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Soziale Ader schon im Grundschulalter

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Seine Familie - Ehefrau Miriam und die Töchter Hannah-Marie (rechts) und Berenike - stärkt Thorsten Siehr im zeitintensiven Wahlkampf. FOTO: privat
Seine Familie - Ehefrau Miriam und die Töchter Hannah-Marie (rechts) und Berenike - stärkt Thorsten Siehr im zeitintensiven Wahlkampf. © Privat

Kandidat Thorsten Siehr (SPD) mal ganz privat

Wenn am 5. Dezember die Bürger der Stadt zur Bürgermeisterwahl aufgerufen sind, steht auf dem Wahlzettel unter anderem: Thorsten Siehr (SPD). Der Sozialdemokrat amtiert zurzeit als Vorsitzender der Stadtverordnetenversammlung und ist von Beruf Ingenieur. Aber wie tickt der private Thorsten Siehr, der am 8. Januar 1975 in Mainz zur Welt kam.

Die soziale Ader von Thorsten Siehr, der 1981 in der Gustav-Brunner-Schule bei "Frau Zöller" eingeschult wurde, trat schon damals zutage. Er bemerkte nämlich, dass manche Mitschüler nicht alle Schulmaterialien beisammenhatten, weil es zu Hause finanziell knapp war. "Das ist ein leider immer noch ungelöstes Problem."

Als Vierjähriger musste Thorsten Siehr den frühen Tod seines Opas Fidi verkraften, zu dem er damals eine sehr enge Bindung hatte. Ebenfalls im Kindergartenalter erlebte er seine erste große Liebe. "Das war meine Sandkastenfreundin. Ob wir uns allerdings heute wiedererkennen würden, weiß ich nicht."

Als Jugendlicher hatte er die Möglichkeit, mit der Jugendband "Ginsem Brass" in der damaligen Partnergemeinde im Senegal, der Landgemeinde Ballou, an einem Austausch mit senegalesischen, französischen und italienischen Jugendlichen teilzunehmen. "Dies hat meine Sicht auf die Welt und ihre Ungerechtigkeiten stark geprägt", erinnert sich Thorsten Siehr noch bestens.

Als Kind mit zehn Jahren wollte Siehr Lokomotivführer werden, was er mit seiner Modelleisenbahn ja durchaus sein konnte. Als Teenager wollte er "irgendwas mit Technik" machen. Damals waren das Musizieren in verschiedenen Blechbläsergruppen und die Aktivitäten in den Jugendgruppen in der evangelischen Kirche seine liebsten Freizeitaktivitäten. Und wenn im Fernsehen die Serie "Alf" oder auch "MacGyver" lief, war der jugendliche Thorsten Siehr kaum wegzubekommen.

Heute füllen die Kommunalpolitik zusammen mit verschiedenen Ehrenämtern im Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr und der Kultur-Stiftung sein Privatleben aus. Und selbstverständlich seine Familie. Mit Miriam Muttke-Siehr hat er zwei Töchter: Hannah-Marie ist 17 Jahre alt, Berenike 14. Mit seiner Familie verbringt Thorsten Siehr den Urlaub am liebsten in der Toskana mit Blick auf die Hügel von Volterra.

In einem Fahrstuhl stecken zu bleiben, kommt glücklicherweise nicht allzu oft vor. Doch was würde der Sozialdemokrat die langjährige CDU-Kanzlerin Angela Merkel in dieser Situation fragen? "Was hat Sie 2007, als Sie schon als Klimakanzlerin gefeiert wurden, davon abgehalten, diesen Weg konsequent weiterzugehen?" Angenehmer wäre die Situation mit Wahrscheinlich-Kanzler Olaf Scholz (SPD): "Wird der Koalitionsvertrag, den Du gerade aushandelst, die drängenden Fragen unserer Zeit lösen können?"

Auch würde der Vielleicht-Bürgermeister fragen, was Scholz unternehmen werde, damit Städte wie Ginsheim-Gustavsburg wieder eigene Gestaltungsmöglichkeiten bekommen und nicht von ihren Pflichtaufgaben finanziell erdrückt werden. Und beim unwahrscheinlichsten Fall - nämlich bei Ex-US-Präsident Donald Trump? "Oh, come on, dass wir hier zusammensitzen, sind doch nur alternative Fakten! Könnten Sie bitte den Fahrstuhl verlassen?!"

Ob früher als Stadtverordneter, früher als SPD-Vorsitzender und jetzt als Vorsitzender der Stadtverordnetenversammlung - Thorsten Siehr gilt als besonnen, den so schnell nichts aus der Ruhe bringt. Auch nicht die Angriffe der politischen Konkurrenz. Aber gibt es vielleicht doch Momente, in denen er hochemotional wird? Wohl selten: "Ich bin sehr lange der ruhige und sachliche Typ, aber wenn über sogenannte ungelegte Eier diskutiert wird und das eigentliche Ziel aus dem Blick gerät, kann ich schon mal unwirsch werden."

Ralph Keim

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