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Bei der Hessenauer Kerb wird Tag und Nacht gefeiert

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Bieranstich, Bands und beste Stimmung: Die Hessenauer Kerb am Wochenende war ein voller Erfolg. Dafür sorgte auch das unerwartete Ende des WM-Spiels.

Die Rocknacht bescherte der Hessenauer Kerb am Freitagabend einen fulminanten Auftakt. Das Festzelt vor dem Dorfgemeinschaftshaus war voll. Kerwevadder Jan Heddrich gab gut gelaunt zu Protokoll: „Das war ein Start nach Maß.“ Viele Kerweborschgemeinschaften aus den umliegenden Gemeinden hatten sich unter die Besucher gemischt und machten die Nacht sprichwörtlich wieder zum Tag.

Es war noch nicht dunkel, als die Band Different Faces losrockte und Stimmung im Zelt entfachte. Als die letzten Kerweborsch am frühen Samstagmorgen um fünf Uhr aus dem Zelt schlenderten, war es bereits wieder hell. Viel geschlafen hatte Hedderich an diesem Samstag nicht. Doch am Abend wirkte der Kerwevadder wieder frisch und aufgeräumt, in seiner Stimme war noch nicht mal ein Krächzen zu vernehmen.

Während gefühlt ganz Fußballdeutschland am Samstagabend gebannt die erste Halbzeit im WM-Spiel Deutschland gegen Schweden verfolgte, fand auf der Hessenaue der Bieranstich und der feierliche Einmarsch der Kerweborsch statt. Im Zelt sahen viele Besucher mit einem Auge die große Leinwand mit dem Spiel an und mit dem anderen dem Treiben auf der Bühne zu.

Gerhard Richter, Beigeordneter der Gemeinde Trebur, übernahm in Vertretung von Bürgermeister Carsten Sittmann (CDU) den Fassanstich. Für Richter war es eine Premiere, die er mit einem beherzten Schlag meisterte. Mit seinem Fußballtipp, 1:1, lag er allerdings daneben. Als er vor der Halbzeit das Zelt verließ, hatte sein Tipp noch Bestand, und mit einem Augenzwinkern meinte er, Schweden sei ein harter Brocken.

Richtig gelegen

Fröhlichen Optimismus strahlte hingegen Heddrich aus und sein Kerwemädchen Jessica Henning an. Heddrichs Tipp, 1:0 für Deutschland, war zwar schon in der 1. Halbzeit Makulatur, aber in der Tendenz lag er goldrichtig. Richtig lag der Kerweverein auch in der Planung. Während Fußballdeutschland in der Halbzeitpause versuchte, den 0:1 Rückstand zu verdauen, ehrte Moderator Wolfgang Heddrich auf der Bühne die Kerweborsch Thorsten Roos (Kerwevadder 2015), Peter Hinn (Kerwevadder 2017) und Tobias Franzmann (Kerwevadder 2013), die seit zehn Jahren bei den Kerweborsch aktiv sind.

Die Wende

Die Band Soundwave spielte „Bier her, Bier her, …“, und im Festzelt schien sich die Welt, trotz der drohenden Niederlage des deutschen Teams, unversehens weiter zu drehen. Das Siegtor der Deutschen in der letzten Minute der Nachspielzeit dann die Wende für eine weitere, stimmungsvolle Kerwenacht.

Die Mitternachtsshow der Kerweborsch setze den Höhepunkt. Unter dem Motto „Olympische Winterspiele im Sommer“ zeigten sich die Kewemädels mit einer Tanzeinlage von ihrer besten Seite, und dass „Eishockey im Sommer“ eher einer riesen Gaudi gleicht, wurde filmisch von den Kerweborsch in Szene gesetzt.

Schlafen ist an Kerbtagen für Kerweburschen und -mädels kaum möglich. So sah man am Sonntagmorgen zum Frühschoppen mit dem SKC Orchester Nauheim in viele müde, aber doch zufriedene Gesichter.

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