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Bezahlbarer Wohnraum ist schwer zu finden

Wohnraummangel

Mieten nirgendwo sonst so stark gestiegen wie im Kreis Groß-Gerau

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Die Mietkosten im Kreis Groß-Gerau sind in den vergangenen zehn Jahren explodiert. Bezahlbare Wohnungen finden? Fast aussichtslos.

Kreis-Gross Gerau - Die Kosten für eine eher einfache Wohnung im Kreis Groß-Gerau sind um bis zu 65 Prozent gestiegen. Billige Wohngemeinden sind Fehlanzeige. Damit müssen die meisten Bürger im Kreis mehr als die Hälfte ihrer Einkünfte für Miete aufwenden. Deshalb erhalten 1855 Haushalte Wohngeld.

„Weil die Löhne und Gehälter nicht im gleichen Tempo wachsen, ist es vor allem für die Mittelschicht schwierig, in den Ballungszentren überhaupt noch bezahlbaren Wohnraum zu finden“, heißt es in einem Bericht des Portals immowelt.de.

Mietpreise in den Regionen verglichen

Und weiter: „Vor allem in den hessischen Städten und Kreisen, die bislang ein niedriges Preisniveau hatten, sind die Mieten gestiegen“.

Die Experten haben außer der Region Frankfurt, zu der der Kreis Groß-Gerau gehört, 13 weitere Ballungszentren in der Republik untersucht.

Für die Analyse der Wohnkostenquote rechnete immowelt mit einer vierköpfigen Familie, die in einer 80 bis 120 Quadratmeter großen Wohnung lebt. Es wurde davon ausgegangen, dass ein Elternteil in Vollzeit arbeitet und der andere in 50-Prozent-Teilzeit.

Das Einkommen, das für die Berechnung zugrunde gelegt wurde, orientiert sich am durchschnittlichen Verdienst in der jeweiligen Kommune. Zum Gesamteinkommen wurde außerdem das Kindergeld für zwei Kinder angerechnet.

Das ermittelte Haushaltseinkommen wurde mit den durchschnittlichen Mietpreisen der jeweiligen Stadt verrechnet, um herauszufinden, wie hoch der Anteil der Miete am Einkommen ist.

Es zeigt sich, dass die Miete vielerorts ein Drittel des Gehalts verschlingt, teilweise sogar fast die Hälfte.

Dabei stellte sich heraus, dass im Kreis Groß-Gerau das Durchschnittseinkommen der vierköpfigen Standardfamilie bei mindestens 4200 Euro liegen muss, um sich zwischen 80 und 120 Quadratmeter Wohnraum leisten zu können. Das ist im Bundesvergleich Spitzenposition, wird nicht einmal in Berlin, Hamburg oder München erreicht. In dieser Situation denken viele Familien darüber nach, ob es günstiger ist, sich gleich ein eigenes Haus zu bauen oder zu kaufen.

Doch die Fachleute von immowelt warnen vor übereilten Entscheidungen, vor allem vor „windigen“ Finanzierungsangeboten für vermeintliche Schnäppchen.

Schwarze Schafe auf dem Wohnungsmarkt

Auf dem Wohnungs- und Häusermarkt tummeln sich viele schwarze Schafe. Mit blumigen Umschreibungen werden teilweise schlecht erhaltene Immobilien in heruntergekommenem Umfeld als „in aufstrebender Umgebung“ gelegene „entwicklungsfähige Kapitalanlage“ angepriesen.

Die Experten kommen zu dem Schluss, dass vor der Entscheidung für’s eigene Haus oder die Eigentumswohnung der Gang zur Hausbank gehören muss.

Dort kennt man am besten die Möglichkeiten des angehenden Immobilienkäufers und kann auch abschätzen, welche Chancen auf welche Kredite für ihn bestehen. Über die Hausbank können neben anderen Finanzierungsmöglichkeiten (Bausparvertrag) auch günstige sowie langfristige Kredite der KfW-Bank (früher Kreditanstalt für Wiederaufbau) abgerufen werden. Dort weiß man auch, welche Summen als Baukindergeld oder als Genossenschaftsanteile in den unterschiedlichen Kommunen auf Abruf gewährt werden.

Selbst für effizientes Bauen oder Sanieren gibt es Kredite mit Sonderkonditionen. Sogar für die Begleitung einer Sanierung durch einen Bauexperten gibt es Kredit zu Sonderkautionen.

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