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Isabel und Lucilia schauten jeden Tag nach den Hühnern am CaritasZentrum. Zusammen mit Mama Emilia Pinto genossen sie beim Fest ein Ei.

Federvieh

Gast-Hühner verabschieden sich aus dem CaritasZentrum

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Zwischen drei und fünf Eier haben die Hühner, die zu Gast am CaritasZentrum waren, am Tag gelegt. Die Kinder hegten und pflegten sie und freuten sich über die tägliche Ausbeute.

In einem kleinen, mit einem Maschenzaun abgegrenzten „Hühnerstall“ vor dem CaritasZentrum Kelsterbach ging es in den vergangenen beiden Wochen richtig lebhaft zu. Fünf Hühner scharrten und gackerten dort – und legten auch viele Eier. Immer wieder besuchten Gruppen aus den Kindertagesstätten die kleine Hühnerschar und erfuhren so, wo die Eier wirklich herkommen. Mit Isabel Pinto fand sich sogar eine persönliche Betreuerin, die jeden Morgen vor der Schule die Hühner besuchte, die Stalltür öffnete und abends die Hühner auch in den kleinen Verschlag bugsierte, so dass sich über Nacht kein Hühnerdieb an ihnen vergreifen konnte.

„Das war wirklich eine ganz tolle Idee, fünf echte Hühner als besondere Urlaubsgäste nach Kelsterbach zu holen“, lautete die einhellige Meinung der Gäste des Eier-Fests, das nun anlässlich der Verabschiedung der Hühner gefeiert wurde. Auch den Initiatoren von „Rent a Huhn“ hat die Aktion Spaß gemacht.

Genau zwölf Tage waren „Daisy“ – so wurde das Huhn, das sich als Chefin aufspielte, von den Kindern genannt – mit vier weiteren Hühner in einem kleinen „Hühnerstall“ auf dem Rasen vor dem CaritasZetrum in Kelsterbach zu Gast.

In dieser Zeit haben sie fleißig Eier gelegt – sogar ganz bunte, wie ein Kind zunächst vermutete. Beim Eier-Fest gab es nämlich nicht nur hart gekochte braune Eier, sondern auch bunt gefärbte Eier – die stammten aber aus dem Supermarktregal.

„Das Gastspiel der Hühner war für die Kinder natürlich ein besonderes Ereignis. Aber auch viele Erwachsene sind immer wieder stehen geblieben und haben den fröhlichen Hühnern zugeschaut“, beschreibt Jessica Ranitzsch, die Leiterin des CaritasZentrums Kelsterbach, die Reaktion der Menschen. „Das kleine Hühnergehege wurde zu einem Kommunikationszentrum“, sagt Ranitzsch, erfreut über den Erfolg.

Aber auch für die Mitarbeiterinnen im CaritasZentrum selbst war das Hühnergastspiel eine spannende Angelegenheit. „Jedes Mal, wenn wir ein ganz lautes Gackern gehört haben, wussten wir, dass ein Huhn wieder ein Ei gelegt hatte. Dann hat einer von uns immer gleich nachgeschaut und das Ei geholt“, erzählt Jessica Ranitzsch. Zwischen drei und fünf Eier am Tag produzierte das kleine Hühnervolk.

Die größte Freude hatten jedoch die Kinder, die immer wieder aus den Kindertagesstätten zu Besuch kamen. „Wir hatten mittags immer einen Stalldienst, da haben die Kinder auch sauber gemacht, für frisches Wasser und Futter gesorgt“, erzählt Jessica Ranitzsch. Auch wenn mal jemand in ein kleines Hühnerhäufchen getreten ist, war das kein Problem.“

Eine besonders schöne Erfahrung der Kinder war der enge Kontakt mit dem Federvieh. „Oh, das ist ja ganz leicht“, war die kleine Lucilia überrascht, als sie ein recht dick aussehendes Huhn hochhob.

Die Hühner, die vom Hof von Michael Lüft bei Seligenstadt stammen, gehören der zutraulichen Rasse Ramelsloher an. Diese sind sehr neugierig und vor allem sehr zutraulich. „Das war für uns auch ganz wichtig, denn nichts ist für Kinder eine schönere Erfahrung als ein direkter Kontakt mit einem Tier, das man auch mal anfassen kann“, erklärt auch Heike Krines, die im CaritasZentrum Kelsterbach für die Koordination der Angebote im Mehrgenerationenhaus verantwortlich zeichnet. Jetzt heißt es leider wieder Abschied nehmen vom kleinen Hühnervolk, das viel Freude und Begeisterung in Kelsterbach hinterlassen wird.

Zum Eier-Fest gab es vor dem Haus des CaritasZentrums ganz frische, hart gekochte Eier – freilich aus dem Hühnerstall nebenan – dazu noch Kaffee, Tee oder Kakao vom Cafébike. Ganz schlaue Gäste konnten sich am Eier-Quiz versuchen. Wer die richtige Lösung fand, erhielt ein kleines Überraschungsgeschenk.

„Ich muss schnell noch mal zu meiner Daisy“, sagte Lisa und verabschiedete sich noch einmal ganz persönlich von ihrem Lieblingshuhn. Aber alle anderen Gäste werden die freundlichen fünf Hühner vermissen. „Die haben einen bleibenden Eindruck hinterlassen – auch auf dem Rasen“, scherzt Jessica Ranitzsch.

Sie kündigte schon mal an, eine solche Aktion auch im nächsten Jahr zu organisieren. „Vielleicht holen wir dann ja mal ein Schaf oder eine Ziege?“, kündigt Jessica Ranitzsch schon mal an.

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