Fans von Snacks made in USA: Aaron Krauser (links) und Frank Schlüter-Jeßberger bieten in ihrem American Food Store in der Rüsselsheimer Straße importierte Knabbersachen und auch Bier an. Foto: Rüdiger Koslowski
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Fans von Snacks made in USA: Aaron Krauser (links) und Frank Schlüter-Jeßberger bieten in ihrem American Food Store in der Rüsselsheimer Straße importierte Knabbersachen und auch Bier an.

Gewerbe

Beef Jerky, Zuckerwatte und Country-Musik

Es soll eine Geschäft für Snacks, Bier und Leckereien sein: Ein neu eröffneter Laden bietet Spezialitäten aus den USA an.

Ein Pärchen verlässt den Laden. "Wir haben alles leergekauft", schmunzelt die junge Frau. Tatsächlich sind ihre Einkaufstüten bis zum Rand vollgestopft. Der Kopf einer Packung Stapelchips schaut heraus. Vor der Tür stehen weitere Kunden und warten. Jetzt dürfen wieder zwei von ihnen den Ladenraum betreten.

Die Corona-Pandemie macht die Neueröffnung von "Aaron & Franky's American World" - einem Geschäft für Snacks, Bier und Leckereien aus den USA - zu einem Geduldsspiel. Neben den beiden Betreibern, Aaron Krauser und Frank Schlüter-Jeßberger, dürfen sich nur noch zwei weitere Personen im Laden aufhalten. Die ersten Kunden des neuen Geschäfts haben aber die Ruhe weg, warten geduldig und stören sich nicht an den Bestimmungen.

Aus "grünem Gold" wird american food . Das Geschäft mit den Produkten aus den grünen Nuggets wurde von der Pandemie verhagelt, sagt Krauser bei der Neueröffnung. Er und sein Partner hatten im vergangenen Jahr im Schatten des Pandemiebeginns ihren Laden mit Produkten aus der Nutz- und Zierpflanze Hanf eröffnet. Zunächst durfte der Laden auch geöffnet bleiben. Mit dem zweiten Lockdown allerdings galt ihr Geschäft als nicht mehr systemrelevant, war vier Monate geschlossen. Sie baten deshalb als Franchise-Unternehmer beim Hauptpartner um Auflösung des Vertrages, was widerstandslos genehmigt worden sei.

Snacks und Süßes aller Art

Was also tun, fragten sich die beiden Männer. "Wir machen einen American Food Store auf", sei die zündende Idee gewesen, erinnert sich Krauser. Er spielte zwölf Jahre American Football, betreibt seit 14 Jahren American Wrestling und führt eine Wrestling-Schule in Kelsterbach. Einen Trend für Produkte im Food-Bereich aus den USA beobachte er durchaus. "Wir haben seit einer Stunde offen und der Großteil ist bereits vergriffen", stellt Krauser fest.

Naja, das ist vielleicht ein bisschen übertrieben. Denn noch sind die Regale, besser gesagt die zu Regalen umfunktionierten Weinkisten, ganz gut bestückt. "Es gibt Leute, die darauf stehen", unterstreicht Krauser. Auf Snacks und Süßigkeiten aller Art. Chips, Flips, Trockenfleisch-Streifen (Beef Jerky), Barbecue-Soßen, Schokolade, Zuckerwatte in Tüten, verschiedenste Sorten von Erdnussbutter, American Beer und vieles mehr. Aber Discounter haben doch immer mal wieder Sondersortimente in ihren Regalen. Warum also ein Geschäft für diese Produkte eröffnen?

Die Artikel der Discounter würden in Deutschland produziert, weiß Krauser. Die Artikel bei American World werden jedoch alle aus den Staaten importiert. Das erklärt auch den vielleicht kleinen Wermutstropfen, denn dieser Aufwand schlägt sich auf den Preis nieder. Den Import, den Versand müssten die Kunden mitbezahlen, sagt Schlüter-Jeßberger.

Der Reiz an den Produkten wird bei den Fans aber siegen. Krauser spricht von einer Geschmacksexplosion. "Wenn die Hersteller sagen, dass da Käse drin ist, dann ist da auch Käse drin", sagt er. Das US-amerikanische Flair und der Lebensstil sind die andere Seite, die die Kunden mögen.

Im Hintergrund läuft Country-Musik

Krauser und Schlüter-Jeßberger versuchen, diesem Bild in ihrem Laden ein Stück weit gerecht zu werden. Im Hintergrund ist Johnny Cash zu hören. "Wir spielen Country and Western-Musik", sagt Schlüter-Jeßberger. An den Wänden hängen die Fahnen amerikanischer Bundesstaaten. Football-Artikel dienen als dekorative Elemente. Eine Nachbildung der Freiheitsstatue darf natürlich auch nicht fehlen.

Und dazwischen etliche Artikel in ihren kunterbunten Verpackungen. Ein Blickfang ist die Klapptür, an eine Saloontür erinnernd. Sie verbindet den American-Food-Laden mit dem benachbarten Tabakladen von Krauser. Der Durchgang ist neu. Eine Geschäftseröffnung zu Corona-Zeiten ist ein Wagnis, das weiß auch Krauser. Er sagt aber, dass sowohl er als auch sein Partner noch feste berufliche Standbeine haben.

Unterdessen wartet Sven Michel vor der Tür auf Einlass. "Ich stehe auf solche Produkte, das schmeckt mir", bekennt er sich zum American Food.

Er sei gespannt auf das Angebot. Bisher habe er sich bei einem Geschäft auf dem Flughafen versorgt. Jetzt sei er froh, dass es einen Laden in der Nähe seines Wohnorts gebe. Rüdiger Koslowski

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