Alle zusammen feiern ein fröhliches Fest in der „Gut Stubb“ der „Mir Haßlischer“.

Helau!

Der Brauchtumsverein "Mir Haßlischer" feiert einen stimmungsvollen Fastnachtsabend

Der Rahmen war klein, aber nicht minder fröhlich. Der Brauchtumspflege-Verein „Mir Haßlischer“ feierte einen närrischen Abend – in seinem Vereinsheim.

Haßloch - Friedel Roosen steht unter Hochspannung bis in die gezwirbelten Schnurrbartspitzen hinein. Der Vorsitzende des Haßlocher Brauchtumspflegevereins „Mir Haßlischer“ trägt einen fröhlich gelben Emoji-Anzug und eine Lichterkette auf dem goldenen Pailletten-Hut. „Seid Ihr gut druff?“ fragt er. Ein vielstimmiges „Ja“ schallt ihm aus den dicht besetzten Tischreihen entgegen.

Vergangenes Jahr feierten die „Mir Haßlischer“ noch im Gemeindesaal der katholischen Kirche in der Thüringer Straße. „Bei uns gab es immer fünf Stunden Fastnachtsprogramm für 330 Leute“, hatte Roosen zuvor erklärt. Das sei sehr schön, aber auch immer ein immenser Aufwand gewesen, eine ganze Woche hätten die Vorbereitungen gedauert. „Unsre Aktiven haben nach 25 Jahren gesagt, dass es reicht“, ergänzte der Vereinsvorsitzende.

Ein bisschen kleiner

Nun habe man sich auf die Basis zurückgezogen und feiere ein bisschen kleiner. Die wenigen Plätze seien schnell ausverkauft gewesen, rund 30 farbenfroh verkleideten Gäste erleben nun in ihrer „Gut Stubb“ an den alten Weingärten ein ausgelassenes Fest.

Jetzt steht Roosen also vor seinen Vereinskameraden und hält Rückblick auf das vergangene Jahr. Als erstes soll sich die Festgemeinde noch im „Helau“-Rufen und „Uiuiui“-Singen üben. Eigentlich unnötig, vom ersten Versuch an sind alle mit Feuereifer dabei. Da glaubt man gerne, wenn Roosen ausruft: „Hier wird gefeiert, dass es nur so kracht, das ist die ,Mir Haßlischer’ Fassenacht“.

Dann holt er aus zum Rundumschlag gegen die Menschen und Ereignisse, die im vergangenen Jahr die Zeitungsspalten ausfüllten. Von Donald Trump über Ursula von der Leyen bis hin zu Florian Silbereisen, auf alle hat er sich seinen Reim gemacht. Jede Episode endet mit „Fett gedruckt stand’s letzt noch hier, jetzt ist’s nur noch Altpapier“.

Vergnügliche Episoden

Auch die Gesangsformation – die Bembelsänger – trägt ihren Teil zur guten Stimmung bei. Mit einem Medley der bekanntesten Stimmungslieder bringen sie, begleitet von Jo Claus und Hartmut Hummel an Gitarre und Ziehharmonika, schnell den ganzen Saal zum Singen. Für das leibliche Wohl ist bestens gesorgt, jeder Gast findet an seinem Platz einen Teller mit Weck und Wurst vor, und gegen den Durst wird der selbst gekelterte Apfelwein ausgeschenkt.

Uschi Kaus nimmt die Besucher in ihrem Vortrag mit auf eine Reise in die Vergangenheit. Beim Aufräumen des Speichers habe sie manches gefunden, was sie nun in einem Koffer mitgebracht hat. Sowohl zum Bembel als auch zum Spitzenunterhöschen und dem goldenen Armreif fallen ihr vergnügliche Episoden ein. Dabei erklärt sie auch, was unter dem „Haßlocher Abitur“ zu verstehen ist, nämlich acht Jahre Volksschule und im Anschluss ein Tanzkurs.

In Haßloch kracht's

Friederike Hrdlicka gefällt’s. Zwar sei die Feier kleiner als bisher, aber nicht weniger fröhlich. Gerade begrüßt sie Christoph Raubert, den Kellermeister des Vereins. „Vergangene Woche haben wir zusammen Geburtstag gefeiert, da haben wir es schon krachen lassen, jetzt sind wir hier“, erklärt Raubert. So sei das eben in Haßloch.

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von MARAIKE STICH

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