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Der Boxer-Mischling Theo wurde nur zwei Jahre alt.

Blutige Beißerei

Hunde-Drama: Mann ersticht Boxer-Mischling – Polizei stellt Tatwaffe sicher

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Eine Beißerei zwischen zwei Hunden am Freitagnachmittag endete mit dem Tod eines Boxer-Mischlings- es wurde erstochen. Nun ermittelt die Kripo gegen den Täter.

Update, 5. Februar: Wie die Polizei auf Anfrage mitteilt, ist das Tatmesser sichergestellt worden. Es soll sich um ein Taschenmesser handeln. Die Ermittlergruppe habe ihre Arbeit bereits aufgenommen. Welche Strafe dem 60-Jährigen mit dem Messer droht – ob eine Geldstrafe oder Freiheitsentzug – sei unbekannt. Es werde wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz und Sachbeschädigung ermittelt. Denn ein Tier gilt – so hart es auch klingen mag – aus juristischer Sicht lediglich als Sache.

Drama in Kelsterbach: Mit drei Stichen wurde Theo niedergestreckt

Kelsterbach - Ein großer Boxer-Mischling und ein kleiner Chihuahua verbeißen sich ineinander. Sie lassen sich nicht trennen. Der 60-jährige Halter des kleinen Vierbeiners zückt ein Messer und sticht drei Mal auf den großen Rüden ein – so soll es sich nach derzeitigem Erkenntnisstand der Polizei am Freitag um 13.40 Uhr auf dem Weg zur Sindlinger Brücke in Kelsterbach zugetragen haben. 

Der Hund stirbt in einer Tierklinik an seinen Verletzungen. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Es ist unbekannt, welche Verletzungen der Chihuahua, außer am Hals, davon getragen hat. Vom Tierschutzverein war zu erfahren, dass er sich wegen Verletzungen am Hals einer Not-Operation habe unterziehen müssen. Am nächsten Tag sei er doch schon wieder draußen beim Spielen mit anderen Hunde angetroffen worden.

Hunde sollte noch am Tag des Angriffs Wesenstest absolvieren

„Ich kannte den Boxer-Mischling“, sagt Judith Wagner, Vorsitzende des Tierschutzvereins. Der gestorbene Hund namens Theo sei etwa zwei Jahre alt gewesen und habe sich Menschen gegenüber tadellos betragen – nur bei der Verträglichkeit mit anderen Hunden habe es gehapert, so Wagner. „Um 15 Uhr des gleichen Tags sollte er zum Wesenstest. Theo hat wegen seiner Marotte die Hundeschule absolviert.“

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Wagner sei am Freitag um 13.53 Uhr von der Kelsterbacher Polizei telefonisch kontaktiert worden, die dringend einen Tierarzt für den stark verletzten Boxer-Mischling von Vittorina Vicky Lerner suchte. Kurz darauf brachte ihr Mann den Hund in die Tierklinik Kalbach in Frankfurt. Bei der Ankunft habe der Boxer-Mischling bereits im Koma gelegen. Laut Lerner wurden ihm dort zwei Bluttransfusionen verabreicht – und trotz Reanimierungsversuchen sei Theo an den Folgen der Messerstiche gestorben. Inzwischen hatte die Polizei Spuren gesichert und die Ermittlungen aufgenommen.

„Ich frage mich, wer mit einem Messer in der Tasche seinen Hund Gassi führt“, so Wagner. Einen Hund abzustechen, weil er sich in einen anderen verbissen habe, sei eine unverhältnismäßige Reaktion. Wagner kann sich den Fall nur so erklären, dass der Besitzer des Chihuahua um das Leben seines Tieres gebangt habe. Der Boxer-Mischling habe den Kopf von Max bereits im Maul gehabt. Gewiss sei der Boxer-Mischling ein Pöbler gewesen, „aber er hätte keine anderen Hunde gefressen“. 

Polizei hat Ermittlungen aufgenommen

Die Besitzerin des Boxer-Mischlings schildert den Tathergang so: Sie habe sich am Freitagmittag mit dem Boxer-Mischling und zwei anderen Hunden im eingezäunten Garten einer Freundin am Weg zur Sindlinger Brücke befunden. Sie wollte mit Theo noch einmal für den Wesenstest zwei Stunden später üben. Gerade habe sie die Leckerlis als Belohnung für den Hund zugeschnitten, da sei ein Mann mit einem Chihuahua am Zaun stehen geblieben.

Loch im Zaun wurde Boxer-Mischling zum Verhängnis

Lerners drei Hunde hätten zur Verteidigung ihres Territoriums laut gebellt. Lerner habe den Herrn mehrfach erfolglos gebeten, weiter zu gehen. Er habe ihr vorgeworfen, sie habe ihre „Drecksköter“ nicht im Griff, lebe in einem freien Land und könne tun und lassen, was er wolle. Theo habe ein Loch im Zaun entdeckt und sei nach draußen gelaufen. Lerner habe den Mann gebeten, seinen Chihuahua auf den Arm zu nehmen. Im Nu hatte der große Hund den Kopf des kleinen im Maul. Lerner stürmte dazu und wollte die beiden trennen, sie habe den Mann mehrfach erfolglos um Hilfe angefleht. Er wolle sich seine Hände an diesem „Drecksköter“ nicht verletzen. Er hatte ein Taschenmesser gezückt und damit drei Mal auf den Boxer-Mischling eingestochen.

Dieser Vorfall hat in einem sozialen Netzwerk inzwischen zu einer regen Diskussion geführt. Lerner befindet sich seit dem Vorfall in ärztlicher Behandlung. Den Schock kann sie nur mit verschriebenen Beruhigungsmitteln verkraften. „Ich habe meinen Hund aus Portugal geholt, um ihm in Deutschland ein besseres Leben zu ermöglichen. Er wurde nur zwei Jahre alt – und dann das!“, sagt sie.

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