Vor 13 Jahren hat Petra Stüwe ihr Schmucklabel gegründet. Mit einem Teil der Einnahmen unterstützt sie seither verschiedene gemeinnützige Projekte.
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Vor 13 Jahren hat Petra Stüwe ihr Schmucklabel gegründet. Mit einem Teil der Einnahmen unterstützt sie seither verschiedene gemeinnützige Projekte.

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Ginsheim: Schmuck für den guten Zweck

  • VonDr. Daniela Hamann
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Ginsheim: Mit ihren afrikanischen Schmuckstücken unterstützt Petra Stüwe karitative Projekte.

Ginsheim -Petra Stüwe hat sich vor 13 Jahren einen Traum erfüllt. Die gelernte Groß- und Einzelhandelskauffrau hat ihr eigenes Schmucklabel ins Leben gerufen: Pedi Art St heißt es (http://pediartst.com). Stüwe stellt nicht irgendeinen Schmuck her.

Die Ginsheimerin verwendet für ihre kreativen und liebevoll gefertigten Unikate Materialien vom afrikanischen Kontinent, die teilweise mehr als 100 Jahre alt sind. Diese kauft sie bei verschiedenen afrikanischen Händlern in Deutschland. Die antiken Perlen oder die Jahrzehnte alte Knochen, die sie für die Herstellung ihrer phantasievollen Ketten und Armbänder nutzt, in Ländern wie Kenia oder dem Sudan zu kaufen, wäre für sie als weiße Ausländerin viel zu teuer.

Ginsheim: Hilfe für Obdachlose

Einfach nur ihren Schmuck herzustellen und zu verkaufen war für Petra Stüwe jedoch nie genug. Sie wollte mit ihrem Hobby, das sie zum Beruf gemacht hat, auch Gutes tun. So begann sie 2011 mit einem Teil ihres Erlöses aus dem Schmuckvertrieb ein gemeinnütziges Projekt in Afrika zu unterstützen. Zunächst half sie dabei, Schulessen in einer Bildungseinrichtung im Westen Kenias zu finanzieren. Dann steuerte sie Geld zum Kauf eines Schulautos bei.

Schließlich half Stüwe auch bei der Organisation und Finanzierung der Behandlung eines kleinen Jungen, der aufgrund einer massiven Fußfehlstellung kaum laufen konnte. "Erst wurde der eine Fuß operiert und ein paar Monate später der andere. Das war schon toll, als mir die Fotos geschickt wurden und Joshua Ojambo - so heißt der Junge - immer besser laufen konnte. Heute ist er 17 Jahre alt und kann sogar Fußball spielen", berichtet Petra Stüwe und ihre Augen leuchten dabei auf.

Zusätzlich zu den Einnahmen, die sie durch den Verkauf ihres Schmucks erzielt und von denen sie einen Teil in das Charity-Projekt einfließen lässt, hat die Kunsthandwerkerin zudem unermüdlich spenden für einzelnen Projekte gesammelt.

2019 hat sie sich dann durch Zufall in die Heimat orientiert und spontan beschlossen ein Projekt für Obdachlose in Berlin zu unterstützen. Wieder beginnen die Augen der Ginsheimerin zu leuchten, als sie berichtet: "Es geht dabei um eine Bahnhofsmission am Bahnhof Zoo. Obdachlose haben oft über Wochen nicht die Möglichkeit, sich hygienisch zu pflegen oder die Haare schneiden zu lassen. In dem Hygienecenter bekommen Obdachlose frische Unterwäsche, Duschgel, ein Handtuch; sie können sich duschen und die Haare schneiden lassen. Das unterstütze ich."

Dabei geht es Petra Stüwe aktuell gerade mit ihrem Schmucklabel gar nicht gut. Da sie eine Ware anbietet, die die Menschen berühren und anprobieren möchten, läuft der Online-Verkauf kaum. Normalerweise geht die Kunsthandwerkerin mit ihren Kreationen in Reha-Kliniken oder auf Märkte. Aktuell ist nichts davon möglich.

Ginsheim: Sortiment erweitert

In ihrer Not hat sich Stüwe etwas Neues einfallen lassen und stellt nun - an ihrem Heimatort Ginsheim orientiert - personalisierbare und gravierte Schlüsselanhänger aus festem Schiffstau und versilbertem Metall her. Es gibt sie zum Beispiel mit einem Anker oder dem Stadtwappen auf dem metallenen Element, aber auch ganz individuell nach Kundenwunsch mit einem Laser eingravierten Motiven.

Selbst nach dem Verkauf der Schlüsselanhänger und obwohl ihr Label momentan kaum Umsätze erzielt, behält Petra Stüwe nicht den ganzen Kaufpreis für sich. Sie spendet immer noch etwas Geld an ihr neustes Charity-Projekt in Berlin. "Es gibt immer noch Menschen, denen es viel schlechter geht, als mir", sagt die Kunsthandwerkerin einfach. Von Daniela Hamann

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