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Auf der (noch) grünen Insel zwischen Südlicher Ringstraße, Einmündung Kleiner Kornweg und Waldstraße will die Stadt ein Gebäude mit 22 Sozialwohnungen erstellen. Foto/Repro: Postl

Sozialwohnungen

Hier soll günstiger Wohnraum entstehen

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Wohnraum – vor allem günstiger – ist in Kelsterbach knapp bemessen. Nun will die Stadt selbst aktiv werden und eine Gebäude mit 22 Sozialwohnungen errichten lassen.

Die Menschen zieht es immer mehr in die Metropol-Region um Frankfurt, davon ist auch Kelsterbach betroffen. Trotz reger Bautätigkeit in den vergangenen Jahren, hier seien die 187 Reihenhäuser auf dem ehemaligen Enka-Gelände und der Abriss der alten Bauarbeiterhäuser in der Dr.-Hans-Jordan-Straße mit Ersatzbauten durch die Nassauische Heimstätte (NH) genannt, werden weiterhin dringend Wohnungen gesucht. Insbesondere fehlt es an bezahlbaren Wohnraum für untere Einkommensgruppen.

In der Rüsselsheimer Straße plant die Nassauische Heimstätte eine Wohnverdichtung, hier sollen ebenfalls alte Bestandshäuser zurückgebaut und neue Gebäude mit wesentlich mehr Wohnraum erstellt werden. Und auch die städtische Wohnungsbaugesellschaft (GBK) plant in diesem Jahr noch den Spatenstich für ein Neubauprojekt in Dahlienstraße.

Dennoch reichen diese geplanten Bauprojekte nicht aus, um die Nachfrage besonders an bezahlbarem Wohnraum zu decken. „Wir brauchen dringend entsprechenden Wohnraum“, beschrieb Bürgermeister Manfred Ockel (SPD) die Situation am Montagabend im Ausschuss für Bauen, Planung und Umweltschutz. Er verwies einerseits auf den stetigen Anstieg der Kelsterbacher Bevölkerung, mittlerweile sei die 18 000er-Marke schon erreicht, sowie andererseits auf bald auslaufende Belegungsrechte der Stadt in Gebäuden der NH und der GBK. „Deshalb möchten wir als verantwortungsbewusste Kommune selbst die Initiative ergreifen und bezahlbaren Wohnraum erstellen“, betonte Ockel.

Bei der Suche nach geeigneten Grundstücken hätten sich fünf mögliche Standorte ergeben, doch wolle man auf der Freifläche in der Aussiger Straße der GBK nicht in die Planungen eingreifen, da sie nach der anstehenden Sanierung der beiden Hochhäuser dort selbst ein weiteres Wohngebäude erstellen will. Drei andere mögliche Standorte, wie das Gelände des ehemaligen Forsthauses in der Südlichen Ringstraße, liegen außerhalb der normalen Bebauung. „Eine Bebauung ist dort zwar möglich, doch bedarf es hier eines längeren Vorlaufes in der Planung“, so Ockel.

Wo eine Wohnbebauung dagegen sofort möglich wäre, ist die Freifläche gegenüber dem Airport Hotel, also zwischen Südlicher Ringstraße, Kleinem Kornweg und Waldstraße. Auch mit dem Besitzer des Hotels habe man gesprochen, wie Ockel erklärte, doch dieser wolle nach dem Auszug der dort untergebrachten Flüchtlinge das Gebäude sanieren und wieder als Hotel betreiben. „Nächstes Jahr müssen wir die anerkannten Flüchtlinge in normalen Wohnungen unterbringen, die nichtanerkannten werden dann woanders hingebracht“, erklärte der Rathauschef.

Wie das geplante Gebäude aussehen soll, präsentierte Zoran Radovic vom beauftragten Planungsbüro in Rüsselsheim. „Wir haben verschiedene Varianten geprüft, und sind mit der Vorgabe, den vorhandenen Bereich möglichst optimal auszunutzen, zu einer recht guten Lösung gekommen“, beschrieb Radovic. So sind in einem vierstöckigen Baukörper mit einer Breite von 13 Metern und einer Länge von 46,50 Metern insgesamt 22 Wohnungen vorgesehen. Gemäß Zuschnitt sind dies fünf Zwei-Zimmer-Wohnungen, zwölf Drei-Zimmer-Wohnungen und schließlich noch fünf Vier-Zimmer-Wohnungen. Zusammen ist eine Gesamtwohnfläche von 1592 Quadratmetern geplant.

Da die Zeit drängt, wird das Gebäude in Modul-Bauweise erstellt. Das bedeutet, dass die vorgefertigten Stahlkorsetts bereits verkleidet und mit Fenstern versehen an der Baustelle angeliefert werden. „Das wird alles perfekt getaktet“, kündigte Radovic an. Die Module würden gleich an der richtigen Stelle aufgebaut, eine Beplankung und das Ausfüllen der Zwischenräume mit Isoliermaterial gewährleiste perfekte Klimawerte und Schallschutz, wie der Planer erläuterte. Nach Fertigstellung sei das Gebäude nicht von einem in Massivbauweise erstellten zu unterscheiden. Vorspringende Fronten sollten für eine optische Auflockerung des viergeschossigen Gebäudes sorgen. Stellplätze sollen auf der Nordseite entstehen.

Die Kosten wurden ebenfalls thematisiert. Der Baukörper selbst schlägt mit rund vier Millionen Euro zu Buche, der Ankauf und die Gestaltung der Fläche mit einer weiteren Million. „Wir werden die Finanzierung über ein Fördermodell des Landes Hessen, das mit einer zinsgünstigen Darlehensaufnahme verbunden ist, realisieren“, erklärte Ockel. Nach der einhelligen Zustimmung des Bauausschusses soll nun bald das Stadtparlament sein „Okay“ geben – schließlich soll im September nächsten Jahres alles fertig sein.

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