Bürgermeister Thies Puttnins-von Trotha (Mitte rechts) erläutert im Ginsheimer Eiscafé von Morris Stringher (Mitte links) das Konzept der Hilfe-Inseln, von denen es 24 in Ginsheim-Gustavsburg gibt. Foto: Ralph Keim
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Bürgermeister Thies Puttnins-von Trotha (Mitte rechts) erläutert im Ginsheimer Eiscafé von Morris Stringher (Mitte links) das Konzept der Hilfe-Inseln, von denen es 24 in Ginsheim-Gustavsburg gibt. Foto: Ralph Keim

Zuflucht

Sicherheitsstrategie für die Doppelstadt

In Ginsheim-Gustavsburg wurden 24 Hilfe-Inseln als Anlaufstellen für Notfälle eingerichtet. Dort finden Kinder Zuflucht, sollten sie sich beispielsweise bedroht fühlen oder Angst haben.

Ginsheim-Gustavsburg -Vielleicht hat man als Kind selbst eine solche oder ähnliche Situation erlebt: Man ist auf dem Weg nach Hause. Und irgendwann bemerkt man, dass man von einer "Gestalt" verfolgt wird. Oder man hat zumindest das Gefühl, verfolgt zu werden. Was will diese fremde Person von einem? Führt sie vielleicht böses im Schilde? Oder ist es doch nur ein Zufall? Ausgerechnet jetzt ist das Zuhause noch ein gutes Stück entfernt.

In solchen oder ähnlichen Fällen wäre es gut, gäbe es eine Anlaufstelle, in der das Kind Zuflucht bei Vertrauenspersonen finden könnte. Ganz nach dem Motto: Sicher ist sicher. Solche Anlaufstellen gibt es jetzt in Ginsheim-Gustavsburg.

In sogenannten Hilfe-Inseln finden Kinder in vermeintlichen und in echten Notfällen Hilfe und Unterstützung, ganz gleich, um was es geht. Die Erwachsenen sind entsprechend instruiert und leiten die eigentlichen Hilfemaßnahmen ein, sofern diese notwendig sein sollten. Maskottchen dieses Projekts der Polizei Hessen ist "Leon, der Kinderkommissar".

Auf Initiative von Bürgermeister Thies Puttnins-von Trotha (parteilos) und nach dem entsprechenden politischen Beschluss der Stadtverordnetenversammlung im vergangenen Jahr wurden jetzt in Ginsheim-Gustavsburg 24 solcher Hilfe-Inseln eingerichtet. Im Eiscafé Venezia auf dem Friedrich-Ebert-Platz im Stadtteil Ginsheim, das zu den Hilfe-Inseln gehört, erläuterte der Bürgermeister im Beisein der Politik, Polizei, Schulvertretern sowie Frank Blöcher, Vorsitzender des Gewerbevereins Ginsheim-Gustavsburg, das Konzept der Hilfe-Inseln, von denen es in hessischen Kommunen seit 2005 mehr als 1000 gibt.

Angebot gilt auch für Senioren

Diese stehen in erster Linie Kindern zur Verfügung, sollten sie sich unterwegs verfolgt und verängstigt fühlen. "Aber auch, wenn sie sich verlaufen oder leicht verletzt haben, können sie eine Hilfe-Insel aufsuchen", unterstrich Polizeihauptkommissar Christian Osete-Kröner, der das Konzept in den Gremien der Politik vorgestellt hatte. Selbstverständlich würden Erwachsene, besonders Senioren, in ähnlichen Situationen ebenfalls nicht abgewiesen werden, bekräftigte er.

Bürgermeister von Trotha erinnerte daran, dass während der Vorbereitungszeit der Gewerbeverein der Stadt mit einer ähnlichen Idee auf die Stadt zugekommen sei. "Deshalb waren wir ebenfalls begeistert und haben die Aktion von vornherein unterstützt", ergänzte Vorsitzender Blöcher. Bürgermeister von Trotha kündigte an, zum Ende eines jeden Jahres die Erfahrungen der Hilfe-Insel-Einrichtungen, zu denen auch die jeweiligen Bürgerbüros der Stadt gehören, zu sichten und die Ergebnisse der Polizei zur Verfügung zu stellen.

Ein Poster mit "Kinderkommissar Leon" an der Eingangstür weist das Geschäft als Hilfe-Insel aus. Die Schulen, Kindertagesstätten und Elternvertretungen sind mittlerweile ebenfalls informiert und bringen das Angebot zu den Eltern, die es wiederum ihren Kindern erläutern. Ralph Keim

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