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Das Bündnis ?Demo für alle? im Oktober 2016 in Wiesbaden.

Ärger um „Demo für alle“

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Da könnte sich etwas zusammenbrauen: Das umstrittene Bündnis „Demo für alle“ hat für heute zu einem Symposium in einem Kongresscenter eingeladen. Doch die Veranstaltung stößt auf starken Widerstand – der sich auch auf der Facebook-Seite des Veranstaltungsortes widerspiegelt.

Den Ort für sein Symposium hat das konservative Aktionsbündnis „Demo für alle“ zwar nur den Teilnehmern per E-Mail bekanntgegeben. Dennoch sickerte der Veranstaltungsort durch: Es soll nach Informationen der „Frankfurter Rundschau“ das Konferenzzentrum Congresium in Kelsterbach vis-à-vis dem Frankfurter Flughafen sein.

Auf der Facebook-Seite des „Congresium Conference&Event Center“ waren daraufhin einige negative Bewertungen eingegangen, die mutmaßlich in Zusammenhang mit dem Symposium stehen. In einem Posting, das inzwischen wieder gelöscht wurde, wehrte sich das Congresium dagegen: „Wir sind weder homophob noch rassistisch.“

Die versuchte Geheimhaltung des Symposium-Ortes hat ihren Grund: Immer wenn das Bündnis in der Vergangenheit eine Kundgebung oder Podiumsveranstaltung machte, um sich für die klassische Ehe und Familie sowie gegen die „Gender-Ideologie“ und Sexualisierung von Kindern auszusprechen, waren Protestierende zur Stelle, welche die Veranstaltungen zu verhindern und zu stören versuchten. Mitunter musste die Polizei mit einem größeren Aufgebot eingreifen.

Auch diesmal hat sich parallel zum Symposium Widerstand angekündigt: Ein neues „Bündnis für Akzeptanz und Vielfalt Frankfurt“ ruft zu einer „Demo der Vielfalt und Liebe“ an der Hauptwache auf, die von Mitarbeitern der Aids-Hilfe koordiniert und von vielen Organisationen und Verbänden unterstützt wird. Von 11 bis 13 Uhr werden teils prominente Redner auf der Kundgebung sprechen – darunter Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) und die OB-Kandidatinnen von Grünen und Linken, Nargess Eskandari-Grünberg und Janine Wissler. Sobald der Veranstaltungsort der Konferenz der „Demo für alle“ öffentlich bekannt sei, so schreiben die Organisatoren, könne auch dort noch „spontaner Protest artikuliert werden“.

Manfred Füllhardt, Sprecher der Polizei Frankfurt, hält den Ball gegenüber dieser Zeitung indes flach: Die Polizei gehe davon aus, „dass sich die Leute nicht treffen, um Randale zu machen, sondern um friedlich für ihre Sache zu werben“. Dennoch sei man für den Fall einer Eskalation vorbereitet – und werde auch in Kelsterbach präsent sein.

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