Ticona-Plan

Abgeordnete winken Idee für Bebauung durch

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69 Hektar misst das Gelände., auf dem früher Ticona stand. Um dort bauen zu können, braucht es einen Plan. Den hat der Ausschuss nun verabschiedet

Die Ticona war bis 2011 das industrielle Aushängeschild Kelsterbachs. In dem Unternehmen, das technische Kunststoffe produziert, waren in der Untermainstadt zuletzt rund 350 Menschen tätig. Doch dann stand das Werk dem Bau der Nordwestlandebahn des Frankfurter Flughafens im Wege. Dieses Hindernis beseitigte die Fraport AG, indem sie das Werksgelände kaufte. Ticona zog daraufhin in den Industriepark Höchst um. Die Verlagerung von Ticona hat sich die Fraport 670 Millionen Euro kosten lassen.

Inzwischen sind die Produktionsanlagen der Ticona längst verschwunden. Der Rückbau war 2014 abgeschlossen. Auf dem eingezäunten Werksgelände stehen einzig noch die Verwaltungsgebäude, die derzeit von der Fraport genutzt werden, und Lagerhallen. An die Ticona erinnert nur noch ein kleines Schild an der gut gesicherten Zufahrt mit der Aufschrift „Werkszufahrt“. Wesentlich größer springt hingegen das Schild „Frankfurt Airport Tor 70“ ins Auge.

Dem Grundstückeigentümer und der Stadt Kelsterbach ging es nach der Schließung der Ticona darum, das rund 69 Hektar große Gelände für eine gewerbliche Nutzung zu sichern. Das wurde 2012 mit einem Planfeststellungsbeschluss erreicht. Jedoch existiert für dieses Gebiet kein gültiger Bebauungsplan. Das soll jetzt mit dem Bebauungsplan „Ehemaliges Ticona-Gelände“ nachgeholt werden, der jetzt im Ausschuss für Bauen, Planung und Umweltschutz beraten wurde. Er fand bei fünf Enthaltungen die Zustimmung des Gremiums. Die Fraktionen der CDU und der Grünen begründeten ihre Enthaltung, dass dieses Thema fraktionsintern noch nicht abschließend beraten worden sei.

Zuvor hatte Mai Jenal von dem Frankfurter Planungsbüro Wentz & Co die Bauleitplanung für das Ticona-Gelände erläutert. Dabei betonte sie, dass es zunächst um die

Sicherung des Baurechts

gehe. Eine Bebauung sei allerdings erst nach der Sanierung des belasteten Geländes möglich. Grundsätzlich werde bei der Bauleitplanung zwischen der inneren und der äußeren Erschließung unterschieden, wobei die innere Erschließung Sache der Fraport sei, die dies mit dem Bau von Privatstraßen erreichen werde.

Die äußere Erschließung jedoch obliege der Stadt Kelsterbach, so Jenal, und bislang erfolge die Erschließung einzig über die Professor-Staudinger-Straße, die eine Nutzung des Geländes für etwa 1000 Beschäftigte zulasse. Vorgesehen sei zukünftig die Umgestaltung der Kreuzung Frankfurter Straße/Okrifteler Straße zu einem Kreisverkehr mit Bypass. Dies würde eine Nutzung für rund 1650 Beschäftigte ermöglichen. Als dritter Schritt stehe ein zusätzlicher direkter Anschluss des Ticona-Geländes an die ehemalige B 43 einschließlich des Baus einer Bahnunterführung an. Damit werde eine Nutzung mit maximal 3000 Beschäftigten ins Auge gefasst.

Im Weiteren ging Mai Jenal auf den forstrechtlichen Ausgleich für das Gelände ein, der voll von der Fraport übernommen werde. Auch für den Grundwasserschutz auf dem Gelände werde die Fraport selbst sorgen, abgesehen von der Schmutzwasserentsorgung.

Die Kosten für den Ausbau der äußeren Erschließung werde von der Fraport übernommen. Anschließend gehen die Straßen an die Stadt Kelsterbach über. Die Unterhaltspflicht für diese Straßen einschließlich der Professor-Staudinger-Straße werde jedoch an die Fraport übertragen. Dies werde in einem Vertrag zwischen der Stadt und der Fraport geregelt.

Die verkehrstechnische Belastung war auch im öffentlichen Teil der Sitzung nach dem Vortrag von Mai Jenal wichtigstes Thema. Eleonore Wagner (Grüne) sprach es an. Bürgermeister Manfred Ockel (SPD) erklärte dazu, dass es seine Intention sei, so schnell wie möglich mit der Erschließung zu beginnen, um dann mit den Straßenbauarbeiten zu beginnen. Dies solle mit der raschen Aufnahme von Verhandlungen mit der Fraport erreicht werden. In diese Planungen, so Ockel, solle auch das Mönchhofgelände miteinbezogen werden.

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