24-Stunden-Übung

Die Jugendfeuerwehr und das Rote Kreuz üben unter realen Bedingungen

Viel geschlafen haben die 14 Mitglieder der Jugendfeuerwehr Astheim am vergangenen Wochenende nicht. Denn die 24-Stunden-Übung verlangte von ihnen vollen Einsatz.

Ein Notruf geht ein. Schnell springen die 14 Mitglieder der Jugendfeuerwehr Astheim in ihre Schutzanzüge und eilen zum Einsatzwagen. „Wir müssen zur Grundschule. Dort haben wir einen Einsatz“, ruft Jugendwart Thomas Bender den Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen zehn und 17 Jahren zu. Schnell sind sie vor Ort, liegt die Grundschule doch quasi um die Ecke von der Wache in Alt-Astheim.

Die jungen Feuerwehrmänner und Frauen – es gibt zwei Mädchen in der Jugendfeuerwehr – erschließen die Situation und stellen schnell fest, dass die 20 Kinder und zwei Lehrer einer Grundschulklasse gesund sind. Zwei Verletzte gibt es dennoch. Um diese beiden Personen kümmert sich die Jugendabteilung des Roten Kreuzes, die am Wochenende gemeinsam mit der Jugendfeuerwehr von Astheim an der 24-Stunden-Übung teilnimmt. Die Schüler und Lehrer haben sich als Statisten an der Übung beteiligt.

„Wir veranstalten alle zwei Jahre eine 24-Stunden-Übung“, informiert Pressewart Christian Horneck. „Dies ist die dritte 24-Stunden-Übung. In den Jahren dazwischen fahren wir in ein Zeltlager. Dies ist das zweite Mal, dass wir die Übung gemeinsam mit dem Roten Kreuz durchführen“, so Horneck.

Neben dem großen Einsatz in der Grundschule am Sonntagvormittag, absolvieren die Kinder und Jugendlichen insgesamt sechs verschiedene Übungen. „Sie erleben dabei die gleichen Situationen, wie wir sie in realen Einsätzen vorfinden“, berichtet der Pressewart. Zu den Übungen gehöre auch das Bekämpfen eines Feuers im Feld und das richtige Agieren bei einem Autounfall. „Die Kinder und Jugendlichen müssen eine verletzte Person patientenschonend aus einem Fahrzeug befreien“, erklärt Horneck.

Gleich nachdem sie am Samstagmorgen an der Wache angekommen sind, bauen die Mitglieder der Jugendfeuerwehr ihr Lager in der Halle der Wache auf. Dabei arbeiten sie gekonnt Hand in Hand und zeigen schon bei dieser Aufgabe, wie gut sie als Team funktionieren. Nicht einmal zehn Minuten benötigen die zehn- bis 17-Jährigen, um die Feldbetten zusammenzubauen und aufzustellen. Lenja ist zurzeit eines von zwei Mädchen unter den Mitgliedern der Jugendfeuerwehr. „Ich bin seit einem Jahr dabei. Mein Vater ist bei der freiwilligen Feuerwehr und meine beiden Brüder auch“, erzählt die Zehnjährige während ihr Zwillingsbruder Finn neben ihr steht und grinst.

Es sei einfach cool, zu lernen, wie man Menschen retten kann, meint Lenja weiter. Vor den Übungen habe sie keine Angst. „Wir haben das alles doch vorher trainiert. Wir wissen genau, was wir zu tun haben“, stellt die Kleine selbstbewusst fest und meint dann ehrlich: „Sicher werden wir heute Nacht nicht viel schlafen. Außerdem geht es am Morgen gegen 6 Uhr mit den Übungen weiter. Aber das macht einfach Spaß.“ Für Lenja und Finn ist es die erste Teilnahme an einer 24-Stunden-Übung und die Zwillinge schlagen sich richtig gut.

Finn meint sogar: „Ich könnte mir schon vorstellen, das mal hauptberuflich zu machen. Das wäre schon ein spannender Beruf.“ Und auch Lenja gibt zu, dass das Leben einer Feuerwehrfrau als Jobperspektive für sie interessant sei.

Bei der 24-Stunden-Übung gehe es nicht nur um das Trainieren der Vorgehensweisen im Einsatz, sagt Christian Horneck. „Es geht auch darum, den Zusammenhalt der Gruppe zu stärken. Wir kochen gemeinsam und machen Gesellschaftsspiele. Die Kinder und Jugendlichen sollen vor allem auch eine gute Zeit und Spaß haben.“

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