Die neue Halle soll hinter dem TIGZ in Gustavsburg erbaut werden. Foto: Fnp Archiv
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Die neue Halle soll hinter dem TIGZ in Gustavsburg erbaut werden.

Bauen

Kosten sind erheblich gestiegen

Sonderausschuss nennt aktuelle Zahlen für die Gustavsburger Sport- und Kulturhalle

Im Herbst könnte der Bau der neuen Sport- und Kulturhalle beginnen. Das teilten Alexander von Armin und Susanne Seitz von der Frankfurter Firma WPV während der konstituierenden Sitzung des Sonderausschusses Bürgerzentrum/Sport- und Kulturhalle am Donnerstagabend mit. Bis Ende 2021 soll die neue Halle hinter dem TIGZ in Gustavsburg dann stehen. WPV ist mit der Baubetreuung des Projekts betraut.

Soweit die guten Nachrichten. Die weniger guten: Aktuell liegen die Kosten bei rund 4,91 Millionen Euro. Allerdings rechnet die Stadt mit öffentlichen Zuschüssen.

Eine ursprüngliche Kostenschätzung von vor etwa einem Jahr lag noch bei 3,41 Millionen Euro. Damals war jedoch noch von einer "einfachen Halle" die Rede. "Inzwischen reden wir ja von einem Gebäude mittleren Standards", erläuterte Susanne Seitz.

Dass sich die Kosten erhöht haben, sei in solch einem Verfahren nicht außergewöhnlich, führte WPV-Gesellschafter Alexander von Arnim aus. Er versprach, dass sich WPV einen leistungsfähigen Partner suchen werde, der die Halle schlüsselfertig zum vereinbarten Zeitpunkt übergeben werde.

Möglich wäre die Rückkehr zu einer schlichten Halle, verbunden mit der "Zugabe" von einzelnen Wünschen in Form einer Optionsliste, deren Kosten dann einzeln ermittelt werden, schlug von Arnim vor. Besonders der noch geplante Passivhausstandard schlage erheblich zu Buche und treibe die Kosten um rund 15 Prozent in die Höhe. Eine Entscheidung darüber müsste vorab geklärt werden und das möglichst schnell. Nicht ausgeschlossen sei ein Bieterwettbewerb unter den Interessenten, was sich ebenfalls auf die Kosten auswirken könnte.

Wichtig sei, den Interessenten deutliche Signale zu übermitteln. Franz-Josef Eichhorn (CDU) befürwortete den Weg, zunächst noch einmal von einer "schlichten Halle" auszugehen. Dem schloss sich CDU-Fraktionsvorsitzender Alexander Rheinberger an. Die Grünen signalisierten bei dieser Gelegenheit noch einmal ihre grundlegende Ablehnung des Projektes.

"Wirtschaftlich nicht vertretbar"

Bürgermeister Thies Puttnins-von Trotha (parteilos) räumte ein, dass jetzt eine erhebliche Kostensteigerung vorliege, die die Frage aufwerfe, was man mit Blick auf die Halle wolle. Der Passivhausstandard, der für alle kommunalen Neubauten gelten soll, resultiere auf einem politischen Beschluss, erinnerte der Bürgermeister. Auf Nachfrage von Verena Scholian (Linke) teilte Puttnins-von Trotha mit, dass sich die bereits angelaufenen Kosten auf viele zehntausend Euro belaufen, wenn man diese Summe überhaupt beziffern könne. Auch die Linke, die mit zwei Sitzen in der neu gewählten Stadtverordnetenversammlung vertreten ist, lehnt die Halle ab. Diese sei wirtschaftlich nicht vertretbar, so Verena Scholian.

Mit Blick auf die wenigen Veranstaltungen sogar unverantwortlich. Hinzu komme mit der Halle eine weitere Versiegelung, was die Linke nicht mittragen könne. Zuletzt war WPV mit der Abfrage des Bedarfs an die neue Halle beschäftigt gewesen. "Diese Phase ist jetzt abgeschlossen", so Susanne Seitz weiter. Jetzt befinde man sich in der Phase der funktionalen Leistungsbeschreibung als Voraussetzung der Ausschreibung. Dem folge die entsprechende Auftragsvergabe.

In der ersten regulären Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am 2. Juni werden sich auch die Fraktionen mit dem Thema Sport- und Kulturhalle beschäftigen. Dabei soll der Bebauungsplan beschlossen werden. Im nach den Pfingstfeiertagen vorgeschalteten Bauausschuss soll das Thema Passivhausstandard detailliert erläutert werden.

Zu Beginn der konstituierenden Sitzung gab es drei Personalien: Zur Ausschussvorsitzenden bestätigte der Ausschuss Melanie Wegling (SPD). Bei offener Abstimmung gab es für die Sozialdemokratin keine Gegenstimmen und zwei Enthaltungen. Melanie Wegling hatte den Vorsitz des Sonderausschusses bereits in der zurückliegenden Legislaturperiode inne. Zum Ersten Stellvertreter von Melanie Wegling wählte der Ausschuss Carsten Nickel (SPD), zum Zweiten stellvertretenden Vorsitzenden Rolf Leinz (Freie Wähler). Auch bei den beiden Stellvertretern gab es keine Gegenstimmen. Drei Ausschussmitglieder enthielten sich. Ralph Keim

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