Die Fußballer des VfB Ginsheim wollen sich auf ihrem Areal vergrößern. Foto: Ralph Keim
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Die Fußballer des VfB Ginsheim wollen sich auf ihrem Areal vergrößern.

Vereine

Erst Finanzkrise, dann Corona-Krise

VfB zeigt auf, wie er künftige Herausforderungen meistern will

Mit einem Kassensturz ins Jahr 2020, doch dann kam die Corona-Krise: Der VfB hatte es auch nach den turbulenten Vorstandsneuwahlen, die zu Beginn des Jahres 2020 den Verein vor einen Zerreißprobe gestellt hat, nicht einfach. "Bei dem Kassensturz mussten wir feststellen, dass unsere Rücklagen komplett aufgebraucht waren und dass noch unbezahlte Rechnungen vorlagen", berichtete der seit gut anderthalb Jahren als VfB-Vorsitzender amtierende Manfred Saul zu Beginn der Jahreshauptversammlung.

Corona-bedingt ging diese Jahreshauptversammlung mit einer Verspätung von einem halben Jahr im Ginsheimer Sportpark unter freiem Himmel über die Bühne. Saul sprach von einer weiteren "verheerenden Entwicklung", die den Auswirkungen der Corona-Krise geschuldet gewesen sei, die Mitte März vergangenen Jahres auch beim VfB voll zuschlug: "Wir konnten keine Gastronomie anbieten, es gab nicht mehr die Feste, an denen der VfB beteiligt ist, die Fußballspiele gingen zum Teil ohne Zuschauer über die Bühne. Daher hatten wir in diesen Bereichen keine Einnahmen mehr", skizzierte Saul. Hinzu sei eine Zurückhaltung bei den Sponsoren zu bemerken gewesen.

Förderverein gegründet

Die Herausforderung in dieser Phase habe darin gelegen, für eine stabile Planung zu sorgen: Dankenswerter Weise seien die Seniorentrainer bereit gewesen, einer Reduzierung ihrer Vergütungen zuzustimmen. "Auch alle sonstigen Ausgaben haben wir auf den Prüfstand gestellt, denn bei den Mitgliedsbeiträgen handelte es sich um die einzig sichere Einnahmequelle. Einmalige Einzelspender haben dem Verein glücklicherweise unter die Arme gegriffen." Wie Saul weiterhin berichtete, habe der Verein zudem Bürgen gefunden, die für einen Notfall-Kredit bereitstanden, der letztlich jedoch nicht notwendig war.

Um weitere finanzielle Unterstützung zu finden, sei im Juni ein Förderverein mit Dieter Moritz als Vorsitzender und Jürgen Scheld als zweiter Vorsitzender gegründet worden. Erweitert worden sei der Finanzausschuss, um die Strukturierung der monetären Herausforderungen intern meistern zu können. Immerhin habe es finanzielle Unterstützung durch die Stadt Ginsheim-Gustavsburg und die Volksbank Mainspitze gegeben. "Vom Staat haben wir allerdings nichts zu erwarten gehabt", schloss Saul seinen Rückblick. Insgesamt sei der VfB auf einem guten, was sich auch in einem Slogan spiegelt, Ginsheimer Weg.

Trotz Corona-Pandemie kann der VfB, dessen Erste Mannschaft in der Hessenliga spielt und dort derzeit im unteren Drittel steht, auf eine stabile Mitgliederentwicklung zurückblicken: 677 Mitglieder hatte der VfB zum Ende des Jahres. Nach dem Kassenbericht von Dieter Moritz erfolgte die Entlastung des Vorstands.

"Wir platzen in allen Bereichen aus allen Nähten." Vorsitzender Saul gab auch einen Ausblick auf lang- und mittelfristige Projekte, die der Verein dringend umsetzen müsste. Geplant sei, die Kabinen zu erweitern, unter anderem mit einer Schiedsrichterkabine, die den Namen verdiene, wie der Vorsitzende betonte.

Ebenfalls von Nöten sei ein Mannschaftsbesprechungsraum. Die Trainingsareale bezeichnete Saul als ebenfalls längst nicht mehr ausreichend. "Daher könnte man den Rasenplatz in einen Kunstrasenplatz umwandeln und mit vernünftiger Beleuchtung versehen." Eine ungenutzte Grünfläche sollte endlich für den Verein nutzbar gemacht werden, lautet eine weitere Forderung. Der Vorstand könnte sich hier ein Kleinspielfeld in einer Freilufthalle vorstellen, die man auch an Hobbymannschaften vermieten könnte.

Sportpark optisch aufwerten

Zur optischen Aufwertung des Sportparks könnte man neue Bäume pflanzen. Da die Stadt Eigentümerin des Sportareals ist, kann der VfB nur mit deren Zustimmung beziehungsweise den entsprechenden Beschlüssen der Politik Projekte umsetzen.

Ehrungen gab es während der Jahreshauptversammlung zwar nicht. Allerdings nannte Vorsitzender Saul die langjährigen Mitglieder, die normalerweise geehrt würden: Im Jahr 2020 blickten Edgar Quandt und Wilhelm Reibold auf 50-jährige Mitgliedschaft, Michael Hartmann und Stefan Jünger auf 25-jährige Mitgliedschaft.

In diesem Jahr feiert Peter Rösch 70-jährige Mitgliedschaft. Manfred Büttner, Gisbert Detering, Adam Handler, Karl-Heinz Hübner, Willi Kilian, Klaus Kischner und Rolf Traupel sind seit 60 Jahren VfB-Mitglied, Wolfgang Schierbaum seit 40 Jahren. Ralph Keim

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