Christina Gohl, Fraktionsvorsitzende der Grünen in der Stadtverordnetenversammlung, tritt bei der Bürgermeisterwahl am 5. Dezember an. FOTO: Ralph Keim
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Christina Gohl, Fraktionsvorsitzende der Grünen in der Stadtverordnetenversammlung, tritt bei der Bürgermeisterwahl am 5. Dezember an.

Politik

"Rückkehr zur wirtschaftlichen Vernunft"

Christina Gohl tritt für die Grünen bei der Bürgermeisterwahl an

Über den Dächern von Gustavsburg präsentierten die Grünen am gestrigen Montag ihre Kandidatin für die Bürgermeisterwahl: Fraktionsvorsitzende Christina Gohl tritt am 5. Dezember gegen Thorsten Siehr (SPD) und Matthias Zimmerer (CDU) an.

"Der Ort hier soll dafür stehen, dass man durchaus auch einen anderen Blick auf gewohnte Dinge haben kann", begründete Christina Gohl die Dachterrasse als Austragungsort des Pressegesprächs rund neun Stunden vor ihrer offiziellen Nominierung am Montagabend. Dabei skizzierte sie auch Themen, die ihr als Bürgermeisterin wichtig wären, beispielsweise der Ausbau von Photovoltaik. Als Verwaltungschefin hätte sie mehr Durchschlagskraft, um das Thema voranzutreiben, ist die Kandidatin überzeugt.

Gerechtere Kita-Gebühren

Die Bürger nach dem Motto "Nun macht mal was" einfach nur anzuweisen, sei zu wenig. Daher sei es notwendig, in Ginsheim-Gustavsburg eine Bürgergenossenschaft zu gründen, die allen Bürgern offensteht und entsprechende Projekte zur Gewinnung umweltschonender Energien verwirklicht.

Die Ausweitung des Betreuungsangebots für Kinder bis zehn Jahre sei ihr ebenfalls sehr wichtig, betonte die Mutter eines zweijährigen Sohnes. Es gebe nicht nur nicht genug Plätze, auch die Zeitfenster in den Kitas sollten flexibler gestaltet und ausgeweitet werden. Die Gebühren hätten dagegen zum Teil mittlerweile Dimensionen angenommen, dass den betroffenen Eltern und besonders den alleinerziehenden Müttern die Armutsfalle drohe. Daher sollten sich die Gebühren nach den Einkommensverhältnissen richten.

Faire Finanzpolitik

Unter dem Stichwort "Rückkehr zur wirtschaftlichen Vernunft" versteht die Kandidatin kein ungebremstes Erhöhen der Grundsteuer B. Sie belaste jetzt schon praktisch alle Bürger über die Maßen. "Ich will in meiner Amtszeit eine faire, am Machbaren orientierte Finanzpolitik durchsetzen", kündigte Gohl an. Sie versprach zudem, zehn Prozent ihres Nettoeinkommens als Bürgermeisterin für soziale und ökologische Projekte in Ginsheim-Gustavsburg zu spenden. Und selbstredend würde sie auf ein Dienstauto verzichten. "Ich fahre durchaus gerne Auto, aber eben nur, wenn es absolut notwendig ist."

Auch als Kandidatin steht Christina Gohl - wie die Fraktion der Grünen - der sogenannten Zwei-Standorte-Lösung (neue Sport- und Kulturhalle am Ortsrand und ein kleineres Bürgerzentrum in der Ortsmitte) für Gustavsburg ablehnend gegenüber. Vielmehr sollte man zumindest am Standort des noch bestehenden Bürgerhauses festhalten und weiterhin nur ein Gebäude vorhalten. Der geplante Neubau des Gustavsburger Feuerwehrhauses stehe dagegen auch bei ihr ganz oben auf der Liste der unverzichtbaren Projekte.

Christina Gohl kam am 6. November 1986 in Ahlen zur Welt. Sie absolvierte in Mainz ein Pädagogik-Studium und ist seit 2017 als Referentin beim DRK-Landesverband Rheinland-Pfalz beschäftigt. Mit der Kommunalwahl im März wurde sie erstmals in die Stadtverordnetenversammlung gewählt.

Im Wahlkampf will die Kandidatin selbstverständlich den Dialog mit den Bürgern suchen, aber nicht nur über Hausbesuche und der längst obligatorischen Online-Präsenz auf den wichtigsten Kanälen. Ergänzend dazu plant Christina Gohl, in der Zeit nach der am 26. September anstehenden Bundestagswahl in jedem Stadtteil einen Themenworkshop anzubieten.

Ralph Keim

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