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Bis in die frühen Morgenstunden war die Straße zwischen Bauschheim und Ginsheim wegen Löscharbeiten gesperrt.

Brandgefahr steigt

Mehrere Zehntausend Euro Schaden: Erneut Gartenhütten in Flammen

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Bei langanhaltender Trockenheit steigt die Brandgefahr in Südhessen weiter. Nun standen wieder Gartenhütten in Flammen. Drei Feuerwehren rückten an.

Am Ortseingang Ginsheim an der Landesstraße 3040 von Bauschheim her kommend brannten in der Nacht zu Mittwoch mehrere Gartenhütten in der Kleingartensiedlung gegenüber des Friedhofs. Die Feuerwehren Ginsheim, Gustavsburg, Bischofsheim, Bauschheim Groß-Gerau und Riedstadt rückten mit mehr als 70 Einsatzkräften gegen 4.30 Uhr an, um den Brand zu bekämpfen. Gegen 9 Uhr war das Feuer gelöscht und die aufgrund der Löscharbeiten notwendige Vollsperrung der L 3040 zwischen Bauschheim und Ginsheim konnte wieder aufgehoben werden.

Nach ersten vorsichtigen Schätzungen entstand ein Schaden in Höhe von mehreren Zehntausend Euro, teilt die Polizei mit. Mindestens neun Gartenhütten wurden nach derzeitigem Ermittlungsstand ein Raub der Flammen. Zur Brandursache seien zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch keine Angaben möglich. Die Kriminalpolizei stehe noch ganz am Anfang ihrer Ermittlungen. Laut Feuerwehr sei das Gelände noch gesperrt, weil die Brandreste nach und nach abkühlten und giftige Dämpfe ausdünsteten. Wer in diesem Zusammenhang verdächtige Beobachtungen gemacht hat oder Hinweise geben kann, wird gebeten, sich bei der Kriminalpolizei in Rüsselsheim unter der Telefonnummer (0 61 42) 69 60 zu melden.

Erst am Montagabend gegen 23 Uhr war in der Kleingartensiedlung „Am Kupferberg“ in Gustavsburg eine Gartenhütte niedergebrannt. Ein Ausbreiten der Flammen konnte die Feuerwehr verhindern. Der zuvor in der Hütte schlafende 40-jährige Sohn der Besitzerin konnte die Hütte zuvor noch unverletzt verlassen. Grund für den Ausbruch des Feuers „Am Kupferberg“ könnten heiße Grillkohlen gewesen sein. „Die Leute unterschätzen, wie lange Holzkohlen brennen können“, sagt ein Pressesprecher des Polizeipräsidiums Südhessen. Auch wenn die Asche nach Stunden nicht mehr glühe, so seien sie noch heiß genug, um etwa trockenes Gras oder Holz zu entzünden.

Bis zu 72 Stunden lang könne die Glut noch glimmen, bestätigt der Rüsselsheimer Kriminaloberkommissar und Brandermittler Sebastian Gall. Es reiche ein Windstoß und schon verteile sich die heiße Asche im Garten. Er rät deshalb, diese unbedingt mit Wasser zu löschen, um sicher zu gehen, dass keine Glutnester zurückbleiben. Grundsätzlich gilt, Asche nicht im Grünen zu entsorgen, sondern in feuerfeste Behälter zu füllen. In dem Behälter sollte die Kohle mindestens drei Tage lang abkühlen, bevor man sie entsorgt. „Die Brandgefahr darf man nicht unterschätzen“, warnt der Pressesprecher, schon gar nicht bei extremer Trockenheit wie zurzeit in Südhessen.

Der falsche Umgang mit Asche könnte auch der Grund für die beiden Brände in Bischofsheim gewesen sein. Dort hatten Ende Juni und Anfang Juli bereits Gartenhütten in Flammen gestanden. Die Ermittlungen seien in beiden Fällen noch nicht abgeschlossen, so die Polizei.

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