Bohrug in Groß-Gerau
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Bei einer Bohrung in Groß-Gerau in Hessen haben Forscher einen drei Millionen Jahre alten Fund gemacht.

Groß-Gerau

„Erstaunlicher“ Fund bei Bohrungen: Entdeckung ist drei Millionen Jahre alt

  • Kerstin Kesselgruber
    vonKerstin Kesselgruber
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Bei einer Bohrung im Kreis Groß-Gerau in Hessen entdecken Forscher ein drei Millionen Jahre altes Objekt. Sie bezeichnen den Fund als „erstaunlich“.

  • Forscher führen am Oberrheingraben im Kreis Groß-Gerau in Hessen eine wissenschaftliche Bohrung durch.
  • Dabei machen sie einen „erstaunlichen“ Fund, wie es das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) bezeichnet.
  • Das ungewöhnliche Objekt, das sie dort entdecken, ist drei Millionen Jahre alt.

Groß-Gerau – Um herauszufinden, wie die Fläche im nördlichen Oberrheingraben früher genutzt und bewirtschaftet wurde, wird dort im Kreis Groß-Gerau in Hessen eine sogenannte Kernbohrung durchgeführt. Im Auftrag des Dezernats Geologische Grundlagen im Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) wird dafür bis zu 500 Meter tief gebohrt. Die Wissenschaftler wollen damit unter anderem Antworten auf Fragen über Kalt- und Warmzeiten im Oberrheingraben bekommen.

Spektakulärer Fund im Kreis Groß-Gerau: Stück Holz ist uralt

Nun haben die Forscher in Riedstadt-Erfelden einen spektakulären Fund gemacht: ein rund drei Millionen Jahre altes Stück Holz. In einer Tiefe von 253,8 bis 253,9 Metern wurde das „pliozänzeitliche inkohlte Holz“ erbohrt. „Bei unserer Tiefenbohrung in Riedstadt kommt Erstaunliches ans Tageslicht“, schreibt das HLNUG dazu auf Twitter.

Laut HLNUG steht die Bohrung derzeit bei einer Tiefe von etwa 270 Metern und hat das Quartär vollständig durchbohrt. Das Quartär bezeichnet in der Geologie den jüngsten Zeitabschnitt der Erdgeschichte und umfasst die Zeit von vor etwa 2,6 Millionen Jahren bis heute. Die Bohrarbeiten sollen laut HLNUG Anfang 2021 abgeschlossen werden.

Spektakulärer Fund bei Bohrung im Kreis Groß-Gerau

Und die Bohrungen des HLNUG sind nicht die einzigen Bohrungen in dieser Gegend: Auch Lithium könnte künftig aus dem Oberrheingraben* kommen: Die Wissenschaftler Jens Grimmer und Florencia Saravia wollen mit ihrem Verfahren in Deutschland den Batterie-Rohstoff fördern. Ein weiterer spektakulärer Fund gelang auch Archäologen in Nürnberg. Sie fanden bei einer Ausgrabung eine 3000 Jahre alte Siedlung. Und die war damals schon etwas Besonderes. (Theresa Lippe und Kerstin Kesselgruber) *fr.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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