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Flugzeuge parken hinter dem Baugelände für das neue Terminal 3. Foto: Frank Rumpenhorst

Klage

Groß-Gerau will Terminal-Bau am Flughafen Frankfurt stoppen

Der Kreis Groß-Gerau sieht seine Interessen beim Ausbau des Airports übergangen - und will den Bau des Terminals 3 mithilfe des Verwaltungsgerichtshofs aufhalten.

Hat die Stadt Frankfurt den ersten Bauabschnitt des Terminals 3 am Frankfurter Flughafen zu Unrecht genehmigt? Mit dieser Frage befasst sich am Mittwoch (8. August) der Hessische Verwaltungsgerichtshof in Kassel (VGH). Dort wird eine Klage des Kreises Groß-Gerau verhandelt. Dahinter steht die Initiative Zukunft Rhein-Main (ZRM), an der auch Mainz, Neu-Isenburg und Flörsheim beteiligt sind (AZ 9 C 1231/15.T).

2014 hatte die Stadt den Bau des Terminals 3 genehmigt. Seit Oktober 2015 wird es errichtet. Das gesamte Terminal soll 2023 nach Abschluss des ersten Bauabschnitts in Betrieb gehen und nach Angaben des Betreibers Fraport um die drei Milliarden Euro kosten. 14 Millionen Passagiere sollen dort jährlich abgefertigt werden. Fraport hat einen Anschluss an die Skyline-Bahn angekündigt, ein S-Bahn-Anschluss ist nicht vorgesehen.

Der Kreis Groß-Gerau befürchtet, dass die Passagiere deshalb mit Taxis und Autos kommen. Ein Streitpunkt vor dem Verwaltungsgerichtshof sei, ob Frankfurt die Erschließung des Terminals mit Verkehrsmitteln hinreichend geprüft habe, erklärte ein VGH-Sprecher. So gehe es um eine Kreisstraße westlich und südlich des Flughafengeländes, die möglicherweise überlastet werde. Das Gericht werde aber auch prüfen müssen, ob der Kreis überhaupt durch den Ausbau des Airports in seinem Recht auf kommunale Selbstverwaltung verletzt wird und daher berechtigt ist, Klage zu erheben.

Der Kreis Groß-Gerau sieht schwere Versäumnisse bei der Stadt Frankfurt: Geplant sei ein „Ausbau, der die wesentlichen Aspekte der Verkehrsanbindung außer Acht lässt”, sagte der Erste Kreisbeigeordnete Walter Astheimer (Grüne). Es gebe keinen Plan, wie man das Terminal sauber und kontrolliert an das Verkehrsnetz anschließe. Dabei seien der Kreis und die Kommunen ohnehin schon von Fluglärm und Verkehr durch den Airport gebeutelt.

„Wir hoffen, dass wir eine aufschiebende Wirkung erreichen, bis eine saubere Planung vorgelegt wird”, sagte Astheimer. Bisher seien die Interessen des Flughafens immer vorgegangen. Ein Bau des Terminals 3 sei ein Signal für einen „ungehinderten weiteren Ausbau des Flughafens in den nächsten Jahren”.

Die Stadt Frankfurt und der Flughafenbetreiber Fraport wollten sich wegen des schwebenden Verfahrens nicht vorab äußern. Ein Urteil vor dem Verwaltungsgerichts Kassel wird noch am Mittwoch erwartet.

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