Bei der Drive-In-Schnelltest-Aktion sind alle Helfer in Schutzanzüge gekleidet. Foto: Maraike Stich
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Bei der Drive-In-Schnelltest-Aktion sind alle Helfer in Schutzanzüge gekleidet. Foto: Maraike Stich

Corona

Mit dem Auto oder dem Rollator zum Schnelltest

  • vonMareike Stich
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Die Organisation Humanity First bietet einen Drive-In für kostenlose Schnelltests vor dem Rewe-Markt in Ginsheim-Gustavsburg an. Viele Menschen nutzen das Angebot.

Ginsheim-Gustavsburg - Während durch das Seitenfenster eines SUV vom Fahrer des Wagens ein Abstrich genommen wird, erscheint eine ältere Dame. Mit ihrem Rollator ist sie zur Drive-In-Teststation auf dem Parkplatz des Rewe-Markts in Ginsheim-Gustavsburg gekommen. „Ich kann nicht mit dem Auto fahren, ich hoffe das geht auch so“, sagt sie. „Kein Problem, sie haben ja ein Fahrzeug“, erwidert eine Helferin lächelnd, von Kopf bis Fuß in Schutzkleidung. Und da gerade nicht so viel los ist, wird auch bei der Seniorin direkt ein Abstrich gemacht. Ingrid Dietz heißt die Gustavsburgerin, und sie ist mit ihrem Hund Florian unterwegs. Der tapst neugierig herum und passt gut auf sein Frauchen auf.

Dann bekommt Dietz einen Zettel mit einer Nummer ausgehändigt und darf schon wieder weiterziehen. „Ich gehe jetzt erstmal mit Florian eine Runde spazieren“, erklärt sie. In einer halben Stunde soll sie wieder da sein, dann wird sie das Ergebnis erfahren. Die Aktion, von der sie durch einen Flyer in ihrem Briefkasten erfahren habe, sei fantastisch, lobt die Seniorin.

Ginsheim-Gustavsburg: Positive Corona-Tests sofort ans Gesundheitsamt

Die getesteten Autofahrer können auf dem Parkplatz des Lebensmittelmarktes warten. Dort stehen schon mehrere Fahrzeuge, den Zettel mit ihrer Nummer gut sichtbar hinter der Windschutzscheibe. Nach 30 Minuten sollen auch sie ihr Ergebnis bekommen. Seit einer Stunde läuft der Test, rund 50 Personen habe man bisher getestet, berichtet Azaz Ahmed. Der Arzt von der Uniklinik in Heidelberg ist einer von vielen ehrenamtlichen Helfern. 25 sind es insgesamt, sechs davon sind Ärzte. Die seien alle auch Mitglieder der Ahmadiyya-Gemeinde, das sei aber nicht immer so, sagt Ahmed. Humanity First ist eine internationale Hilfsorganisation, die im Jahr 1992 in Großbritannien von der Ahmadiyya Muslim Jamaat als unabhängige NGO gegründet wurde.

Ahmed ist am Sonntag für die Koordination der Abläufe zuständig. Von den Probanden werde beim Abstrich nur der Name notiert. Sollte ein Corona-Test positiv ausfallen werde allerdings gleich der Bogen für das Gesundheitsamt ausgefüllt und der Fall gemeldet, sagt der Arzt. Er freut sich über die gute Resonanz, quer durch alle Bevölkerungsschichten.

Ginsheim-Gustavsburg: Corona-Schnelltests von Ahmadiyya-Gemeinden finanziert

Finanziert werde der Test, der ohne Anmeldung und kostenlos angeboten wird, mit Spendengeld der Ahmadiyya-Gemeinden. „Wegen Corona konnten wir im letzten Jahr viele andere geplante Hilfsaktionen nicht verwirklichen, deshalb haben wir beschlossen, das Geld auf diese Weise einzusetzen“, berichtet Ahmed. Schließlich sei es für Menschen ohne Symptome nach wie vor schwierig, sich testen zu lassen.

Wichtig sei aber, und darauf wiesen die Helfer alle Getesteten hin, daran zu denken, dass das Ergebnis nur eine Momentaufnahme ist. Schon am nächsten Tag könne man sich anstecken. Dennoch hätten viele mit einem negativen Ergebnis ein besseres Gefühl, wenn sie sich zum Beispiel mit einer Person aus einem anderen Haushalt treffen, findet Ahmed. (Mareike Stich)

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