+
Wo sich jetzt noch eine Betonwüste befindet, soll bis zum Sommer 2020 der Neubau der Humboldt-Schule entstehen.

Sanierung und Neubau

An der Humboldt-Schule in Rüsselsheim rollen bald die Bagger

Die Räume der Alexander-von-Humboldt-Schule sind in die Jahre gekommen. Der Platz reicht kaum noch aus. Deshalb soll nun saniert werden – und ein weiteres Gebäude dazu kommen.

An der Alexander-von-Humboldt-Schule nagt der Zahn der Zeit. Zwar lobte Direktorin Renate Pilgenröther die Gebäude bei einem Ortstermin am Montag als robust, zweckmäßig, solider und von zeitloser Architektur geprägt. Doch das sie aus den 1970er Jahren stammen, ist den grauen Klötzen deutlich anzusehen. Hier bröckelt der Putz, dort verblasst das letzte bisschen Farbe an den Wänden. 

Auch ist die Schule einfach zu klein geworden. In den vergangenen zehn Jahren hat sie sich zu einer voll ausgebauten Ganztagsschule mit verbindlichen Unterrichtszeiten auch am Nachmittag entwickelt. Hundert Lehrer und sonstige Mitarbeiter sind dort inzwischen angestellt. „Die Raumnot ist mittlerweile eklatant“, berichtete die Leiterin der städtischen Gesamtschule. Das soll sich bald ändern. Vor dem Haupteingang, wo sich zurzeit noch eine Betonwüste befindet, soll bis Juli 2020 ein neues Gebäude entstehen, die Schule somit von fünf auf sieben Klassenzüge erweitert werden. 

Baubeginn im Januar 

Die Baustelle wird ab Donnerstag eingerichtet. Der Beginn der Rohbau-Arbeiten ist für Januar nächsten Jahres vorgesehen. Den Planungen zufolge handelt es sich um ein dreistöckiges Gebäude. Die Fassade soll aus großflächigen Betonplatten bestehen, die einzelnen Etagen mit Klinkersteinen voneinander abgehoben werden. „Der Klinker spiegelt eine Verbindung zum alten Teil der Schule wider“, erläuterte Baudezernent Nils Kraft (SPD). Ein komplettes Klinkerhaus könne sich die Stadt aktuell nicht leisten. Neben Unterrichtsräumen werden im Neubau auch eine Mensa und Verwaltungsräume untergebracht. 

Haben die Pläne für die Erweiterung der Humboldt-Schule vorgestellt (von links): Direktorin Renate Pilgenröther, Bildungsdezernent Dennis Grieser, Projektleiter Michael Voß und Baudezernent Nils Kraft.

Mit Blick auf die bisherigen Unterrichtsräume machte Kraft deutlich: „So würde heute keiner mehr bauen.“ Dabei bezog er sich unter anderem auf die mangelnde Barrierefreiheit in den bisherigen Räumen. Diese werden zudem umfangreich saniert, so dass sie künftig energiesparender daher kommen. Hier ist der Abschluss der Arbeiten für Ende 2021 vorgesehen. Abgesehen von den Gebäuden tut sich auch auf dem Außengelände einiges. Mit mehr Bäumen und Pflanzen entsteht eine Atmosphäre, in der auch Unterricht an der frischen Luft eine echte Option ist. 

96 Parkplätze auf der Ostseite des Grundstücks

Auf der Ostseite des Grundstücks werden ferner 96 Parkplätze eingerichtet. Die Gesamtfertigstellung – inklusive Außenanlagen – ist dann für den Winter 2021/2022 geplant. Die Kosten für das Projekt belaufen sich voraussichtlich auf 34,6 Millionen Euro. Für hohe Kosten bei Bildungseinrichtungen seien er und Bildungsdezernent Dennis Grieser (Grüne) oft kritisier worden, erzählte Kraft. Doch benötigten Schulen heute eine ganz andere Ausstattung als noch vor einigen Jahren. Zuversicht über Zeitplan Angesichts der Skepsis, die dem Vorhaben entgegen geschlagen sei, habe er sich den „Mund fusselig“ geredet, um dafür zu werben, ergänzte Grieser.

 Da die Planungen bisher reibungslos verliefen, sei er zuversichtlich, dass nun auch die Umsetzung der Bauarbeiten im Zeitplan bleibt. Direktorin Pilgenröther lobte Grieser und Kraft dafür, dass sie mit vereinten Kräften für den Neubau an der Humboldt-Schule gekämpft hätten. Und auch die Stadtverordneten hätten mit ihrer Entscheidung für das Projekt im Dezember vergangenen Jahres einen mutigen Beschluss gefasst. „Darüber ist die Schulgemeinde sehr glücklich“, betonte Pilgenröther.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare