Erhitzte Gemüter

Infoveranstaltung zur Bebauung des Parkdecks lässt viele Fragen offen

Die geplante Bebauung des Parkdecks in Bayerseich erhitzt die Gemüter. Die Anwohner hatten sich von einem Bürgerworkshop dazu neue Erkenntnisse erhofft – doch sie wurden enttäuscht.

Sorgen der Anwohner aufgreifen, gemeinsam Ideen entwickeln, über einen konstruktiven Dialog Lösungsansätze finden – so warb die Ofimmo GmbH für ihren Bürgerworkshop anlässlich der geplanten Bebauung des Parkdecks in Bayerseich.

Erwartungsgemäß kommen die Bürger zahlreich, und größtenteils sind es die betroffenen Nachbarn der Tiefgaragen und angrenzenden Liegenschaften, die sich am Montagabend im Bürgerhaus neue Informationen über den Stand der Dinge erhoffen. Eine Hoffnung, die schnell zerschlagen wird, denn auch dieses Mal leiert Ofimmo-Geschäftsführer Vladislav Izrailit seine – von vielen als Standardfloskel wahrgenommene – Aussage herunter: Es gebe noch immer keine konkreten Pläne.

Der Informationsgehalt geht also praktisch gen Null, und das sorgt bei den Anwesenden für Unmut, der sich in steigendem Lautstärkepegel ausdrückte. Für die Bürger ist klar, sie wollen die „Nullvariante“, also keine Bebauung des Parkdecks, doch diese Option steht nicht zur Debatte. „Es wird auf jeden Fall gebaut, das ist mein Recht. Warum sollte ich darauf verzichten?“, lehnt sich Izrailit aus dem Fenster, bedenkt man, dass die dafür notwendige politische Entscheidung einer Änderung des Bebauungsplans noch nicht gefällt ist.

Das Modell einer möglichen Bebauung, das im Eingangsbereich steht, facht die Stimmung ebenso an wie die als „Gedankenspiel“ deklarierte Vision des Geschäftsführers: Die „Variante max.“ mit vier großen Gebäuden, die auf der Leinwand eingeblendet wird. Tumultartig erhebt sich das Stimmengewirr, und Izrailit muss die Situation beruhigen. Die einberufene Pause nutzt dann die Mehrheit, um den frustrierten Rückzug anzutreten.

„Es ist so gelaufen, wie wir es erwartet haben – er war wieder nicht vorbereitet und hat keinen der elementaren Punkte abgeklärt“, resümiert Dieter Schlesinger, dessen Frau Evelyn große Angst vor einer Ghettoisierung hat. Das Ehepaar Elisabeth und Wolfgang Schmuck ergänzt: „Er ist unseriös, unehrlich und man kommt sich einfach veräppelt vor.“ Ein paar Bürger bleiben bis zum Ende, um sich dann doch zu beteiligen und deutlich zu machen, dass sie vor allem Grün- und Parkflächen erhalten wollen.

Inwieweit ihre Wünsche berücksichtigt werden, ist fraglich. Denn es entsteht der Eindruck, dass der Eigentümer trotz solcher Beteiligungsveranstaltungen ohnehin nur seinen eigenen Stiefel durchzuziehen gedenkt: „Dann lass ich eben die Sozialbindung auslaufen“, formuliert er in kleiner Runde, was wie eine Drohung klingt.

(nab)

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