Senioren

Zu wenige Wohnplätze für ältere Menschen

Der Seniorenbeirat appelliert an die Stadt Ginsheim-Gustavsburg, mehr Betreuungs- und Pflegeplätze zu schaffen. Der Bedarf sei enorm gestiegen, sagte Vorsitzender Hans-Benno Hauf.

Ginsheim-Gustavsburg -Ein Thema, das den Seniorenbeirat der Stadt schon seit vielen Jahren beschäftigt, ist der Mangel an Betreuungs- und Pflegeplätzen für Senioren, besonders im Stadtteil Ginsheim. "Dabei ist der Bedarf enorm gestiegen", unterstrich Hans-Benno Hauf, Vorsitzender des Seniorenbeirats. Er wisse von nicht wenigen Betroffenen, die im Hunsrück oder im Odenwald untergebracht werden mussten und so aus ihrem sozialen Umfeld gerissen wurden.

Ein geplantes Projekt in Bischofsheim komme wohl nicht zustande, da sich der Investor zurückgezogen habe, so Vorsitzender Hauf weiter. Er richtete einen dringenden Appell an die Stadt und die Politik, bald Abhilfe zu schaffen. "Das ist eines der dringendsten Probleme in unserer Stadt." Ein Grundstück in der Stegstraße eigne sich für betreutes Wohnen. Aber das gehöre der Stadt Mainz, informierte der Bürgermeister. Die Landeshauptstadt übertrage jedoch Areale grundsätzlich an Ginsheim-Gustavsburg, sofern diese für soziale Zwecke genutzt werden, was bei betreutem Wohnen der Fall sei. Zudem werde die Stadt aber auch nach einem geeigneteren Standort suchen.

Mit der nahezu alltäglichen Situation, dass sich Radfahrer und Fußgänger auf dem Gehweg begegnen, beschäftigte sich der Seniorenbeirat als nächstes. Genannt wurde als Beispiel die Ginsheimer Rheinstraße bis zur Sankt-Florian-Straße, wo Begegnungen von Fußgängern und Radfahrern durchaus nicht immer unproblematisch verlaufen.

Vorsitzender Hauf erinnerte daran, dass dies schon einmal Thema in dem Gremium gewesen sei. "Danach gab es eine Ortsbegehung mit dem Seniorenbeirat." In der Sitzung vom 19. November vergangenen Jahres sei die Problematik noch einmal angesprochen worden. Danach habe man - wohl auch Corona-bedingt - nichts mehr davon gehört.

Bürgermeister Thies Puttnins-von Trotha (parteilos) erinnerte daran, dass ein Radverkehrskonzept in Arbeit ist. Dazu seien inzwischen viele Ideen und Anregungen eingeholt worden. Die Idee, die Hochschule Darmstadt einzubinden, sei wegen der Corona-bedingten Einschränkung des Hochschulbetriebs zuletzt nicht näher vertieft worden, sei aber nicht vom Tisch. Von Beiratsmitglied Norbert Heller kam der Appell an die Radfahrer, dass diese sich ebenfalls an die im Straßenverkehr geltenden Regeln und Verordnungen halten mögen.

Treff am Rhein probeweise öffnen

Für private Nutzung, beispielsweise für Geburtstagsfeiern, steht der Seniorentreff nicht zur Verfügung. Darauf wies Bürgermeister Puttnins-von Trotha im Beirat hin. Vereine können den Treff aber gerne nutzen, vorbehaltlich der Corona-Verordnungen. Vorsitzender Hauf appellierte an den Rathauschef, den Treff wieder für den beliebten Mittagstisch zu öffnen - wenigstens probeweise und unter Einhaltung der Verordnungen. Der Bürgermeister sagte zumindest zu, die Anregung mitzunehmen.

Zum geplanten Senioren-Konzept teilte Puttnins-von Trotha mit, dass man dazu ebenfalls Corona-bedingt ein halbes Jahr im Rückstand liege. Die Daten seien aufbereitet und geordnet, das Konzept werde aber wohl erst im neuen Jahr vorliegen. Zur Ansiedlung einer Post in Gustavsburg teilte Andreas Klopp von der Wirtschaftsförderung der Stadt mit, dass die Post an einer Interimslösung in eigener Regie arbeite, da sich bislang kein Vertragspartner gefunden habe. Der Bürgermeister betonte, es sei wichtig, dauerhaft eine Post im geplanten Bürgerzentrum anzusiedeln.

Vorsitzender Hauf machte während der Sitzung auf den Notfallausweis aufmerksam, der vom VdK herausgegeben wird. Der faltbare Ausweis biete zahlreiche medizinische Hinweise zu seinem Inhaber und sei grundsätzlich eine gute Sache. Im Seniorentreff liegen Ausweise bereit.

Gerne sehe es der Seniorenbeirat, wenn es für den ÖPNV im Stadtgebiet von Ginsheim-Gustavsburg und im Gebiet von Bischofsheim ein Ein-Euro-Seniorenticket geben würde. Es gebe zwar ein Kurzstreckenticket, das aber nur begrenzt für wenige Stationen gelte. Der Wunsch nach einer Sitzbank an der Haltestelle der Linie 60 an der Neckarstraße/Schulstraße sei unkompliziert umgesetzt. Ralph Keim

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