Entscheidungen erfahrungsgemäß viel länger. Denn es gibt viele Meinungen und die gilt es dann unter einen Hut zu bringen." Doch gleichzeitig habe die Familie, die die kulturelle Begegnungsstätte privat und aus eigener Tasche betreibt, in den letzten 12 Monaten der Corona-Krise keinerlei finanzielle Unterstützung erhalten.

"Wir sind durch alle Raster gefallen was die staatlichen Hilfen angeht, weil wir bisher nicht gemeinnützig waren", erklärt Treber. Gleichzeitig mussten jedoch fast alle der für 2020 geplanten Veranstaltungen abgesagt werden. Lediglich im vergangenen Sommer konnte die Familie vier Veranstaltungen mit je fast 50 Personen in ihrem Kinosaal durchführen - der aber für 170 Zuschauer zugelassen ist. Die laufenden Kosten konnten davon nicht getragen werden. Zumal die Familie nach den ersten drei Spielzeiten, aufgrund der hohen Kosten für die Investitionen im Verlauf des Kaufs und der Sanierung, noch immer im Minus stand.

Mitglieder haben Vorteile

"Wir sind nun gerade dabei, den Verein offiziell eintragen zu lassen. Im Anschluss werden wir uns in der Förderlandschaft umsehen und gegebenenfalls Gelder beantragen", sagt Evelyn Treber. Es gebe zwar einige Sponsoren, über die das Team auch sehr glücklich ist, doch die Spenden reichen nicht aus, um das Lichtspielhaus unter den widrigen Umständen der Corona Krise noch lange am Leben zu halten. Über die Mitglieder des Vereins erhofft sich der Vorstand einen weiteren regelmäßigen Zufluss durch Beiträge. Dabei können Interessierte sowohl passiv als auch aktiv Mitglied bei "Kunst und Kultur im Lichtspielhaus Ginsheim" werden.

Aktive Mitglieder werden generell etwas mehr in die Vereinsarbeit eingebunden und erhalten ein Stimmrecht bei Mitgliederversammlungen. Passive Mitglieder bekommen kein Stimmrecht, zahlen eine etwas höheren Beitrag und bekommen dafür im Gegenzug eine kleine Auswahl an Freikarten.

Mit Reinhold Becker als zweitem Vorsitzenden haben die Gründer eine unterhaltungserfahrenen Mitstreiter für den Verein gewonnen. Denn Becker ist als Mitbegründer und Moderator der "Achterbahn" bekannt. 2019, kurz vor Corona sei Becker auf sie zugekommen und habe angeboten, für das Lichtspielhaus ein neues Format zu entwickeln.

So sei "Katz im Sack" entstanden. 2020 sollten die ersten drei Ausgaben davon auf die Bühne gehen. Daraus wurde dann nichts. Doch das Team gibt nicht auf. Am 24. April planen sie den Start des Unterhaltungsprogramms im Lichtspielhaus, eben mit "Katz im Sack" und Reinhold Becker. Bis in den Dezember hinein soll es Lesungen, Konzerte, Filme oder Kabarett geben. Was von dem umfangreichen Programm tatsächlich stattfinden kann, werde die nächste Zeit zeigen, so Evelyn Treber. Ein umfangreiches Hygienekonzept hat die Mannschaft des Lichtspielhauses bereits entwickelt und in der Schublade liegen. Sie selbst stehe auf jeden Fall in den Startlöchern, sagt die Beisitzerin. "Sobald etwas möglich ist, werde ich Flyer mit unserem Programm in der Stadt verteilen, damit die Leute wissen, dass es bei uns etwas Tolles gibt." Daniela Hamann

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