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Tigermücke ist auf dem Vormarsch

Tigermücke auf dem Vormarsch

Tagelang Dauerregen: Droht jetzt Plage durch tropische Mückenarten?

Gesundheitsämter appellieren an die Bürger, dass sie die Mücken- Brutstätten entfernen sollen. Der Grund: Tropische Mücken sind auf dem Vormarsch und die können gefährliche Erreger übertragen. Der Dauerregen in den letzten Tagen macht die Situation nicht besser.

Update, 28. Mai, 10 Uhr: Der Dauerregen in den vergangenen Tagen könnte für die Mückenbrut von vorteil sein. Vor allem die Pfützen und Zuflüsse, die in den Sommermonaten austrocknen, bieten ideale Bedingungen für die Insekten. Üblicherweise legen die Mücken nach häufigen Regenfällen nochmal eins drauf, wie merkur.de berichtet. 

Und wer glaubt, dass Regentropfen den Tieren schaden, der irrt. Wie handelsblatt.com berichtet, überleben die kleinen Plagegeister Zusammenstöße mit Tropfen, die 50 Mal mehr Masse haben als sie selbst. US-amerikanische Wissenschaftler haben dies in speziellen Versuchslabors herausgefunden. 

Erstmeldung, 27. Mai: Groß-Gerau - In der Vergangenheit waren Tropenkrankheiten nur ein Risiko für Fernreisende, doch aufgrund des Klimawandels lassen sich die Überträger gefährlicher Krankheitserreger mittlerweile auch in Deutschland nieder, informiert die Kreisverwaltung. Tropische Mücken wie die Asiatische Tigermücke oder die Asiatische Buschmücke seien bei uns in Deutschland auf dem Vormarsch. Beide Mückenarten könnten gefährliche Krankheiten übertragen, informiert auch das Kreisgesundheitsamt.

Appell an die Bürger - Sie sollen Brutstätten für Krankheitserreger entfernen

Die aus Asien stammende Tigermücke gelte als besonders gefährlich: Weit mehr als 20 vor allem aus den Tropen bekannte Krankheitserreger könne diese Art nachweislich übertragen - darunter das Dengue-, West-Nil- und Gelbfieber-Virus sowie das Zika-Virus.

Bisher bestehe bei uns keine Gefahr durch einen Mückenstich: Die meisten Viren tropischer Krankheiten bräuchten lange, mehrere Wochen dauernde Phasen anhaltend hoher Lufttemperaturen (25 Grad und höher), um sich in den Stechmücken zu vermehren. Diese Bedingung sei bislang in Deutschland nicht gegeben, könnte sich aber durch den Klimawandel immer häufiger einstellen, warnt das Kreisgesundheitsamt.

Asiatische Tigermücke und Asiatische Buschmücke können gefährliche Krankheiten übertragen

Um eine Ansiedelung und Verbreitung der Stechmücken zu verhindern, sollte man ihnen keine Möglichkeit zum Brüten bieten. Die Asiatische Tigermücke bevorzuge künstliche kleine Wasseransammlungen für die Eiablage.

Daher wird empfohlen, nicht benutzte Behälter, in denen sich Wasser sammeln kann (Eimer, Gießkannen, Blumentopfuntersetzer), zu entfernen oder umgedreht zu lagern. Regentonnen sollten abgedeckt und Regenrinnen regelmäßig gereinigt werden, damit das Wasser ungehindert abfließen kann. Planschbecken oder Vogeltränken sollten mindestens einmal wöchentlich mit frischem Wasser gefüllt werden. Einen Gartenteich kann man gern mit Fischen besetzen - Fische fressen die Stechmückenlarven. Auch räuberische Insekten wie Libellen oder Wasserkäfer fressen die Larven und bieten so einen natürlichen Schutz vor den Stechmücken.

Bekämpfung der Stechmücken liegt auch in der Verantwortung der Bürger

Mithilfe der beschriebenen Maßnahmen könne jeder Einzelne etwas zur Bekämpfung der Stechmücken beitragen. "Bitte überprüfen Sie Ihren Garten, Fensterbretter und den Balkon oder die Terrasse auf mögliche Brutstätten und vermeiden Sie über den Sommer stehende Wasseransammlungen", rät das Gesundheitsamt. Es hält weitere Hinweise und Informationen bereit und ist unter der Telefonnummer (0 61 52) 9 89-2 13 oder per E-Mail an infektionsschutz@kreisgg.de erreichbar.

Weitere Informationen gibt es im Internet auf der Seite des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration. red

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