Das Ehepaar Astrid und Peter Pommer betreiben seit einigen Jahren den Biergarten am Burgpark und berichten darüber, wie sie die Corona-Zeit bisher erlebt haben. FOTO: Rapp
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Das Ehepaar Astrid und Peter Pommer betreiben seit einigen Jahren den Biergarten am Burgpark und berichten darüber, wie sie die Corona-Zeit bisher erlebt haben.

Gastronomie

Mit einem blauen Auge davongekommen

  • VonDr. Susanne Rapp
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Biergartenbetreiber ziehen nach anderthalb Jahren mit Corona eine erste Bilanz

Seit zwölf Jahren betreibt das Ehepaar Pommer den Biergarten am Burgpark. Dieser war die erste Station für die Sommertour der SPD-Fraktion Ginsheim-Gustavsburg, die am Montag gestartet ist. Seit fünf Jahren nutzt die Fraktion die Sommerferien, um Betriebe, Vereine und fachkundige Bürger zu besuchen und sich zu informieren.

Carsten Nickel, der stellvertretende Fraktionsvorsitzende, nannte Gründe, warum die Wahl in diesem Jahr unter anderem auf das Ehepaar Pommer fiel. Zum einen gehe es darum, zu erfahren, wie es einem kleinen Gewerbetreibenden nach Corona gehe und ob er mit staatlicher Hilfe unterstützt wurde. Eine weitere Frage bezog sich auf die Bands, die bei ihm donnerstags im Biergarten auftreten und wie diese durch die Krise gekommen sind.

Von Sommer war in den ersten Minuten des Treffens nicht viel zu bemerken. Denn es schüttete aus allen Kübeln, so dass die neun SPD-Mitglieder und die beiden Gastgeber Peter und Astrid Pommer zunächst Schutz unter einem der aufgestellten Schirme suchten. Nach wenigen Minuten war der Regenguss vorüber und ein Regenbogen zeigte sich am Himmel. Es sei klar, dass ein Biergarten immer stark vom Wetter abhängig ist, erklärte Peter Pommer als Reaktion auf den Schauer.

30 Prozent weniger Sitzplätze

Danach befragt, wie er die Corona-Zeit überstanden hat, berichtete Pommer: "Die Pandemie war für uns gar nicht so das Thema." Als Biergartenbetreiber habe er davon profitiert, dass es die Leute nach draußen ins Freie gedrängt habe. Maskenpflicht, Abstandsregelungen und weitere Maßnahmen seien kein Problem gewesen. 30 Prozent weniger Sitzplätze habe es im vergangenen Jahr gegeben. Das Ehepaar betreibt auch die Vereinsgaststätte. Doch die Gastronomie sei nicht ihre Haupteinnahmequelle, weshalb finanzielle Einbußen sie nicht so getroffen hätten. Einen Antrag auf Unterstützung hätten sie nicht gestellt, da sie davon ausgehen, dass es andere gebe, die diese Unterstützung viel dringender bräuchten.

Ein weiteres Angebot im Biergarten sind die Liveauftritte von Bands jeden Donnerstag um 19 Uhr. Start in dieser Saison war der 10. Juni und insgesamt werden 16 Gruppen auftreten. Anfangs seien es nur drei Auftritte gewesen, erinnert sich Pommer. Die Donnerstage würden gut angenommen. Doch für die Künstler sei das vergangene Jahr katastrophal gewesen, weiß Pommer. Die Bands seien froh über jeden Auftritt. Das Darben ohne öffentliche Auftritte führe dazu, dass jetzt Musiker an den Donnerstagen auftreten, die sonst nicht gekommen wären und die jetzt froh darüber sind, wieder vor Publikum spielen zu dürfen.

Mit guten Ideen ins neue Jahr

Dass der Biergarten eine schöne Location ist, spreche sich rum. "Ich könnte das Programm noch erweitern." Wichtig ist es ihm, auch Nachwuchsbands zu unterstützen und ihnen Liveauftritte zu ermöglichen.

Seit diesem Jahr gibt es im Biergarten auch Kindernachmittage für die Zielgruppe der Drei- bis Achtjährigen. Das Programm entspreche dem Achterbähnchen, dem Kinderprogramm, das normalerweise in den Burg-Lichtspielen gezeigt wird. Auch der Kultursommer Südhessen ist beteiligt. Fünf Kindernachmittage hätten schon im Biergarten stattgefunden. Die Veranstaltungen hätten den Kindern und auch ihm viel Spaß gemacht, erklärt Pommer. Auch für das kommende Jahr habe man wieder gute Ideen. Die Planung beginnt im Februar. Susanne Redlin von der Fraktion erinnerte sich daran, dass der Biergarten mit das Erste gewesen sei, was wieder geöffnet hatte. Susanne Rapp

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