Hier soll die neue Sport- und Kulturhalle entstehen. Wegen möglicher archäologischer Artefakte im Boden muss die Stadt ein Gutachten erstellen lassen.
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Hier soll die neue Sport- und Kulturhalle entstehen. Wegen möglicher archäologischer Artefakte im Boden muss die Stadt ein Gutachten erstellen lassen.

Bauen

Im Boden schlummern vielleicht alte Schätze

Archäologische Funde könnte den Bau der neuen Sport- und Kulturhalle verzögern. Ein Gutachten soll Klarheit bringen.

Gustavsburg -Wenn am morgigen Donnerstag erstmals in diesem Jahr der Sonderausschuss zum Bürgerzentrum sowie zur Sport- und Kulturhalle tagt, müssen sich die Fraktionen und die im Ausschuss vertretenen Vereine mit einer Vorlage auseinandersetzen, die ihnen nicht schmecken dürfte. Denn zu der hinter dem TIGZ geplanten Sport- und Kulturhalle hat es Entwicklungen gegeben, die das Vorhaben zusätzlich zu der durch die Kommunalwahl bedingten Zwangspause verzögern könnten.

Während der Offenlage zum notwendigen Bebauungsplans "Am TIGZ" habe das Landesamt für Denkmalpflege ein archäologisches Gutachten angefordert, heißt es in der Vorlage. Das Landesamt schließt nicht aus, dass im Boden archäologisch wertvolle Hinterlassenschaften früherer Generationen wie Siedlungsreste oder sonstige Bodendenkmäler aus der Zeit der Festung Gustavsburg schlummern könnten.

Vermutlich zu wenige Parkplätze

Die Stadtverwaltung habe dazu bereits mit drei Gutachtern Kontakt aufgenommen und Angebote angefordert. Ein Gutachter habe allerdings schon jetzt aus zeitlichen Gründen abgesagt. Zu den beiden anderen Anfragen stünden die Rückmeldungen noch aus. Eine konkrete Zeitspanne für die Bodenuntersuchungen könne daher noch nicht benannt oder abgeschätzt werden, ebenso die damit verbundenen Kosten.

Aber es geht nicht nur um das, was metertief im Boden schlummern könnte, sondern auch um das, was sich oben nach Inbetriebnahme der Halle abspielen könnte: Hessen-Mobil habe um geeignete Verkehrszahlen und um eine Erläuterung der geplanten Abwicklung des mit der Halle wahrscheinlich verbundenen Verkehrsaufkommens gebeten. Darüber hinaus habe Hessen-Mobil klargestellt, dass sämtliche Kosten für notwendige Maßnahmen im Verkehr zulasten des Antragstellers beziehungsweise der Stadt fallen, sollte es im Bereich der Einmündung Landdammstraße/Ginsheimer Straße auffällig oft zu Unfällen kommen.

Hinzu komme, dass seitens des TIGZ erhebliche Bedenken zu der geringen Zahl der zur Verfügung stehenden Parkplätze für die Sport- und Kulturhalle geäußert worden seien. Es sei in diesem Fall nochmals darauf hingewiesen worden, dass die Parkplätze auf dem TIGZ-Gelände bei Veranstaltungen in der Sport- und Kulturhalle nicht zur Verfügung stehen. Sie seien an die rund 60 im TIGZ ansässigen Unternehmen mit ihren rund 200 Arbeitsplätzen vermietet. Kritisiert werde ebenfalls die völlig ungeregelte Verkehrssituation der Zu- und Abfahrten.

Beschluss wohl erst im Sommer

Zur Klärung der Verkehrsfragen soll daher eine Verkehrsprognose beziehungsweise ebenfalls ein Gutachten erstellt werden. Dies führe dazu, dass der wichtige Satzungsbeschluss zum Bebauungsplan frühestens in der Sitzungsrunde nach der am 14. März anstehenden Kommunalwahl beziehungsweise erst nach der Konstituierung der neuen Stadtverordnetenversammlung gefasst werden könne. Dies sei mit dem Land Hessen bereits abgestimmt und werde von Landesseite befürwortet.

Die konstituierende Sitzung der neu gewählten Stadtverordneten ist für den 22. April vorgesehen. Die neue Stadtverordnetenversammlung muss dann unter anderem auch den Sonderausschuss neu auf den Weg bringen, was lediglich eine Formsache sein sollte. Die erste reguläre Sitzung der Stadtverordnetenversammlung ist am 2. Juni terminiert. Mögliche Hoffnungen, dass für die geplante Sport- und Kulturhalle die Bagger noch vor der Sommerpause anrollen, haben damit einen Dämpfer erhalten. So zumindest wertet es Daniel Martin, Vorsitzender des Vereinsdachverbands SKB, der bei der Ausschusssitzung zu diesem Thema explizit nachhaken will.

Die Sitzung des Sonderausschusses beginnt am morgigen Donnerstag, 19.30 Uhr. Corona-bedingt findet die Sitzung als Video- beziehungsweise Telefonkonferenz statt, an der allerdings auch Bürger teilnehmen können. Weitere Informationen unter www.gigu.de. Ralph Keim

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