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Großes Polizeiaufgebot: An der Kreuzung Auf der Mainspitze / Bundesstraße 43 kontrollierten die Beamten das Verhalten der irischen Landfahrer, als diese vor zwei Jahren auf der Ochsenwiese campierten.

Nach Ärger vergangener Jahre

Hochheim wappnet sich für irische Landfahrer - Sonderrufnummer ab 30. Juli

Die Mainspitz-Stadt sieht sich gewappnet. Die Absperrungen stehen, eine Sonderrufnummer ist eingerichtet, die Kommunen sind vernetzt.

haben sich einige hessische Städte nun vorbereitet, so auch Ginsheim-Gustavsburg. Hier hatte ein nicht angemeldetes Camp der Traveller vor zwei Jahren für massive Beschwerden von Anwohnern gesorgt. Dabei ging es um Müll, Lärm, Streitigkeiten, Diebstähle und Sachbeschädigung, eine Tankstelle wurde zudem geplündert. Vier Tage lang hatten die irischen Landfahrer die Ochsenwiese und den Burgpark belagert, zurück ließen sie Abfall und schockierte Anwohner. Zahlreiche Gemeindemitarbeiter und Freiwillige räumten danach auf. Deutschlandweit wurde über die umherziehende Gruppe berichtet.

Die Stadtverwaltung trifft nun Vorsichtsmaßnahmen, um zu verhindern, dass sich erneut irische Landfahrer auf öffentlichen Plätzen der Stadt Ginsheim-Gustavsburg zum Campieren niederlassen. Dazu gehörte in den vergangenen Jahren das Aufstellen von Containern und Schranken, um die Zufahrten zu großen Arealen wie Parkanlagen und Parkplätzen zu verhindern. Freie Rasenflächen wurden mit Findlingen umfriedet. Im September 2017 hatten die Stadtverordneten zudem die „Gefahrenabwehrverordnung über die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung in der Stadt Ginsheim-Gustavsburg“ überarbeitet und angepasst. Sie verbietet das wilde Campen auf öffentlichen Flächen, beispielsweise auf der Ochsenwiese.

Neu ist die Einrichtung einer Sonderrufnummer. Sie wird vom 30. Juli bis 17. August freigeschaltet. Mit der Nummer (0 61 44) 20-444 erreichen Bürger auf direktem Weg den Bürgermeister, Thies Puttnins-von Trotha (parteilos), und können so unmittelbar über mögliche Beobachtungen informieren, teilt die Stadt mit.

„Unsere Stadtverwaltung geht mit dem Thema sehr sensibel um und ist für den Fall gut vorbereitet, dass die Landfahrer nochmals versuchen sollten, unsere Flächen zu belagern“, sagte Thies Puttnins-von Trotha. Dazu sei ein enger Kontakt zur Bevölkerung wichtig, denn die städtischen Mitarbeiter könnten nicht überall zur gleichen Zeit sein. Auch wenn die Stadt bereits im letzten Jahr in bauliche Maßnahmen zum Schutz einzelner Plätze investiert habe, gebe es keine hundertprozentige Sicherheit. „Deshalb sind wir auf die Aufmerksamkeit der Bürgerinnen und Bürger verstärkt angewiesen“, so der Bürgermeister. Jedem Hinweis werde er sorgsam nachgehen, verspricht er.

Die Stadt habe aufgrund der bisherigen Erfahrungen ein dichtes Kommunikationsnetz aufgebaut. Zu diesem Netz gehöre in erster Linie die Polizei. Mit ihr stehe der Bürgermeister in ständigem Austausch. Maßgeblich seien aber auch die Verbindungen zu den anderen Kommunen im Kreis sowie zu allen Nachbarkommunen wie Bischofsheim und Rüsselsheim. Hier bestünden ebenfalls regelmäßige Kontakte, so die Stadtverwaltung.

Zusammen mit der Stadt Hochheim hat Ginsheim-Gustavsburg darüber hinaus einen Streifendienst eingerichtet. „Die Polizisten werden schon drei Wochen vor Mariä Himmelfahrt gemeinsam Streife fahren und die öffentlichen

Flächen kontrollieren

“, sagt Puttnins-von Trotha. Sollten sich neue Entwicklungen in Bezug auf die irischen Landfahrer ergeben, werde die Stadtverwaltung die Bevölkerung über die Presse sowie über ihre Homepage und Facebook-Seite informieren.

Die irischen Landfahrer halten sich gerne im Rhein-Main-Gebiet auf. Im vergangenen Jahr hatten sie sich bei Eppstein niedergelassen, dort war der Besuch friedlich abgelaufen. Zwei Jahre zuvor lagerten die Traveller in der Maaraue bei Kostheim. Damals hatte es viel Aufregung gegeben, weil sich rund 200 Menschen aus Irland zeitweise in dem Landschaftsschutzgebiet auf der Mainspitze niedergelassen hatten. Grund für die jährlichen Besuche ist der katholische Feiertag Mariä Himmelfahrt, an dem die Traveller verreisen und an Gottesdiensten in der jeweiligen Region teilnehmen. dit/red

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