Nachdem es für den Einzelhandel allmählich wieder bergauf geht, werden im Kreis händeringend Mitarbeiter gesucht.
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Nachdem es für den Einzelhandel allmählich wieder bergauf geht, werden im Kreis händeringend Mitarbeiter gesucht.

Wirtschaft Kreis Groß-Gerau

Einzelhandel erlebt Aufschwung im Juli

  • VonWalter Scheele
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Umsätze sind deutlich gestiegen - Mitarbeiter fehlen

Über eine satte Umsatzsteigerung kann sich der Einzelhandel im Kreis Groß-Gerau freuen. Nach einer Erhebung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) stiegen die Umsätze der 3710 Handelsunternehmen im Kreis, die bei der Industrie- und Handelskammer Darmstadt (IHK) gelistet sind, um 9,1 Prozent gegenüber dem Juni des vergangenen Jahres. Fast alle von ihnen suchen inzwischen händeringend nach Mitarbeitern.

Anders sieht es im Internet- und Versandhandel aus. Diese Branche verzeichnete ein Umsatzminus von 7,5 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Er liegt aber mit 38,4 Prozent weiter deutlich über dem Niveau vom Februar 2020.

Deutlich weniger Arbeitnehmer

Allerdings sollte eine andere statistische Erhebung die Politik alarmieren: Im Kreis Groß-Gerau ist die Zahl der Arbeitnehmer von 126 400 im Jahr 2017 auf aktuell rund 99 000 gesunken. Deren Bruttoverdienst von durchschnittlich 39 362 Euro im Jahr 2017 ist 2021 auf 22 014 Euro gefallen, so die Statistik. Damit liegt der Kreis Groß-Gerau bei den Durchschnittseinkommen deutlich unter dem aller Hessen.

Zusätzlich macht den Familien die Steigerungsrate der Preise bei Verbrauchsgütern um 3,4 Prozent zu schaffen. Das ist fast so viel wie im Jahr der großen wirtschaftlichen Rezession 2008. Damals lag dieser Anstieg bei 3,6 Prozent. Wie das Hessische Statistische Landesamt (HSL) weiter mitteilt, hatte die Inflationsrate im Juni noch bei 2,2 Prozent gelegen. Der sprunghafte Anstieg der Inflationsrate im Juli sei wesentlich auf den sogenannten Basiseffekt zurückzuführen. Im Juli 2020, dem Vergleichszeitraum (Basis), war die Mehrwertsteuer gesenkt worden, wodurch sich im zweiten Halbjahr 2020 ein deutlich geringeres Preisniveau ergab. Die aktuelle Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahresmonat falle dadurch entsprechend höher aus. Dieser Effekt wird die monatlichen Inflationsraten voraussichtlich im gesamten zweiten Halbjahr 2021 prägen.

Energiepreise sind gestiegen

Gegenüber Juli 2020 stiegen die Preise für Energie im Juli 2021 um 12,8 Prozent. Insbesondere verteuerten sich binnen Jahresfrist Heizöl um 56,1 Prozent und Kraftstoffe um 26,9 Prozent. Höhere Preise mussten Verbraucher außerdem für Erdgas (plus 5,2 Prozent) und für Strom (plus 2,2 Prozent) bezahlen. Ohne Berücksichtigung der gesamten Energie hätte die Inflationsrate im Juli 2021 in Hessen bei 2,4 Prozent gelegen.

Die Preise für Nahrungsmittel blieben im Juli 2021 im Vergleich zum Vormonat im Durchschnitt unverändert. Dies gilt auch für Brot und Getreideerzeugnisse sowie für Molkereiprodukte und Eier. Teurer gegenüber Juni 2021 waren im Juli 2021 Gemüse (plus 1,7 Prozent) sowie Fleisch und Fleischwaren (plus 0,4 Prozent). Weniger mussten Verbraucherinnen und Verbraucher im Juli 2021 für Obst (minus 2,1 Prozent) sowie für Speisefette und -öle (minus 0,9 Prozent) bezahlen, die Preise für Butter sanken beispielsweise um 2,7 Prozent.

Gegenüber Juli 2020 stiegen die Preise für Nahrungsmittel im Juli 2021 um 3,8 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist eine deutliche Verteuerung für Gemüse (plus 8,9 Prozent), für Speisefette und -öle (plus 5,4 Prozent) sowie für Molkereiprodukte und Eier (plus 4,2 Prozent) zu verzeichnen. Ebenso stiegen im Vergleich zum Juli 2020 die Preise für Brot und Getreideerzeugnisse (plus 3,1 Prozent), Fleisch und Fleischwaren (plus 2,8 Prozent) sowie für Obst (plus 2,4 Prozent).

Walter Scheele

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